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Kommentar zu Löw und Müller: Ein Gewinn für beide Seiten

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Von: Nico-Marius Schmitz

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Deutscher Meister 2021, FC Bayern Muenchen Thomas MUELLER (MÜLLER,Bayern Muenchen) vor dem Sky Mikrofon mit T-Shirt,Meis
Bald auch wieder bei der Nationalmannschaft: Thomas Müller. © LennartPreiss via www.imago-images.de

Nun also doch: Bundestrainer Joachim Löw will Thomas Müller für die Europameisterschaft nominieren.

Munchen - Im März 2019 hatte Löw Müller noch mitgeteilt, dass es für den Bayern-Star keine Zukunft in der Nationalmannschaft gibt. Dass der Bundestrainer nun einlenkt, ist ein Gewinn für beide Seiten, kommentiert Sport-Redakteur Nico-Marius Schmitz. 

11 und 19. Eigentlich könnte man den Kommentar nach diesen beiden Zahlen schon wieder beenden. Sie spiegeln nämlich die nach wie vor enorme Qualität des Thomas Müllers wider: Mit elf Toren und 19 Vorlagen baut der 31-Jährige seine ohnehin schon beeindruckende Bundesliga-Ausbeute in der aktuellen Saison weiter aus. 30 Torbeteiligungen in 30 Spielen. Die Frage ist doch, warum es überhaupt monatelang zur Diskussion stand, ob das Urgestein des FC Bayern bei der Europameisterschaft im kommenden Sommer mitwirken darf?

Elf Tore und 19 Vorlagen: Müller überragt weiter in der Bundesliga

Zur Erinnerung: Im März 2019 reiste Bundestrainer Joachim Löw an die Säbener Straße und teilte dem Bayern-Trio Jerome Boateng, Mats Hummels (aktuell bei Borussia Dortmund) und Müller mit, dass sie in den Planungen der Nationalmannschaft keine Rolle mehr spielen. Ganz zu schweigen davon, ob ein unangekündigter Besuch der richtige Rahmen für die Abfertigung dreier verdienter Weltmeister ist, sorgte die Entscheidung sportlich für Verwunderung. Löw sprach damals – ein Jahr nach der verkorksten WM 2018 – von einem „Neubeginn“. Der Neubeginn ohne die Führungsspieler verlief mehr als holprig, trauriger Höhepunkt war die 0:6-Abreibung für das DFB-Team durch Spanien vergangenes Jahr im November.

Das Unverständnis über die Ausbootung und anschließende Nichtbeachtung von Müller oder auch Hummels wurde immer größer. Nicht nur bei Experten – auch aktuelle Nationalspieler wie Toni Kroos oder Manuel Neuer zweifelten den Kurs des Bundestrainers an. Nun scheint Löw, der bekanntlich nach der EM in diesem Jahr zurücktritt, endlich einzulenken. Laut „Bild“ plant Löw bei dem Turnier vom 11. Juni bis 11. Juli mit Müller und soll den gebürtigen Weilheimer bereits angerufen haben.

Für Löw hat diese Entscheidung, das Einlenken nur Vorteile. Zum einen beweist der 61-Jährige, dass er an der von Aktionismus geprägten Ausbootung nicht um jeden Preis und starrsinnig festhält. Auf der anderen Seite erhöht ein Müller im Kader auch gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit, dass Löw im Sommer den erfolgreichen Abschied von der Nationalmannschaft feiern kann, den sich der Weltmeister-Coach von 2014 verdient hat.

Dass Müller auch in entscheidenden Spielen abliefert, hat er oft genug bewiesen. Aber viel wichtiger: „Radio Müller“ wird auch wieder die Rolle des Lautsprechers auf dem Platz übernehmen. Der bajuwarische Sympathieträger kann der Nationalmannschaft, mit der große Teile von Fußball-Deutschland zuletzt immer mehr fremdelten, wieder Leben einhauchen. Und wo wir schon dabei sind: Die Handynummer von Hummels findet Löw sicherlich auch noch in seinem Kontaktbuch ...

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