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FC Bayern: Rekordmeister? Rekordverkäufer! Brazzo und Co. sorgen für Top-Wert bei Transfer-Einnahmen

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Von: Manuel Bonke, Philipp Kessler

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Robert Lewandowski, nun im Barca-Trikot.
Robert Lewandowski, nun im Barca-Trikot, brachte dem FC Bayern eine lukrative Summe ein. © picture alliance/dpa/AP/Joan Monfort

Dank wohl durchdachtem Transfer-Management kann der FC Bayern mit einem Einnahmen-Rekordwert rechnen. Nicht nur der Lewandowski-Wechsel war äußerst lukrativ.

München - Auf beinahe jedem Bild nach seiner Ankunft in Südspanien zeigt Tanguy Nianzou (20) den rechten Daumen nach oben. „Ich bin sehr glücklich“, sagte der Franzose nach dem überstandenen Medizincheck über seinen Wechsel zum FC Sevilla. Beim Rekord-Europa-League-Sieger erhält er einen Vertrag bis 2027, die Rückennummer 14 – und hoffentlich die für seine Entwicklung dringend benötigte Spielpraxis. Im Gegenzug bekommen die Bayern dem Vernehmen nach 16 Millionen Euro garantierte Ablöse für ein Abwehr-Juwel, das sie 2020 ablösefrei von Paris Saint-Germain verpflichten konnten, es im Münchner Starensemble aber seitdem nur auf neun Startelfeinsätze brachte. Die Summe kann dank erfolgsabhängiger Bonuszahlungen sogar auf bis zu 20 Mio. Euro anwachsen. Zudem hat sich der deutsche Rekordmeister eine Rückkaufklausel und eine finanzielle Beteiligung an einem möglichen Weiterverkauf gesichert.

FC Bayern konnte aus Alaba, Boateng, Süle und Thiago lernen

Ein starker Deal für den FC Bayern und der beste Beweis, dass die Verantwortlichen um Sportvorstand Hasan Salihamidzic (45) nicht nur Weltstars nach München locken, sondern mittlerweile Spieler auch zu super Preisen verkaufen können. Das war in den vergangenen Jahren nicht immer so. Beispielsweise wechselten David Alaba (30/Real Madrid), Jérôme Boateng (33/Lyon) oder Niklas Süle (26/Dortmund) ablösefrei, Thiago (31) wurde 2020, ein Jahr vor Vertragsende, als Leistungsträger für eine vergleichsweise kleine Summe von 22 Mio. Euro an den FC Liverpool abgegeben.

Fakt ist: Für die Deals im aktuellen Transfersommer bekommen die Bayern-Bosse viel Lob. Nach tz-Informationen nimmt auch der Aufsichtsrat den Wandel von Salihamidzic und Co. zu Top-Verkäufern wohlwollend wahr. Kein Wunder. Robert Lewandowski (33) wurde nach langem Tamtam für 45 Mio. Euro zum FC Barcelona transferiert. Rekord-Verkauf für den Rekordmeister. Neben Nianzou wurden auch weitere Ergänzungsspieler wie Marc Roca (25/für 12 Mio. Euro zu Leeds), Omar Richards (24/für 8,5 Mio. Euro zu Nottingham Forest) und Chris Richards (22/für 12 Mio. Euro Crystal Palace) zu lukrativen Preisen verkauft. Die Talente Lukas Mai (22/für 1,6 Mio. Euro zu Lugano), Christian Früchtl (22/für 500 000 Euro zu Austria Wien), Ron-Thorben Hoffmann (23/für 300 000 Euro zu Braunschweig) und Christopher Scott (20/für 1,4 Mio. Euro zu Royal Antwerpen) fanden auch Abnehmer.

FC Bayern erzielt Einnahmen-Rekordwert

Stürmer Joshua Zirkzee (21/Vertrag bis 2023) und Rechtsverteidiger Bouna Sarr (30/Vertrag bis 2024) sollen noch abgegeben werden. Den Niederländer, für den die Bayern angeblich rund 15 Mio. Euro garantierte Ablöse aufrufen, haben unter anderem der VfB Stuttgart, Gladbach und Belgien-Klub Anderlecht auf dem Zettel. Für den senegalesischen Nationalspieler gibt es bislang keine Angebote – was in der Vergangenheit immer wieder aufkommenden Patellasehnen-Verletzungen geschuldet ist.

Stand jetzt, haben die Bayern diesen Sommer ohne Boni 137,5 Mio. Euro ausgegeben und 97,3 Mio. Euro eingenommen. Bestwert auf der Einnahmenseite. Zum Vergleich: Im bisherigen Rekordjahr 2018 hat der FCB für Douglas Costa (31/damals zu Juventus), Arturo Vidal (35/damals zu Barca), Sebastian Rudy (32/damals zu Schalke), Juan Bernat (29/damals zu PSG) und Sandro Wagner (34/damals zu TJ Teda) 84 Mio. Euro bekommen.

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