Effenberg drückt die Schulbank - Wiesinger wartet

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Stefan Effenberg

München - Viele der jungen Trainer müssen sich am Bundesliga-Karussell hinten anstellen. Wieso eigentlich? Die tz hat nachgeschaut - bei Holger Stanislawski und den Ex-Münchnern Stefan Effenberg und Michael Wiesinger.

Wenn in der Bundesliga ein Trainerstuhl frei wird, dann werden zuallererst die lang ­bewährten Herren darauf gesetzt. Sie haben viel Erfahrung, sie haben Titel gesammelt und sie haben eine gute Lobby. Gerade in sportlich bedrohlichen Zeiten ­bekommen sie das Vertrauen der Vereinsbosse.

Auf der anderen Seite steht die junge Generation, die zwar nach und nach ihre Chance erhält, grundsätzlich aber ganz hinten steht in der Schlange vor der Trainerbank. Warum ist das eigentlich so? Die tz hat nachgeschaut – bei Michael Wiesinger, der gerade seinen Trainerschein gemacht hat, bei Holger ­Stanislawski, der Klassenbester war, und bei Stefan Effenberg, der ab sofort die Schulbank drückt.

Heynckes - wer noch? Wer käme als Bayern-Trainer in Frage und wer nicht?

Louis van Gaal wird zum Saisonende den Trainerstuhl beim FC Bayern räumen. Und ER ist Topkandidat für seine Nachrfolge: Jupp Heynckes' Vertrag bei Bayer Leverkusen läuft am Saisonende aus, und bei der Verlängerung hat sich der Routinier bisher geziert. Bei einem Anruf seines Spezls Uli Hoeneß könnte er wohl kaum "Nein" sagen. Und es gibt auch noch andere Kandidaten. Wir zeigen Ihnen ein paar Namen und schätzen ein, wie realistisch ein Engagement bei den Bayern wäre. © Getty
Jürgen Klopp: Mit ihm war sich der FC Bayern einst fast einig. Zwischen Uli Hoeneß und Klopp gab es eine mündliche Absprache - doch am Ende holte der Rekordmeister doch lieber Jürgen Klinsmann. Nun würde man Klopp gerne nehmen - aber es ist fast ausgeschlossen, dass der will. Auch nicht für viel Geld, Ruhm und Ehre. Denn: Den Spaß, mit dem von ihm aufgebauten Team von Borussia Dortmund als Meister in der Champions League anzutreten, wird er sich nicht nehmen lassen. © Getty
Oliver Kahn: Wenn ein Motivator gefordert wird, fällt meist im selben Atemzug der Name des Titans. Allerdings: Kahn studiert derzeit an der Privatuniversität Schloss Seeburg. Und: Er strebt nach eigener Aussage eher einen Management-Job als einen als Trainer an. © Getty
Robin Dutt: Bei näherer Betrachtung hätte diese Lösung durchaus Charme. Dutt ist jung, frisch, unverbraucht - und doch erfahren. Der Freiburg-Trainer verfügt über riesige Fachkompetenz - und den Wunsch, eines Tages auch mal einen großen Club zu trainieren. Er sagte zu 11 Freunde: "Wenn man jetzt sagt, dass Thomas Tuchel, Mirko Slomka, Marco Kurz oder ich mit relativ wenig Geld bisher relativ viel erreicht haben, müssen wir erst mal beweisen, dass wir mit viel Geld auch viel erreichen." Aber reizen würde es ihn allemal, geht aus dem Interview hervor. © Getty
Guus Hiddink: Der Niederländer hat den Ruf, überall wo er arbeitet, auch Erfolg zu haben. Auf seinen beiden letzten Stationen (Nationaltrainer in Russland und derzeit in der Türkei) geriet dieser Nimbus allerdings ein wenig ins Wanken. Dennoch: Hiddink ist ein Trainer von Weltformat, spricht deutsch und würde ins Anforderungsprofil der Bayern passen. Er gilt als offen und kommunikativ. Nachteil: Der 64-Jährige ist nach seinen diversen Engagements äußerst lukrative Verträge gewöhnt, was allerdings für den FC Bayern ja kein Problem darstellen muss ... © Getty
Lothar Matthäus: Zu ihm nur einen Satz: Wenn der FC Bayern anrufen würde, würde er sicher nicht "Nein" sagen. © Getty
Mirko Slomka: Ob der Hannover-Coach einer für Bayern wäre? Das ist sehr schwer einzuschätzen. Beim FC Schalke 04 hatte er zunächst Erfolg und musste dann doch rasch gehen. Hannover führte er in die Bundesliga-Spitzengruppe. © Getty
Arsène Wenger: Ob den "ewigen Arsenal-Trainer" eine neue Herausforderung reizt? Das ist schwer einzuschätzen. Klar ist: Er ist ein Trainer von Weltrang - und er spricht fließend Deutsch. Aber: Er hat seinen Vertrag erst bis Juni 2014 verlängert. © Getty
Winfried Schäfer: Nach diversen Wüsten-Ausflügen könnte den Kult-Trainer vielleicht mal wieder moderates Klima reizen. Aber der FC Bayern denkt wohl nicht mal über ihn nach. © Getty
Thomas Tuchel: Ist er mit 37 Jahren schon reif für den FC Bayern? Eine gute Frage. Pep Guardiola (FC Barcelona) ist auch nur zwei Jahre älter. Und schon bei Jürgen Klopp hat der FC Bayern den richtigen Zeitpunkt verpasst. Über Tuchel dürfte man an der Säbener Straße zumindest nachdenken. © Getty
Christoph Daum: Drücken wir es vorsichtig aus - er und Uli Hoeneß sind nicht gerade die allerbesten Freunde. © Getty
Rafa Benitez: Der ehemalige Valencia- und Liverpool-Coach suchte im vergangenen Sommer bei Inter Mailand eine neue Herausforderung - und scheiterte als Nachfolger von José Mourinho kläglich. Der Spanier gilt als einer der Top-Trainer im europäischen Vereinsfußball, lässt mitunter aber wenig ansehnlichen Defensivfußball spielen. Auch hier könnte die Sprachbarriere ein Grund dafür sein, dass Benitez für die Bayern nicht in Frage kommt. © Getty
Sven-Göran Eriksson: Der Schwede coacht derzeit Leicester City, hat aber auch schon jede Menge Stationen als Trainer hinter sich. Am meisten Spuren hat er wohl als englischer Nationaltrainer zwischen 2001 und 2006 hinterlassen. Aus dieser Zeit stammt auch sein Spitzname "Der geile Sven", wie ihn der englische Boulevard nach einer Affäre mit einer Mitarbeiterin des englischen Fußballverbands nannte. Eriksson ist zwar multilingual, aber für die Bayern wahrscheinlich kein ernsthafter Kandidat. © Getty
Matthias Sammer: Sein Name geistert immer wieder an der Säbener Straße umher. Dazu das Gerücht, er habe dem HSV als Sportdirektor abgesagt, um sich für den FC Bayern bereitzuhalten. Nach Informationen der "tz" ist der DFB-Sportdirektor aber beim FC Bayern kein realistisches Thema. © Getty
Marco van Basten: Der ehemalige Weltfußballer ist nach seiner Zeit als niederländischer Nationaltrainer und bei Ajax Amsterdam etwas in der Versenkung verschwunden. Die ganz großen Erfolge fehlen dem ehemaligen Weltklasse-Stürmer noch. Die Bayern wären wohl eine Nummer zu groß. © Getty
Mehmet Scholl: Auf den sympathischen Ex-Spielmacher hält man beim FC Bayern zwar große Stücke. Aber er ist eben noch ein Trainerlehrling. Andererseits: Auch ein Guardiola ist in jungen Jahren beim FC Barcelona vom Coach der Reserve zum Cheftrainer aufgestiegen. © Getty
Michael Laudrup: Der ehemalige Weltklassespieler wartet als Trainer noch auf den großen Durchbruch. Derzeit arbeitet der Däne bei RCD Mallorca in Spanien, auch beim FC Getafe lieferte Laudrup durchaus gute Arbeit ab. Sein Gastspiel bei Spartak Moskau war dagegen weniger von Erfolg gekrönt. Laudrup ist auch beim Hamburger SV im Gespräch, für die Bayern ist der Name Laudrup möglicherweise nicht renommiert genug. © Getty
Felipe Scolari: Der Brasilianer wurde 2002 mit Brasilien Weltmeister und tingelt seither als gutbezahlter Trainer durch die Welt: Portugal, Chelsea, Tashkent und derzeit Sao Paolo sind die Stationen des 62-Jährigen, der höchstwahrscheinlich nicht Bayern-Trainer werden wird. © Getty
Carlo Ancelotti: Der derzeitige Coach des FC Chelsea hinkt mit seinem Klub den Erwartungen des mächtigen Chelsea-Eigners Roman Abramowitsch in der Premier League weit hinterher. Dafür läuft's in der Champions League ganz gut. Gewann mit Milan zwei Mal die Champions League und gehört sicher zu den Top-Trainern in Europa. Allerdings spricht auch er kein Deutsch und dürfte auch nur schwer loszueisen sein. © Getty
Felix Magath: Nun gut, eine Rückholaktion ist nicht realistisch - alles andere als das sogar. Aber da Magath mit mehreren Teams in den vergangenen Jahren Deutscher Meister wurde, gehört er zumindest der Vollständigkeit halber in diese Liste. © Getty
Frank Rijkaard: Der Niederländer coachte zwischen 2003 und 2008 erfolgreich den FC Barcelona, sein Gastspiel bei Galatasaray Istanbul war dagegen weniger erfolgreich. Rijkaard soll einen Vorvertrag als Trainer bei Sporting Lissabon unterschrieben haben und ist daher wohl so gut wie vom Markt. © Getty
José Mourinho: Wenn der FC Bayern vom Regen in die Traufe kommen möchte, sollte er sich "The Special One" holen. Kompromissbereitschaft und Rücksicht sollen nicht zu seinen Eigenschaften zählen. Allerdings bedeutet: Wer einen Mourinho als Trainer hat, der hat in der Regel auch Erfolg. Alleine seine Heimspiel-Bilanz ist beeindruckend: Seit neun Jahren hat Mourinho mit seinen Mannschaften kein Liga-Heimspiel mehr verloren. Bei Real soll Mourinho nicht gerade glücklich sein, heißt es. Möglicherweise ist dort schon im Sommer Schluss. Lockt dann eine neue Herausforderung? © Getty
Johan Cruyff: Wenn der FC Bayern einen Anti-van-Gaal möchte, sollte er einfach seinen größten Feind holen. Noch dazu hätte Franz Beckenbauer einen neuen Golfpartner. Realistisch ist das Ganze natürlich nicht. © Getty
Ottmar Hitzfeld: Wenn die Sprache auf die guten, alten Zeiten beim FC Bayern kommt, fällt natürlich auch der Name Ottmar Hitzfeld. Er steht sicherlich auf der Liste von Wunschkandidaten. Allerdings: Er ist aus der Knochenmühle Vereinstrainer geflohen, um als Nationalcoach der Schweiz etwas entspannter arbeiten zu können. Und: Sein Vertrag läuft bis 2014. © Getty
Christian Gross: Als harter Hund brachte er den VfB Stuttgart auf Vordermann - und musste wenig später wieder gehen. Ihm wurde Sturheit vorgeworfen. Damit hat man dank van Gaal ja Erfahrung beim FC Bayern. © Getty
Hansi Flick: Wenn nicht Jogi, dann vielleicht Hansi. Was der Löw-Assistent als Trainer wirklich drauf hat, wissen die wenigsten. Fraglich ist nur, ob man ihm die Chance gibt, es zu beweisen. Flick wäre ein riskantes Experiment. © Getty
Michael Oenning: Er weist schon mehr Erfahrung auf. Oenning leistete beim 1. FC Nürnberg gute Arbeit, lernt nun als Co- und Interimstrainer beim Hamburger SV dazu. Allerdings: Er wäre sicherlich eine zu kleine Lösung. Bayern braucht ein Schwergewicht. © Getty
Klaus Augenthaler: Er hätte Stallgeruch - und er hätte keine weite Anreise aus Unterhaching. Die Frage ist nur, ob man den Fans so gut verkaufen kann, einen Trainer aus der 3. Liga zu holen. Seine fachlichen Kenntnisse sind aber unbestritten. © Getty
Martin Jol: Der Ex-HSV-Coach war zuletzt bei Ajax Amsterdam tätig. Als van Gaal gefeuert zu werden drohte, machte plötzlich Jols Name an der Säbener Straße die Runde. Nur ein Gerücht? © Getty
Diego Maradona: Nun geben Sie es doch zu - einen kurzen Moment lang haben Sie geschmunzelt. © Getty
Giovanni Trapattoni: Als Ex-Bayern-Trainer gehört er natürlich auch in diese Aufstellung. Eine Rückholaktion ist eigentlich undenkbar. Immerhin: Der Gentleman genießt in München immer noch viele Sympathien. © Getty
Raymond Domenech: Er hätte einen entscheidenden Vorteil! Mit Franck Ribéry könnte er sich in seiner Landessprache unterhalten! Er hätte aber auch einen Nachteil: Beide würden sich nur beschimpfen. © Getty
Otto Rehhagel: Otto und die Bayern? Das ging schon einmal schief! Auf einen zweiten Versuch wird man es nicht ankommen lassen. © Getty
Hans Meyer: Der Kult-Trainer ist gefühlte elf Mal in Rente gegangen - und genauso oft zurückgekehrt. Ihm müsste man wohl ein Rosenbeet an der Säbener Straße anpflanzen, an dem er seinem Hobby nachgehen kann. Dann würde sich der sympathisch-verschrobene Coach sicherlich zu einem Comeback hinreißen lassen. Und auch die Münchner mit seinen "Gehen Sie davon aus"-Weisheiten begeistern. © Getty
Rudi Völler: Es gibt nur einen Rudi Völler! Der ehemalige Bundestrainer und der FC Bayern können gut miteinander. Allerdings scheint er sich als Sportdirektor wohler zu fühlen - und ist ja eh noch bei Bayer Leverkusen gebunden. Aber Völler kam ja schon beim DFB einst sehr unverhofft zum Trainerposten. © Getty
Marcello Lippi: Einen Weltmeister-Trainer hatten die Bayern mit Franz Beckenbauer schon einmal. Auch Marcello Lippi die größte Krone im Weltfußball schon einmal gewonnen - 2006 mit Italien. Die Titelverteidigung im Jahr 2010 endete für die Squadra Azzurra allerdings mit einem Debakel. Erfolge auf Vereinsebene: Einmal Champions-League-Sieger mit Juventus, weitere drei Mal CL-Finalist, Weltpokalsieger, Uefa-Pokal-Sieger sowie fünffacher italienischer Meister. Lippi ist zwar ein Mann von Welt, doch auch er ist der deutschen Sprache nicht mächtig. © Getty
Dick Advocaat: Der Niederländer feierte seine Erfolge bisher mehr als Nationaltrainer. Sowohl für sein Heimatland als auch für Südkorea, Belgien und derzeit Russland stand Advocaat an der Außenlinie. Auch mit der Bundesliga hat Advocaat bereits Erfahrung gesammelt: 2004/2005 scheiterte der 63-Jährige nach einem halben Jahr bei Borussia Mönchengladbach. Advocaat spricht zwar Deutsch, dennoch wäre der FC Bayern wohl eine Nummer zu groß ihn. © Getty
Bernd Schuster: Der "blonde Engel" feiert seit Jahren Erfolge als Trainer im europäischen Ausland, auch wenn es auf seiner derzeitigen Station bei Besiktas Istanbul nicht so besonders gut läuft. Seit seinem Engagement beim 1. FC Köln Ende der 90er Jahre hat kein deutscher Verein mehr auf Schusters Dienste gesetzt. Und die Bayern? © dpa
Radomir Antic: Der Serbe besitzt enormes Renommee in Fußballkreisen, schließlich trainierte er in den 90er Jahren mit Real Madrid, dem FC Barcelona und Atletico Madrid gleich drei spanische Top-Teams. Zuletzt betreute Antic bei der WM in Südafrika die Auswahl seines Heimatlandes. Nach dem enttäuschenden Abschneiden und einem langwierigen Streit mit dem Verband wurde der 62-Jährige schließlich gefeuert. Spricht allerdings kein Deutsch. © Getty

Gestatten: Zu haben!

„Man muss die Vereine auch verstehen. Sie setzen auf Erfahrung“, sagt Michael Wiesinger. Und doch schüttelt er mit dem Kopf. Die Schlagzeilen um Ralf Rangnick, Felix Magath, Christoph Daum hat auch er gesehen. Während der Nürnberger seine letzten Prüfungen für den Fußballlehrer-Schein absolvierte, klammerten sich die Bundesligisten in ihrer Torschluss-Panik an die üblichen Rettungsanker. Selbst Otto Rehhagel stand kurzzeitig auf der Liste. Wiesinger und seinen 26 Klassenkameraden bleibt da nur der Blick auf ihre Urkunden. „Ich ziehe meine Motivation aus anderen Beispielen. Bei Freiburg gibt man jungen Trainern eine Chance“, sagt er. „In den nächsten Jahren kommen die jungen Trainer nach. Bestimmt.“

Dann wird auch er auf der Bank sitzen. Endlich wieder. Anfang November wurde Wiesinger als Coach des FC Ingolstadt beurlaubt. Seither machte er das, was er auch schon zu Trainer-Zeiten getan hatte – nur eben viel intensiver. Er kümmerte sich um seine Prüfung.

Engagement ist eben alles: Michael Wiesinger bei der Arbeit in Ingolstadt

„Es hat sich alles schlagartig verändert, seit ich beurlaubt worden bin. Ich habe nun einen ganz neuen Rhythmus“, erklärt er leise. Dabei ist vor allem interessant, wie sein Rhythmus noch zu Zeiten der Doppelfunktion aussah. „Früher bin ich am Sonntagabend nach Köln gefahren, war dort bis Mittwoch in der Sporthochschule und dann spät abends in Nürnberg bei meiner Familie. Und ab Donnerstagfrüh war nur noch Ingolstadt angesagt.“

So ging es Woche für Woche, seit dem Aufstieg der Ingolstädter in die zweite Liga im Mai 2010. Während der Vorbereitungsphase startete der Kurs zum Fußball-Lehrer in Köln – dass Wiesinger mit dabei ist, stand seit langem fest. „Die Leute, die im Job sind, müssen diesen Schein machen. Ab der dritten Liga wird es einfach vom DFB verlangt.“

Der Bayer hat diese Tatsache von Anfang an angenommen. Er wollte den Spagat schaffen, wollte erfolgreicher Teamchef und guter Schüler zugleich sein. Dass es schwierig werden würde, er scheitern könnte wie zuvor ein Markus Babbel, musste Wiesinger sich gar nicht vor Augen führen. Das taten andere für ihn. „Ab dem Tag, an dem wir aufgestiegen sind und die Zeit in Köln losging, kamen diese Fragen nach der Doppelbelastung.“ Dennoch: Er ist nach wie vor davon überzeugt, dass es hätte klappen können, dass der Plan aufgeht, den er zusammen mit seinen Kollegen beim FC Ingolstadt aufgestellt hatte. Perfekte Organisation, Zeitmanagement. So wie es Thomas Tuchel in einem Gastvortrag zu Beginn des Kurses erläutert hatte.

Außerdem gab es auch positive Beispiele. Wie das von Holger Stanislawski. Der Hamburger absolvierte vor eineinhalb Jahren den elfmonatigen Kurs in Köln, damals noch an vier Tagen pro Woche, als Bester seiner Klasse. Und stieg nebenbei mit dem FC St. Pauli in die Bundesliga auf. „Es gab in dieser Zeit schon Momente, wo ich gedacht habe: Leckt mich doch am Arsch. Da hat mich Fußball angekotzt. Immer nur Fußball, Fußball, Fußball. Theorie, Praxis, Theorie, Praxis – Fußball rund um die Uhr“, klagte er direkt nach seiner Abschlussprüfung. „40 000 Kilometer und mehr bin ich in den elf Monaten mit meinem Auto gefahren. Man könnte sagen: Für meinen Fußballlehrer bin ich ein Mal um die Welt gedüst.“

Es hat sich gelohnt. Und dieses Gefühl hat auch Michael Wiesinger. Er weiß, was er alles getan hat für diesen Schein. Und nachdem das Kapitel Ingolstadt geschlossen war, konnte er sich mehr denn je auf seine schulischen Aufgaben konzentrieren. Ein gutes Gefühl. „Das war wie Studium. Das glaube ich zumindest, denn noch habe ich ja nicht studiert“, lacht er. „Wir hatten vier Hauptfächer: Sport-Psychologie, Sport-Medizin, Trainingswissenschaften und die Fußball-Lehre selbst. Diese Fächer wurden montags bis mittwochs ab 8 Uhr gelehrt, meistens im Theoriebereich. Einzig die Fußball-Wissenschaften, was Laktat-Messung, Sprinttest, Leistungsdiagnostik und so weiter beinhaltet, fanden gelegentlich auf dem Platz statt.“ Michael Wiesinger wirkt befreit, während er der tz einen Einblick in die Abläufe gibt.

Fast schon euphorisch geht nun ein anderer dieses Abenteuer an: Stefan Effenberg. Er sitzt gemeinsam mit Oliver Kahn, Jens Lehmann und Mehmet Scholl im Folgekurs in Hennef. „Ich möchte mich ab sofort voll darauf konzentrieren, habe viel mit Matthias Sammer gesprochen. Ich freue mich“, sagt er. Die Tatsache, dass in Deutschland die Tuchels und Dutts die Ausnahme sind und die Vereine gern auf die Arbeit von 66-Jährigen vertrauen, prallt an ihm ab. Trotz Trainerschein sieht er sich noch nicht auf der Trainerbank. „Ich möchte in erster Linie etwas lernen, das andere hat noch Zeit“, sagt er. Und fügt in echter Tiger-Manier an: „Ich will da auch nicht rumeiern, Priorität hat der Lehrgang! Ob ich das so mache wie Michael Wiesinger oder Markus Babbel? Nein, das tue ich mir nicht an.“

So wild feiern die Effenbergs

Stefan Effenberg zeigt sich mit seiner Claudia gerne in der Öffentlichkeit. Das Münchner Promi-Paar lässt es dabei gerne mal krachen oder lässt sich beim Show-Knutschen von den Fotografen ablichten. © Sigi Jantz
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Stefan Effenberg zeigt sich mit seiner Claudia gerne in der Öffentlichkeit. Das Münchner Promi-Paar lässt es dabei gerne mal krachen oder lässt sich beim Show-Knutschen von den Fotografen ablichten. © dpa
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Stefan Effenberg zeigt sich mit seiner Claudia gerne in der Öffentlichkeit. Das Münchner Promi-Paar lässt es dabei gerne mal krachen oder lässt sich beim Show-Knutschen von den Fotografen ablichten. © dpa
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Stefan Effenberg zeigt sich mit seiner Claudia gerne in der Öffentlichkeit. Das Münchner Promi-Paar lässt es dabei gerne mal krachen oder lässt sich beim Show-Knutschen von den Fotografen ablichten. © Sigi Jantz
Stefan Effenberg zeigt sich mit seiner Claudia gerne in der Öffentlichkeit. Das Münchner Promi-Paar lässt es dabei gerne mal krachen oder lässt sich beim Show-Knutschen von den Fotografen ablichten. © Sigi Jantz

Michael Wiesinger hat es getan. Erst mit der Doppelbelastung, dann mit Vollgas für den Kurs. Fußball-Theorie über den Büchern „mit diesem ständigen Prüfungsdruck im Nacken“, Fußball-Praktikum in Ingolstadt und dann bei seinem Kumpel Thorsten Fink in Basel. Seine Familie sah Wiesinger meist nur winken.

Wie es nun weitergeht, weiß der 38-Jährige noch nicht. Sicher ist: Michael Wiesinger fühlt sich sehr gut vorbereitet, ist fit für die Aufgaben im deutschen Fußball. Und was ihm möglicherweise noch an Erfahrung fehlt, dürfte er mit Belastbarkeit locker wettmachen. Das ist sein klares Plus gegenüber den alternden Rettungsankern…

Michael Knippenkötter

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