Euro in Corona-Zeiten

EM 2021 in München doch vor Fans? Uefa plant mit Zuschauern - vier Szenarien möglich

Die Münchner Allianz Arena, Stadion des FC Bayern, von innen.
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Die leere Münchner Allianz Arena. Das erste EM-Spiel ist für den 15. Juni 2021 geplant. Dann träfe die deutsche Nationalmannschaft auf Frankreich.

Die EM 2021 könnte offenbar doch vor Zuschauern ausgetragen werden. Die Uefa plant aktuell mit vier Szenarien - es bleiben allerdings offene Fragen.

  • Die Fußball-Europameisterschaft 2020 wurde coronabedingt um ein Jahr verschoben.
  • Das Turnier soll in zwölf Städten ausgetragen werden.
  • Nach wie vor besteht die Möglichkeit, vor Fans zu spielen.

München - Die Europameisterschaft sollte ein Fußball-Fest werden. Anlässlich des 60. Geburtstags des Turniers plante die Uefa, die europäische Fußballunion, den Wettbewerb im vergangenen Sommer in zwölf europäischen Städten auszutragen. Auch die Allianz Arena in München wurde als Spielort festgelegt. Aufgrund der Corona-Pandemie musste das paneuropäische Turnier jedoch verschoben werden.

EM 2021/München: Volle Allianz Arena? Uefa plant mit Zuschauern - vier Szenarien möglich

Aktuell plant man bei der Uefa, die Euro im Jahr 2021 zu spielen. Der Terminkalender der nationalen Ligen ist dementsprechend eng getaktet. Wie das Turnier im Sommer über die Bühne gehen soll, ist noch völlig unklar. Uefa-Präsident Alexander Ceferin sagte bereits vor einigen Wochen, die Ausrichtung des Wettbewerbs sei „für uns keine einfache Aufgabe. Unabhängig von der Pandemie.“

Die Austragungsorte der Europameisterschaft
London Wembley-Stadion90.562 Plätze
Rom Olympiastadion 72.689
MünchenAllianz Arena70.000
BakuOlympiastadion69.870
Sankt PetersburgKrestowski-Stadion69.501
BudapestNeues Nationalstadion65.000
BukarestArena Nationala55.600
AmsterdamJohan-Cruyff-Arena54.990
GlasgowHampden Park52.500
DublinAviva Stadium51.700
BilbaoSan Mamés50.000
KopenhagenParken38.190

EM 2021/München: Spiele vor Zuschauern? Uefa plant mit vier Szenarien

Ceferin selbst hätte einem paneuropäischen Turnier wohl auch nicht zugestimmt. Die Idee stammt noch von seinem Vorgänger, Michel Platini. Der Slowene steht nun allerdings federführend in der Verantwortung - und muss sich um die Organisation der Euro kümmern. Ein Thema, das dabei auch eine Rolle spielt, ist die Möglichkeit, vor Fans zu spielen.

Konkret plant die Uefa für die Zulassung von Zuschauern mit vier verschiedenen Szenarien. Mit den 12 Gastgeberstädten werde demnach die Möglichkeit voller Stadien ebenso erörtert wie beschränkte Kapazitäten. Eine Stadionausschöpfung von 50 bis 100 Prozent sehen die Uefa-Spitzen nach Informationen der ARD-Sportschau als „new normal scenario“ (neue Normalität) an. In diesem Fall wären Corona-Schnelltests sowie Maskenpflicht im Stadion obligatorisch. Außerdem könne es zum Ausschuss von internationalen Fans kommen. Möglich ist also, dass in einer Stadt nur einheimische Zuschauer zugelassen werden.

EM 2021/München: Viertes Szenario Geisterspiele - auch Spiele vor leeren Rängen denkbar

In einer dritten Möglichkeit wären 20 bis 30 Prozent gestattet, was wiederum mit verschiedenen Vorsichtsmaßnahmen verknüpft wird. Geisterspiele ohne Zuschauer bilden das vierte Szenario. Jeder Ausrichter werde nun gemeinsam mit der Uefa zwei bis drei potentielle Szenarien wählen und in den kommenden Wochen entsprechende Pläne entwickeln. Die Entscheidung darüber, in welchem Spielort welches Modell Anwendung findet, soll dann am 5. März fallen.

Laut der Sportschau sollen die Entscheidungen aus dem März, getroffen vor dem Hintergrund der dann aktuellen Corona-Situation, in gewisser Weise bindend sein: Eine spätere Öffnung der Arenen bei rückläufigen Corona-Zahlen sei nicht möglich, der umgekehrte Fall dagegen schon. Sollte sich die Pandemie-Lage an einem Spielort verschlechtern, könne die Zulassung von Zuschauern eingeschränkt werden.

Ob sich die Situation in den zwölf Austragungsorten in etwas mehr als drei Monaten entscheidend zum besseren wendet, bleibt offen. Aktuell ist die Corona-Lage in einigen Spielorten mehr als prekär - so auch in München. Die bayerische Landeshauptstadt kommt momentan auf eine Sieben-Tages-Inzidenz von 170,2 (Stand: 26. November).

EM 2021/München: Flickenteppich quer durch Europa - offene Fragen bis zum Start

Alles in allem scheint ein Flickenteppich unausweichlich. In einigen Stadien könnte vor Zuschauern gespielt werden, während die Ränge anderorts leer bleiben. Der Uefa-Vorstoß kann insgesamt dennoch als positiver Schritt in die richtige Richtung gewertet werden. Nun besteht zumindest die Möglichkeit auf das Stadionerlebenis.

Fraglich bleibt allerdings, warum Ceferin & Co. bereits im März über die Situation entscheiden wollen. Klar, die Uefa will Klarheit, aber was ist, wenn eine Stadt zum Stichtag aufgrund beispielsweise eines lokalen Ausbruchs knapp zu viele Corona-Fälle aufweist, zuvor (und womöglich auch danach) die Situation aber im Griff hat? Letztlich bleiben weiterhin viele offene Fragen. Und die Zeit wird immer knapper. Das Auftaktmatch der Euro steigt am 11. Juni 2021. (as)

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