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Butragueño im tz-Interview: "Bayern ist bei uns gefürchtet"

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Real Madrids Chefberater Emilio Butragueño im Gespräch mit tz-Reporter Lopez © Carmen Ferrero

Madrid - Real-Legende Emilio Butragueño spricht im tz-Interview über seine Liebe zum Fußball, über Real, das Verhältnis zum FC Bayern sowie über Jupp Heynckes und Manuel Neuer.

Sie nannten ihn „buitre“, den Geier. Emilio Butragueño (47) war in den achtziger Jahren der Top-Stürmer von Real Madrid, führte die Königlichen zu sechs Meisterschaften und zwei UEFA-Pokal-Siegen. Dass es der heutige Chefberater immer noch drauf hat, stellte er am Sonntag beim Legenden-Kick gegen den FC Bayern mit einem Tor unter Beweis. Mit der tz spricht Butragueño über seine Liebe zum Fußball, über Real und den ewigen Rivalen FC Bayern München!

Herr Butragueño, hat es Spaß gemacht, mal wieder gegen Bayern zu spielen?

Butragueño: Generell wieder zu spielen war ein Genuss. Der Fußball erlaubt es einem, sich selbst auszudrücken und Spaß zu haben. Und dann hatten wir mit dem FC Bayern einen Gegner, gegen den wir uns schon historische Duelle geliefert haben. Die Welt des Fußballs hat diesem Klub eine Menge zu verdanken. Der FC Bayern gehört zu den größten Vereinen der Geschichte. Dafür, dass sie uns jetzt bei diesem Spiel für den guten Zweck unterstützt haben, sind wir sehr dankbar. Das verstärkt nochmals die tolle Beziehung, die wir mir ihnen haben.

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Mit wem stehen Sie denn persönlich in Kontakt?

Butragueño: Wir gehören ja alle zur Fußballfamilie, aber mit Karl-Heinz Rummenigge habe ich immer schon eine tolle Beziehung gehabt. Das war schon so, als er noch bei Inter Mailand gespielt hat, und das ist auch heute noch so.

Der FC Bayern und Real Madrid sollen Freunde sein. Ist das wirklich so?

Butragueño: Ja! Wir haben so viele Spiele gegen sie gespielt, Siege und in den Siebzigern vor allem Niederlagen, und das hat dazu geführt, dass die Beziehung zueinander immer besser wurde. Zudem ist Rummenigge Präsident der ECA (European Club Asociation, d. Red.), was es nochmal verstärkt.

Auf dem Feld bleibt der FC Bayern aber Reals „schwarze Bestie“, oder?

Butragueño: Das war vor allem in der Vergangenheit so, weil sie uns einfach immer geschlagen haben. Ich glaube, dass wir sie erstmals Ende der achtziger Jahre geschlagen haben. Ab den neunziger Jahren war es dann ausgeglichen, da gab es sowohl Siege als auch Pleiten. Aber es stimmt: Der FC Bayern ist bei uns schon immer gefürchtet gewesen.

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Wie sehen sie die Bayern von heute? Gehören sie zur europäischen Elite?

Butragueño: Ohne Zweifel! Die Ergebnisse schwanken immer und hängen von vielen Faktoren ab, aber letztes Jahr sind sie zum Beispiel Meister, Pokalsieger geworden, und sind bis ins Finale der Champions League gekommen. Das zeugt von ihrer Stärke. Und sie haben erstklassige Spieler. Ribéry und Robben sind zwei davon – aber auch alle deutschen Nationalspieler. Sie sind der Gegner, gegen den man in der Champions League nicht spielen will, weil sie immer diese ungeheuerliche Siegermentalität an den Tag legen.

Bei Real Madrid finden sich immer mehr deutsche Spieler wie Mesut Özil oder Sami Khedira. Ist der deutsche Nachwuchs auf einem guten Weg?

Butragueño: Ich habe mich neulich mit Paul Breitner und Andreas Brehme darüber unterhalten, und auch sie sind sehr optimistisch, was die Zukunft angeht. Die deutsche Mannschaft hat sehr gute und vor allem junge Spieler, die Bundesliga ist eine Top-Liga, die Stadien sind immer voll und es gewinnt auch nicht immer die gleiche Mannschaft. Das alles hat der Nationalmannschaft sehr geholfen, was sie mit einer tollen Spielweise bei der WM in Südafrika nochmals bestätigt hat. Dieser Stil hat uns allen gefallen. Deutschland wusste immer schon, wie man gewinnt. Und durch diese jungen Spieler und ihre Art zu spielen, werden sie noch gefährlicher werden.

Beim FC Bayern übernimmt mit Jupp Heynckes nun ein ehemaliger Real-Coach das Ruder. Ein guter Trainer?

Butragueño: Er hat sehr viel Erfahrung und weiß, wie er das Maximum aus seinen Spielern herausholen kann. Und dadurch, dass er schon einmal Trainer beim FC Bayern war, kennt er den Klub und seine Organisation perfekt. In München setzen sie auch sehr viel Hoffnung in seine Verpflichtung. Das ist auch berechtigt, zumal er auch den Nachwuchs sehr stark fördert. Ich wünsche ihm und dem Klub nur das Beste.

Ein weiterer Neuzugang heißt Manuel Neuer. Der weltbeste Torhüter?

Butragueño: Ein Gewinner-Team fängt beim Torhüter an. Und das, was Manuel Neuer speziell im Hinspiel des Champions-League-Halbfinale gegen Manchester United gehalten hat, zeigt, dass er auf dem Weg ist, ein ganz Großer zu werden. Aber in meinen Augen bleibt Iker Casillas der beste Torwart der Welt.

Wenn Sie sich einen Spieler aus dem Team des FC Bayern für Real Madrid aussuchen könnten, wer wäre das?

Butragueño: Da gibt es schon den einen oder anderen, aber das kann ich hier leider nicht sagen…

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