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Beim FC Bayern rumort es - Paul Breitner versteht die Aufregung nicht

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Von: Jonas Austermann, Manuel Bonke

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Bayern München - Besiktas Istanbul: Sven Ulreich (l-r), Corentin Tolisso, Arjen Robben, Thomas Müller, Javi Martinez, Robert Lewandowski, Franck Ribery, Mats Hummels, Joshua Kimmich und David Alaba vom FC Bayern München jubeln nach dem Abpfiff.
Bayern München - Besiktas Istanbul Sven Ulreich (l-r), Corentin Tolisso, Arjen Robben, Thomas Müller, Javi Martinez, Robert Lewandowski, Franck Ribery, Mats Hummels, Joshua Kimmich und David Alaba vom FC Bayern München jubeln nach dem Abpfiff. © Matthias Balk/dpa

FC Bayern Trainer Jupp Heynckes demonstrierte mit seiner Aufstellung, dass er keine Rücksichten auf große Namen nimmt. Das hat Konfliktpotential. Bayern-Legende Paul Breitner sieht das anders.

München - Arjen Robben war nach dem 5:0-Achtelfinalerfolg sauer! Daran konnte auch die Tatsache nichts ändern, dass der FCB durch den Sieg über Besiktas in der CL bereits rund 71 Millionen Euro verdient hat. Der Oranje-Ehrgeizling stand gegen die Türken nicht in der Startformation. „Ich weiß auch nicht, warum ich nicht von Anfang an gespielt habe. Ich war sehr überrascht, aber mehr sage ich nicht dazu. Jedes Wort ist eins zu viel. Ich bin 34, ich genieße den Fußball, mache alles dafür. Dann willst du in solchen Spielen spielen“, schimpfte Robben.

Der Linksfuß war an diesem Abend nicht der Einzige, dem Heynckes das Startelf-Vertrauen entzog. Franck Ribéry saß ebenfalls nur auf der Bank, Nationalspieler Sebastian Rudy wurde sogar aus dem Kader gestrichen, genauso wie Juan Bernat und Thiago. Kapitän Thomas Müller erklärte: „Jeder Spieler denkt von sich selbst, dass er die beste Wahl ist, sonst wäre er nicht hier, sonst würde er in der Früh nicht aufstehen und zum Training kommen. Die extreme Situation ist für den Trainer nicht einfach und auch für die Mannschaft nicht.“ Ein Team, 22 Egos!

Bayern München - Besiktas Istanbul
Franck Ribery (l-r), Corentin Tolisso und Niklas Süle vom FC Bayern München wärmen sich auf der Bank unter einer Decke. © Matthias Balk/dpa

„Was gibt es schöneres für einen Trainer?“

Bayern-Legende Paul Breitner versteht die Aufregung nicht. Daran lässt er im Gespräch mit der tz keinen Zweifel: „Wo soll da ein Problem sein? Es könnte höchstens ein Luxusproblem sein, wobei ich das Wort nicht mag. Das ist in der heutigen Zeit dringend notwendig, um national und international die Rolle spielen zu können, die der FC Bayern spielen will. Dazu muss ich mir dieses Luxusproblem schaffen: Dass ich auf verschiedenen Positionen mindestens zwei gleichwertige Spieler habe. Was gibt es Schöneres für einen Trainer? So aus dem Vollen schöpfen können – davon träumt doch jeder!“

Was denkt Paul Breitner von Robben?

Im Fall der alternden Flügelzange „Robbéry“ vertritt der Weltmeister von 1974 ebenfalls eine klare Meinung: „Gerade erfahrene Spieler sind doch auch deswegen groß geworden, weil sie, egal wo, mit sehr guten Spielern um sich herum gespielt haben. Sie wissen, was notwendig ist, um beim FCB dauerhaft immer die Nummer eins sein zu können. Die können doch am besten einschätzen, dass irgendwann der Moment kommt, an dem sie nicht mehr die unangefochtene Nummer eins auf ihrer Position sind.“

„Das sind Einzelschicksale!“

Von den eingeschnappten Bayern-Profis erwartet Breitner, dass sie ihre Egos hinten anstellen: „Seien Sie mir nicht böse: Das sind Einzelschicksale, die an Gewicht verlieren, wenn es darum geht, die Spitze

Jupp Heynckes wird in den kommenden Wochen noch einige schwierige Entscheidungen treffen müssen – wenn alle Spieler fit bleiben.
Jupp Heynckes wird in den kommenden Wochen noch einige schwierige Entscheidungen treffen müssen – wenn alle Spieler fit bleiben. © dpa

zu halten und spitze zu sein. Wir haben zu meiner Zeit maximal 13 gleichwertige Spieler gehabt. Wenn wir den 14. oder 15. Mann gebraucht haben, dann hatten wir sofort einen Qualitätsverlust. Deswegen haben wir damals jedes Spiel 90 Minuten durchspielen müssen. Das hält aber ein zu kleiner Kader auf Dauer nicht durch. Mit den Möglichkeiten, die der FCB hat, ist er seit einiger Zeit endlich in der Lage, sich einen international konkurrenzfähigen Kader zu halten. Was andere Klubs schon länger machen konnten. Gerade deswegen ist Bayern auch so konstant immer an der europäischen Spitze.“ 

Arjen Robben stank seine Reservistenrolle gewaltig. Chefcoach Heynckes reagiert mit einer klaren Ansage.

Manuel Bonke, Jonas Austermann

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