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"Einen wie Götze hat der FC Bayern nicht"

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Teamkollegen nur beim DFB: Mario Götze (Mitte) und die Bayern-Spieler Bastian Schweinsteiger (l.) und Toni Kroos © sampics

München - Es scheint, als sei in Mario Götze ein Jahrhundert-Talent geboren. Ein Fußballer, der endlich wieder ein deutscher Weltstar werden könnte. Und der eigentlich auch dem FC Bayern gut zu Gesicht stehen würde.

Unglaublich! Sensationell! Fantastisch! Ganz Deutschland schwärmt von Mario Götze! Jogi Löw nennt ihn „genial“, er entzauberte Brasilien beinahe im Alleingang. Kein Mensch redet mehr von Brasiliens Super-Talent Neymar. Der wahre Super-Star ist ein 19-Jähriger aus Memmingen: Mario Götze.

Schon am vergangenen Samstag, zum Bundesliga-Auftakt gegen den HSV, riss das Mittelfeld-Juwel ganz Fußballdeutschland zu Begeisterungsstürmen hin. Franz Beckenbauer griff sogar ganz tief in die Komplimente-Schublade – und verglich Götze mit Weltfußballer Lionel Messi. Nun das Freundschaftsspiel gegen Brasilien. Und wieder zeigte Götze, zu welchen Leistungen er im Stande ist: Kaum vom Ball zu trennen, immer mit der richtigen Idee, dazu torgefährlich und mannschaftsdientlich. Resultat: Den Elfmeter vorbereitet, ein Tor selbst erzeilt. Stuttgart stand Kopf.

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Und auch der Bundestrainer ist begeistert. Und wundert sich manchmal selber darüber, wie sich der Jung-Star aus brenzligen Situationen befreit. „Er hat eine außergewöhnliche Orientierungsfähigkeit. Er sieht irgendwie auf alle Seiten, wo etwas ist. Wenn der Gegner ihn bedrängt, findet er immer Lösungen. Das sind die ganz einfache Dinge, die er richtig macht. Saubere Pässe, die sind richtig getimt, seine Ball-Annahme und -Mitnahme ist richtig gut“, sagte Löw. Er weiß: Götze hat Fähigkeiten, die ihn zu einem ganz besonderen Spieler machen. Löw: „Es sind die einfachen Dinge, die er genial macht.“ Motto: Genial einfach, einfach genial.

Es scheint, als sei in Götze ein Jahrhundert-Talent geboren. Ein Fußballer, der endlich wieder ein deutscher Weltstar werden könnte. Einer wie damals Beckenbauer, Müller oder Matthäus. ARD-Experte Mehmet Scholl ist sich ziemlich sicher: „Sein Weg führt zwangsläufig ganz nach oben.“

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Was am meisten Hoffnung macht: Götze gehört nicht zu den Fußballer-Typen, die sich an sich selbst berauschen und nach den ersten Lobeshymnen abheben. Ein ganz ruhiger, bodenständiger Junge, der sich wundert, dass ihn jeder fragt, warum er noch zu Hause bei seinen Eltern wohnt. Keine dicken Klunker, keine fetten Autos, keine Models. Nur Fußball. Eine Einstellung, die ihm auch auf dem Platz weiterhilft. Er braucht nicht die große Show, wichtig ist der Sieg. „Er kommt für mich ganz knapp hinter Iniesta und Xavi, die laufen auch immer so demütig über den Platz“, sagt Mehmet Scholl und stellt ernüchtert fest: „Einen wie ihn hat der FC Bayern nicht.“

Götze selbst bleibt cool: „Es war ein großartiges Erlebnis für mich. Ich bin einfach glücklich, wie es gelaufen ist. Ich wusste, ich würde die Chance bekommen und wollte sie unbedingt nutzen. Deswegen war ich vor dem Spiel sehr aufgeregt.“

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Eine Frage stellt sich noch: Warum haben sich die Bayern nicht um dieses Juwel bemüht? Wie Götze der tz gegenüber zugab, gab es im Sommer nicht einmal eine Anfrage. Für Philipp Lahm kein Problem: „Er ist ein sehr, sehr guter Spieler, mit unheimlichen Fähigkeiten. Aber jetzt muss er sich auf hohem Niveau beweisen. Abgesehen davon: Wir haben viele kreative Spieler: Kroos, Ribéry, Robben, Müller. Wir sind da gut ausgestattet. Gebrauchen könnten ihn die Bayern aber schon.“ Schlusswort Mehmet Scholl: „Jetzt muss man nur hoffen, dass er die richtige Frau wählt. Die kann einem ja auch im Weg stehen…“

Jan Janssen

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