Vor der zehnten Saison bei Bayern

Der ewige Wettkämpfer: Robben wird seinen Platz nicht kampflos räumen

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Hohe Ziele: Arjen Robben (r.) will in der neuen Saison bei den Bayern wieder eine tragende Rolle spielen.

Arjen Robben ist 34 und geht in seine zehnte Saison beim FC Bayern. Der Klub hat längst einen Generationenwechsel eingeleitet. Doch so leicht wird der Niederländer keinem Jüngeren weichen.

München – Das Leben eines Fußballers ist nicht halb so glamourös, wie es sich ein Fan gerne vorstellt. Zumindest nicht in dieser Phase der Saison, wo es einzig und allein darum geht, sich in Form zu bringen für eine lange, zehrende Saison, dessen entscheidende Wochen noch weit in der Ferne liegen. Und vor allem nicht, wenn man Arjen Robben heißt.

Der Alltag des Niederländers ist momentan nicht nur ziemlich unglamourös, er ist auch sehr überschaubar strukturiert: „Essen, trainieren, essen, schlafen, trainieren, essen, schlafen.“ Seine Frau sehe er kaum noch, klagte der Flügelstürmer des FC Bayern am Freitag, unterschlug dabei allerdings ein Detail. Am Donnerstag zum Beispiel verbrachte er eine Menge Zeit in der Nähe seiner Frau. Bernadien Robben sah ihrem Mann beim Training zu.

Solche Phasen, in denen das Privatleben zurückstehen muss, sind für Fußballprofis völlig normal. Und ein Spieler wie Robben, der auch mit 34 Jahren noch einer der Schnellsten, der Fittesten und ganz sicher der Ehrgeizigsten im Bayern-Kader ist, weiß besonders gut, wie bedeutsam die ersten Wochen nach den Ferien sind. „Wenn wir uns jetzt voll reinhängen, werden wir auf jeden Fall sehr fit sein.“

Das „Wir“ bezieht sich in diesem Fall auf jene Profis, die schon seit elf Tagen im Training sind, weil sie entweder nicht in den WM-Kader ihres Landes berufen wurden oder mit ihrer Auswahl bereits in der Qualifikation scheiterten. So wie Robben. Im Herbst, als die anderen Nationen sich auf den Sommer in Russland freuten, strauchelte er mit den Niederländern und trat aus der „Elftal“ zurück. Als es im Juni dann in Russland losging, war er körperlich und geistig ganz woanders. Im Bali-Urlaub, versichert er, habe er drei Wochen lang die WM komplett ausgeblendet. Irgendwann bekam er von einem Freund eine SMS mit dem Hinweis, er werde seine Bayern-Kollegen früher als erwartet wiedersehen. Frau Robben recherchierte daraufhin erst mal das Ergebnis der deutschen Mannschaft gegen Südkorea im Internet.

Neuzugang Serge Gnabry ist der legitime Nachfolger von Arjen Robben auf dem FCB-Flügel.

Robben und Gnabry: Ärgster Rivale oder Mentor?

Wenn die Müllers, Boatengs und Kimmichs demnächst wieder zur Mannschaft stoßen, wird sie ein Mitspieler empfangen, für den die Saison längst wieder begonnen hat. Das Leben als Fußballer ist für Arjen Robben ein ewiger Wettbewerb. Seit Jahren bekommt er in München nur noch Ein-Jahres-Verträge, den aktuellen unterschrieb er erst Mitte Mai, quasi auf den letzten Drücker. Daraus aber zu schließen, dass die kommende Saison seine zehnte und letzte in München sein wird, wäre voreilig. „Was ich spüre, ist, dass ich auch mit 34 noch richtig fit bin“, beteuert er. Es klingt wie eine Kampfansage. Auch als zweitältester Spieler im Kader (nach Franck Ribery/35) hält Robben herzlich wenig davon, Jüngeren den Vortritt zu lassen. Wer ihn verdrängen will, der soll sich gefälligst anstrengen. Genau so funktioniert Profisport schließlich.

Als die Bayern am ersten Trainingstag ihren Neuzugang Serge Gnabry vorstellten, formulierte Sportdirektor Hasan Salihamidzic den Wunsch, dass der Flügelstürmer, der aus Hoffenheim zum Rekordmeister wechselte, in der Nationalmannschaft „sicher bald eine große Rolle spielen“ werde. Allgemein wurde das so gedeutet, als wäre Gnabry auf der Rechtsaußen-Position künftig der Hoffnungsträger. Für Robben bliebe in diesem Fall die Rolle des Stellvertreters. Oder, was für ihn aber auch nicht besser klingt: des Mentors.

Der Niederländer macht hingegen eine ganz andere Rechnung auf. Wenn er jetzt hart genug an seiner Fitness arbeite, helfe ihm das, „weg von Verletzungen zu bleiben“, was wiederum seiner Präsenz im Bayern-Spiel zugute käme: „Ich hoffe, eine wichtige Rolle zu spielen in der nächsten Saison.“ Wichtig, das heißt für ihn: Auf dem Platz.

Übrigens: Arjen Robben hat beim FC Bayern zahllose Teamkollegen erlebt. Von einem ehemaligen Mitspieler schwärmt der Niederländer nun in höchsten Tönen – mit Hintergedanken?

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