1. tz
  2. Sport
  3. FC Bayern

FC Bayern: Transferpolitik „ein Schlag ins Gesicht“ - Stiller spricht über Wechsel nach Hoffenheim

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Alexander Nikel

Kommentare

Angelo Stiller erhielt beim FC Bayern keine Chance.
Angelo Stiller erhielt beim FC Bayern keine Chance. © Sven Leifer

Seit der E-Jugend war Angelo Stiller beim FC Bayern. Im vergangenen Sommer wechselte er zur TSG 1899 Hoffenheim. In einem Interview nennt er Gründe für den Abgang.

München - Nach der Hinrunde der Drittliga-Saison 2019/2020 stand der FC Bayern II auf Tabellenplatz 15, nur zwei Punkte vor den Abstiegsplätzen. In der zweiten Saisonhälfte startete die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß einen Siegeslauf und holte damals sensationell die Meisterschaft. Einer der Erfolgsfaktoren dafür war Angelo Stiller*. Der Mittelfeldspieler wurde in der Winterpause aus der U19 zu den Amateuren befördert und fungierte in der Folge als Schlüsselspieler beim Aufsteiger und Sensationsmeister. Dennoch erhielt der damals 18-Jährige keine richtige Chance bei den Profis.

Mit Niklas Dosch hatte bereits ein weiterer Jugendspieler in der Vergangenheit die Jugendarbeit des FC Bayern stark kritisiert. Der 23-Jährige ist inzwischen U21-Europameister und Bundesligaspieler beim FC Augsburg. Bei Angelo Stiller lief es ähnlich. Statt auf ein Toptalent aus dem eigenen Nachwuchs zu setzen, verpflichtete der FC Bayern* in den letzten Zügen des Sommertransferfensters 2020 mit Marc Roca* und Tiago Dantas* zwei externe Spieler für Stillers Position: „Das war schon wie ein Schlag ins Gesicht“, blickt Stiller im Interview mit Sky zurück. Roca ist in dieser Saison noch ohne Einsatz und steht vor einem Abgang im Winter*. Dantas kehrte bereits im Sommer zu Benfica Lissabon zurück* und ist mittlerweile an CD Tondela verliehen.

Angelo Stiller: „Ich hätte mich gefreut, wenn man mit mir gesprochen hätte.“

„Ich habe damit gerechnet, dass ich die Chance oben bekomme und mittrainieren kann. Am letzten Tag habe ich dann von der Presse erfahren, dass Spieler verpflichtet wurden, die auf meiner Position spielen“, so Stiller weiter. „Da war ich natürlich geschockt und nicht glücklich drüber.“ Ein persönliches Gespräch mit der Führung des deutschen Rekordmeisters gab es deswegen nicht. Einen Vorwurf macht er den Münchnern aber trotzdem nicht: „Die haben auch einiges zu tun. Da können sie nicht jeden zur Seite nehmen und sagen: ‚Hey, so sieht‘s aus, so planen wir mit dir.‘ Aber trotzdem hätte ich mich gefreut, wenn man mit mir gesprochen hätte.“

Auch in der Abstiegssaison 2020/2021 der Amateure gehörte Stiller zu den wenigen Lichtblicken. Trotzdem kam er bei den Profis nur insgesamt 63 Minuten zum Einsatz und gehörte nicht einmal zum festen Trainingskader der ersten Mannschaft. Alle drei Spiele, in denen Stiller Einsatzzeit erhielt, waren ohne große sportliche Relevanz für den FC Bayern. Deshalb entschied sich das Eigengewächs frühzeitig für einen Wechsel zum Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim* und seinem ehemaligen Förderer Sebastian Hoenenß. Im Kraichgau gehört Stiller fest zum Profikader und hat bereits acht Spiele absolviert, sieben davon in der Startelf. Auch in der deutschen U21-Nationalmannschaft ist der 20-Jährige in der Mittelfeldzentrale gesetzt.

Trotz der Ausbootung beim FC Bayern wäre eine Rückkehr zu seinem Jugendklub für Stiller in Zukunft möglich: „Das wäre vorstellbar, ja.“ Derzeit sei das jedoch noch kein Thema: „Darüber mache ich mir ehrlich gesagt noch keine Gedanken. Ich habe jetzt noch ein paar Jahre in Hoffenheim. Ich fühle mich sehr wohl hier und freue mich einfach auf die nächste Zeit. Was kommt, das kommt. Was nicht, das nicht“, so Stiller. (Alexander Nikel) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare