Ab 1. Januar ist wieder "Basar"

Ende von Lewandowskis Eiertanz naht

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Robert Lewandowski und sein künftiger (?) Teamkollege Jerome Boateng im Champions-League-Finale 2013.

Berlin - Am 1. Januar öffnet das Wintertransferfenster in der Bundesliga. Nicht nur die Verkündung des längst erwarteten Wechsels von Robert Lewandowski dürfte für Spannung sorgen.

Am Neujahrstag beginnt auch für Robert Lewandowski die Zeit der guten Vorsätze. Einer dürfte sein, den Eiertanz um seine sportliche Zukunft zu beenden. Diesen Vorsatz könnte der polnische Nationalspieler theoretisch schon am 1. Januar erfüllen, denn mit der Öffnung des Wintertransferfensters ist es dem Stürmerstar von Borussia Dortmund erlaubt, offiziell mit anderen Klubs über einen Wechsel im Sommer zu verhandeln.

Dass das im Hintergrund über Mittelsmänner längst geschehen ist, zeigt, wie realitätsfern diese Regel des Weltverbandes FIFA ist. Und dass Bayern München das Rennen um den begehrten Mittelstürmer gemacht hat, gilt ebenfalls als offenes Geheimnis. Konkret äußern darf sich Lewandowski aber erst ab Mittwoch, also redete er noch ein letztes Mal um den heißen Brei herum.

„Ich weiß nicht, ob Bayern München oder Real Madrid. Aktuell bin ich ein Spieler von Borussia Dortmund“, sagte Lewandowski dem polnischen Fernsehsender Polsat Sport angesprochen auf seine Wechselambitionen. Madrid und München nannte Lewandowski aber die momentan „zwei weltbesten Klubs“.

Und diese beiden Spitzenvereine bemühten sich intensiv um die Dienste des im Sommer ablösefreien Top-Angreifers. Dem Vernehmen nach haben die Verantwortlichen von Real Madrid ihr Angebot sogar mehrfach erhöht, doch angeblich steht Lewandowski bereits seit Monaten beim deutschen Rekordmeister im Wort. Polnische Medien spekulieren über einen Vierjahresvertrag, der Anfang 2014 unterschrieben werden soll.

Die teuersten Transfers der Bundesliga-Geschichte

Geld regiert die Welt - und auch die Transfergeschäfte im Fußball. Klicken Sie sich durch die Rangliste der teuersten Bundesliga-Transfers (die Ablösesummen beruhen teilweise auf Schätzungen). © picture alliance / dpa
Shinji Kagawa: Der Japaner kam 2010 für 350.000 € zu Borussia Dortmund und wechselte nach zwei erfolgreichen Jahren für 16 Millionen € im Sommer 2012 zu Manchester United. © picture alliance / dpa
Luiz Gustavo: 16 Millionen € ließen sich die Wolfsburgern den Brasilianer, der beim FC Bayern kaum mehr zum Zug kam, im August 2013 kosten. © picture alliance / dpa
Evanilson (r.): Der Rechtsverteidiger wechselte im Zuge des komplizierten Amoroso-Deals zum FC Parma. Rund 17 Millionen Euro war er den Italienern wert. © picture-alliance / dpa/dpaweb
Luiz Gustavo: Wurde im Januar 2011 ohne das Wissen Ralf Rangnicks für 17 Millionen € nach München verkauft, Rangnick und Hoffenheim trennten sich kurz darauf. © picture alliance / dpa
Marco Reus: Als Borussia Dortmund im Januar 2012 den Wechsel von Marco Reus zur neuen Saison bekannt gab, hatten die Schwarz-Gelben das Tauziehen gegen den FC Bayern für sich entschieden und profitierten von Reus Ausstiegsklausel. 17,1 Millionen € erhielt Borussia Mönchengladbach. © picture alliance / dpa
Mesut Özil: Für 18 Millionen € wechselte Mesut Özil 2010 zu Real Madrid und erwies sich als richtiger Volltreffer für die Königlichen. © picture alliance / dpa
Nigel de Jong: 19 Millionen € spülte der Verkauf des Holländers an Manchester City im Januar 2009 in die Kassen des Hamburger Sportvereins; bis heute die höchste Ablöse, die der HSV je für einen Spieler bekommen hat. © picture-alliance/ dpa
Roy Makaay: Mit 19,7 Millionen € Ablöse war Roy Makaay 2003 der damalige Rekordeinkauf des FC Bayern. © picture alliance / dpa
Carlos Eduardo: Verließ die TSG Hoffenheim im Sommer 2010 für 20 Millionen € in Richtung Russland zu Rubin Kasan. © picture alliance / dpa
Emerson (l.): Wurde im Sommer 2000 vom AS Rom für umgerechnet 20 Millionen € von Bayer 04 Leverkusen losgeeist. © picture-alliance / dpa
Andre Schürrle (r.): 22 Millionen € mussten die "Blues" 2013 an Bayer 04 Leverkusen überweisen, um sich die Dienste des deutschen Nationalspielers zu sichern. © picture alliance / dpa
Kevin de Bruyne (Mitte): Mit dem jungen Belgier rüstet der VfL Wolsburg weiter auf. 22 Millionen € bezahlten die Wölfe im Januar 2014 für den belgischen Nationalspieler. © picture alliance / dpa
Manuel Neuer: Der Torwart wechselte 2011 unter lautstarken Protest vieler Bayernfans für 22 Mio € vom FC Schalke 04 an die Säbener Straße. © picture alliance / dpa
Arjen Robben: Der niederländische Flügelspieler wechselte 2009 für 24 Mio € von Real Madrid zu den Bayern. © picture alliance / dpa
Marcio Amoroso: Borussia Dortmund kaufte den Stürmer 2001 für 25 Mio € vom FC Parma. © picture-alliance / dpa/dpaweb
Owen Hargreaves (l.): Der ehemalige Münchner wechselte 2007 für eine Ablösesumme von 25 Mio € zu seinem Lieblingsclub Manchester United. © picture-alliance/ dpa
Thiago Alcantara (l.): Der Spanier folgte seinem Ex-Trainer Pep Guardiola 2013 für 25 Mio € von Barcelona an die Isar. © picture alliance / dpa
Franck Ribery: Der Flügelflitzer kam 2007 für 25 Mio € von Olympique Marseille zum FC Bayern. © picture alliance / dpa
Diego: Der offensive Mittelfeldspieler wechselte 2009 für 27 Mio € von der Bremer Weser nach Italien zu Juventus Turin. © picture-alliance/ dpa
Henrich Mchitarjan (r.): Der Götze-Ersatz kam 2013 von Schachtjor Donezk zum Championsleague-Finalisten Borussia Dortmund.  © picture alliance / dpa
Mario Gomez: Der Nationalstürmer kam 2009 für die damalige Rekordsumme von 30 Mio € vom VfB Stuttgart nach München. © picture alliance / dpa
Edin Dzeko: Der ehemalige Wolfsburger verließ den Werksclub 2010 und wechselte für 37 Mio. € zu Manchester City. © picture alliance / dpa
Mario Götze: Kaum ein Wechsel schlug derart hohe Wellen in den letzten Jahren als der Transfer vom Dortmunder Youngster zu den Bayern. 37 Millionen € überwies der FC Bayern nach Dortmund. © picture alliance / dpa
Javier Martinez: Der Baske ist der bis dato teuerste Transfer in der Bundesligahistorie. Bayern München überwies 40 Millionen € an seinen Heimatclub Athletic Bilbao.  © picture alliance / dpa
Toni Kroos
Toni Kroos: Der gebürtige Greifswalder wechselte nach dem WM-Sieg mit Deutschland im Juli 2014 vom FC Bayern zu Real Madrid. Angeblich 30 Millionen Euro soll der Transfer den Königlichen wert gewesen sein. © dpa

Dass der beste Torjäger der Hinrunde seinen Vertrag in Dortmund verlängert, gilt als ausgeschlossen. Der BVB wird aber wohl erst im Sommer einen Nachfolger verpflichten, Transfers im Winter sind beim Champions-League-Finalisten trotz der angespannten Personallage nicht geplant. „Ich rege mich ehrlich gesagt manchmal über die ganzen Besserwisser auf, die uns erzählen, unser Kader müsste noch breiter sein“, sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke der Bild-Zeitung.

Revier-Rivale Schalke 04 hat sich dagegen für die Rückrunde bereits verstärkt. Die Knappen leihen Defensiv-Allrounder Jan Kirchhoff von Bayern München für eineinhalb Jahre aus. Kirchhoff soll im defensiven Mittelfeld und in der Innenverteidigung zum Einsatz kommen und für mehr Stabilität sorgen. „Wir sind überzeugt, dass uns Jan weiterhelfen wird“, sagte Schalke-Manager Horst Heldt, der den Markt auch noch nach Stürmern sondiert.

Mittelfeldspieler Kevin de Bruyne dürfte für Schalke dagegen kein Thema mehr sein. Der Belgier steht aber nach wie vor auf den Wunschzetteln von Bayer Leverkusen und dem VfL Wolfsburg. Allerdings sind auch etliche ausländische Klubs wie Atletico Madrid an dem 22-Jährigen interessiert. Der frühere Bremer konnte sich zwar beim FC Chelsea unter Jose Mourinho nicht durchsetzen, gilt aber als herausragendes Spielmachertalent im europäischen Fußball.

Traditionell sind es eher die Kellerkinder der Liga, die in der Winterpause versuchen, mit Spielertransfers neue Impulse zu setzen. Vor allem bei Hannover 96 könnte der Nachfolger des entlassenen Mirko Slomka auf Neuzugänge drängen.

SID

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