Ex-Bayer analysiert die Bundesliga

"Entspannt ist anders!" Effe rät Pep zu mehr Gelassenheit

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Auf Betriebstemperatur: Pep Guardiola am Spielfeldrand.

München - In der Vorbereitung besuchte Sky-Experte Stefan Effenberg alle 18 Bundesliga-Vereine und unterzog sie "Effes Bundesliga Check". Bayern-Trainer Pep Guardiola sieht er in der Pflicht und hat einen Rat.

Knapp drei Monate ohne Bundesliga haben am Freitag ein Ende. Der Ball rollt endlich wieder, die DFL läutet die 53. Bundesliga-Saison mit einem Klassiker ein: Der Rekordmeister trifft auf den Dino, der FC Bayern empfängt den Hamburger SV. Zwei große Vereine, deren Ansprüche allerdings kaum anders sein könnten. Während die Münchner nach der historischen vierten Schale in Serie greifen, kämpfen die Hanseaten wieder gegen den Abstieg. „Die Entwicklung beim HSV macht mir Sorgen“, sagt Stefan Effenberg. Und der Sky-Experte muss es wissen. In der Vorbereitung besuchte er alle 18 Vereine und unterzog sie „Effes Bundesliga Check“. Im Kempinski Hotel Vier Jahreszeiten verriet der 47-Jährige am Dienstag, wie er die Klubs nach Gesprächen mit Spielern und Verantwortlichen einschätzt, was er ihnen zutraut. Der Tiger sprach über den BVB, dem er „ein Riesenpotenzial“ bescheinigt unter dem neuen Trainer Thomas Tuchel. Und auch über den VfL Wolfsburg, den Effenberg als härtesten Konkurrenten des FC Bayern um die Meisterschaft sieht – unter einer Bedingung. „Er ist der entscheidende Mann. Würden sie ihn verlieren, wäre es brutal schwierig“, sagte Effe mit Blick auf Topstar Kevin De Bruyne. Aber er geht davon aus, dass der Belgier dem VfL – zumindest vorerst – treu bleibt.

Stefan Effenberg zweifelt an Guardiola-Verbleib

Anders hatte sich der Ex-FCB-Star zuletzt über Bayern-Coach Pep Guardiola geäußert. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Guardiola nicht über 2016 hinaus Trainer des FC Bayern bleibt“, hatte Effenberg vor einigen Tagen gesagt – was dem Spanier überhaupt nicht gefiel. „Vielleicht weiß Effenberg, die große Legende des FC Bayern, mehr als ich. Ich werde ihn anrufen“, hatte Pep in einer Pressekonferenz genervt geantwortet. Taten ließ er aber nicht folgen, wie Effe am Dienstag erklärte. „Er kann mich aber jederzeit anrufen. Ich habe da kein Problem mit“, bot der Sky-Experte an. Die unklare Vertragssituation ihres Trainers lässt die Roten nach wie vor nicht zur Ruhe kommen – was für Effenberg nur logisch ist: „Das ist natürlich ein Thema, das die Bayern beschäftigt. Vor allem, wenn Guardiola sagt, er sei sich nicht sicher, der richtige Trainer bei Bayern München zu sein. Dann fängt man natürlich an zu spekulieren. Das hat mich schon überrascht.“

Pep Guardiola ist ein "Weltklassetrainer", aber...

An Guardiolas fachlichem Verständnis wollte er keine Zweifel aufkommen lassen. „Er ist ein Weltklassetrainer“, lobte Effe, riet dem spanischen Starcoach aber zu einem Schuss mehr Lockerheit. „Entspannt ist anders“, sagte der Champions-League-Sieger von 2001 über Peps Auftreten an der Seitenlinie. „Eine gewisse Anspannung“ sei unabdingbar, betonte er, „aber man muss auch ein Stück weit Gelassenheit zeigen.“ Die ist für ihn auch das einzig fehlende Puzzlestück für die Wiederholung des Triples: „Ich habe mit Hermann Gerland gesprochen, der sagte mir: Jupp Heynckes ist am Ende entspannter geworden. Früher war der Jupp ein bisschen anders, da habe ich ja auch noch unter ihm trainiert. Und wenn dieses Stück Gelassenheit reinkommt, die Mischung stimmt, dann kann es gar keinen anderen Verein als Bayern München geben, der das Triple holt.“ Denn vor allem in der CL sieht Effe Pep in der Pflicht: „Guardiola muss jetzt zeigen, dass er in der Lage ist, mit so einem Kader die Champions League zu gewinnen.“

sw

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