Erik Meijer analysiert Bayerns CL-Los

"Eigentlich spielt an dem Abend Barca gegen Barca"

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Erik Meijer.

München - Der FC Bayern trifft im Champions-League-Halbfinale auf den FC Barcelona. Sky-Experte Erik Meijer hat das Los für die tz analysiert - und mehrere Pluspunkte für die Roten gefunden.

Zum Glück braucht man manchmal nicht viele Worte, um einen klaren Sachverhalt einfach auf den Punkt zu bringen. Eine Tatsache, die dem Katalanen Pep Guardiola am Freitag sehr entgegen kam. „Barcelona sind die Besten“, sagte der Trainer des FC Bayern. Treffender kann man es auch nicht ausdrücken, wenn man mit der deutschen Sprache aufgewachsen ist. Auf diese Besten trifft der deutsche Rekordmeister nun im Halbfinale der Champions League. Das Hammerlos des Tages! Und „wieder so eine Geschichte, die der Fußball da schreibt“ (Sammer). Vor zwei Jahren gab es dieses heiße Fußball-Duell zuletzt, fernab der romantischen Fußballgefühle haben sich die Dinge aber natürlich verändert, Barcelona hat sich verändert. Sky-Experte Erik Meijer hat die Entwicklung für die tz analysiert, der Holländer sagt: „2013 ist es eine Phase gewesen, in der Barça ein wenig den Fuß vom Gas genommen hatte, nicht mehr so präsent war, wie man es von ihnen kannte. Die Mannschaften links und rechts konnten ihnen ganz gut ein paar Punkte abnehmen.“

Heute sieht das wieder ganz anders aus. Meijer: „Dadurch, dass mittlerweile Neymar und Suarez dazugestoßen sind, gibt es viel mehr Möglichkeiten in der Offensive. Und nebenbei baut die Mannschaft das Mittelfeld noch um. Ivan Rakitic kriegt dort eine immer wichtigere Rolle – und die altgedienten Stars wie Iniesta und Xavi kommen langsam in die Phase, in der sie nicht mehr jedes Spiel machen. Das sind die auffälligsten Themen bei Barça. Was mir außerdem auffällt: Das Team kassiert sehr wenig Gegentore. Sie hat so viel Ballbesitz, dass dem Gegner offenbar keine Zeit für ein Tor bleibt.“

Dieses auf Ballbesitz und Kontrolle ausgelegte Spiel ähnelt stark dem Auftreten des FC Bayern. Oder wie Meijer sagt: „Eigentlich spielt an dem Abend Barca gegen Barca.“

Alles in allem ist der FC Barcelona im Jahr 2015 wieder der harte Brocken, der er schon vor ein paar Jahren war. Wie man den knacken kann? Meijer hat in der tz-Analyse Punkte gefunden, die den Roten Mut machen dürften.

Pluspunkt Porto-Spiel:

„Im Viertelfinale gegen Porto hat man sich aufseiten der Bayern das Selbstvertrauen geholt, das man in dieser Phase der Champions League braucht. Und mehr noch: Man hat Europa gezeigt, was für ein Rückgrat der FC Bayern hat. Wenn man nach einer 1:3-Niederlage so zurückkommt, dann macht das Eindruck. Es ist ein entscheidender Vorteil, dass Bayern zunächst auswärts antritt!“

Pluspunkt Psyche:

„Mit dem FC Barcelona hat Bayern einen Gegner bekommen, der in dieser Saison der Topfavorit auf den Titel ist. Und damit ist Bayern vielleicht das erste Mal so etwas wie der Underdog. In dieser Rolle sind sie nicht oft, aber sie gefällt ihnen.“

Pluspunkt Pep:

„Wenn einer den Schlüssel für den Erfolg schon in der kaputten Hose hat, dann Pep Guardiola. Er weiß ja, wie es da aussieht, wie Barca funktioniert. Und wo in dem System, das er über Jahre selber gespielt hat, die Schwachstellen liegen.“

Für Meijer wäre es nicht mal ein großer Nachteil, sollten die Superstars Ribéry und Robben nicht dabei sein können. Das war im ersten Spiel gegen Porto ein Problem, danach hatte der Trainer eine Lösung für ein System ohne die beiden gefunden. Meijer: „Das war sehr kreativ und fintenreich. Im Halbfinale wird Barcelona wohl etwas mehr Ballbesitz haben. Vielleicht kann Bayern mit einer raffinierten Art und Weise davon profitieren.“

mic

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