Nach Startelf-Debüt für Manchester United

"Uninspiriert": Kritik an Schweinsteiger nimmt zu

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Bekommt er langsam Zweifel? Bastian Schweinsteiger wird nach seinem Wechsel zu Manchester United sehr kritisch beäugt.

Manchester - Die englischen Journalisten scheinen die Geduld mit Bastian Schweinsteiger zu verlieren. Nach seinem Startelf-Debüt für ManUnited gehen sie mit dem Ex-Bayern hart ins Gericht.

Bastian Schweinsteiger humpelte leicht, als er den Platz verließ, der Applaus der Fans war tosend. Dennoch wäre der deutsche Fußball-Weltmeister gut beraten, die englischen Zeitungen nach seinem Startelf-Debüt für Manchester United nicht bis ins Detail zu studieren. Ungeduld ist Teil der DNA bei vielen Sportjournalisten auf der Insel - und das bekommt auch Schweinsteiger langsam zu spüren. Nach dem enttäuschenden 0:0 gegen Newcastle United am 3. Spieltag wachsen die Zweifel an der Fitness des Mannes, der im WM-Finale 2014 das Spiel seines Lebens abgeliefert hatte.

„Er hat immer noch viel Klasse, aber nicht mehr die Beine, um ein Spiel zu dominieren“, schrieb die Daily Mail am Sonntag, „er war entweder nicht schnell oder nicht fit genug, um ein Matchwinner zu sein.“ Die Zeitungen pendelten sich auf der Notenskala von eins bis zehn bei einer Fünf für den Kapitän der Nationalmannschaft ein: „Solide, aber uninspiriert“, so lautete das gängigste Urteil.

59 Minuten lang durfte Schweinsteiger spielen, bis er gegen Michael Carrick ausgewechselt wurde. Zuvor war er einmal schmerzhaft umgeknickt. Es war Schweinsteigers längster Pflichtspieleinsatz für United, er hatte recht gute Passwerte und einige Balleroberungen, aber das Prädikat „halbwegs ordentlich“ (Telegraph) ist nicht das, was von einem Weltmeister mit dieser Vita erwartet wird.

Van Gaal über Schweinsteiger: "Vertraue ihm"

„Leider haben wir nicht gewonnen“, twitterte Schweinsteiger nach dem Abpfiff knapp und kündigte an, den Kampf um drei Punkte sofort fortzusetzen. Ansonsten wollte er nicht reden. Teammanager Louis van Gaal hatte das schon vor dem Anpfiff getan: „Bastian ist ein Weltmeister, aber das muss er auch beweisen. Ich vertraue ihm.“

Auf den 31-Jährigen wartet jedenfalls noch einige Arbeit - und wohl auch auf Fredi Binder. Der langjährige Physiotherapeut des FC Bayern ist nach Informationen der tz nun Schweinsteigers persönlicher Masseur in Manchester. Zumindest Sprunggelenke und Waden dürften nach dem Debüt in der Anfangsformation gezwickt haben.

Schweinsteiger soll weiter aufgebaut werden

Solide, überlegen und nicht besonders inspiriert: Das Urteil über Schweinsteiger ließ sich auch auf den Rest der Mannschaft übertragen. „Wir haben fantastisch gespielt“, sagte van Gaal zum Erstaunen vieler zwar, „nur das Ergebnis stimmt nicht“. Auch Wayne Rooney habe wieder getroffen, nur sei das Abseitstor des Nationalstürmers eben nicht gegeben worden.

Beim Thema Schweinsteiger wurde van Gaal einsilbiger. „Ich muss ihn aufbauen“, verkündete der Niederländer, deswegen sei der Einsatz auf 60 Minuten angelegt worden.

sid

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