Interview

Ex-Bayern-Profi Sergio: „Die Kälte hat uns gut getan…“

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Ex-Bayern Profi Paulo Sergio.

Ex-Bayern Profi Paulo Sergio ist Südamerikaner. In seiner Spielerzeit musste der Champions-League-Sieger und Weltmeister im Winter bei Minus 20 Grad trainieren. Im Interview verrät er, ob ihm das Samba im Blut gefroren ist. 

München - Von solchen Bedingungen konnten ehemalige Bayern-Spieler nur träumen: 25 Grad, Sonnenschein und ein kühler Wüstenwind. So bereiten sich die FCB-Kicker im Trainingslager in Katar auf die Rückrunde vor. Im tz-Interview blickt Champions-League-Sieger und Weltmeister Paulo Sergio auf seine Erlebnisse in der Winter-Vorbereitung zurück.

Paulo, heutzutage bereiten sich die Spieler bei Sonnenschein in Katar auf den zweiten Saisonabschnitt vor.­ Neidisch?

Paulo Sergio: Es ist eben eine andere Zeit. Früher sind wir im tiefsten Winter zur Vorbereitung auch noch teilweise in die Schweiz gefahren. Wie kalt es da war, muss ich Ihnen nicht erzählen. Ich persönlich bin der Meinung, dass sommerliche Verhältnisse ganz andere Fußball-Kräfte entfachen. Aber soll ich Ihnen etwas sagen?

Ja?

Sergio: Bei Schnee und Kälte trainieren hat uns Südamerikanern früher irgendwo gut getan. So konnten wir uns an den deutschen Winter gewöhnen. Trotzdem habe ich damals bereits vorgeschlagen, die Rückrunden-Vorbereitung in Brasilien zu machen. Das hat aber keiner so wirklich ernst genommen (lacht).

Welches Winter-Erlebnis ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Sergio: In München haben wir einmal bei minus 20 Grad trainiert. Das war Wahnsinn, da ist sogar mir der Samba im Blut gefroren. Ich kann Ihnen gar nicht mehr sagen, wie viele Schichten Kleidung ich genau getragen habe.

Haben Sie auch mal eine Schneeballschlacht angezettelt?

Sergio: Wenn wir konzentriert trainiert haben, war danach Zeit für Späße. Aber Oliver Kahn oder Stefan Effenberg hast du lieber keinen Schneeball an den Kopf geworfen…

Schnee statt Sand: Oliver Kahn 2003 in Marienfeld.

Apropos gute Zeit: Die erleben ein paar Südamerikaner im Bayern-Dress. Arturo Vidal blüht unter Jupp Heynckes wieder auf – und James Rodriguez ruft sein enormes Potenzial regelmäßig ab.

Sergio: Jupp Heynckes ist wie Ottmar Hitzfeld. Er geht einfach super mit allen um, nicht nur mit den Südamerikanern. Wenn es den Spielern gut geht, machen sie alles für ihren Trainer.

Nur Ihr Kumpel Rafinha ist momentan nicht so glücklich in München und wäre bereits gerne im Winter gewechselt.

Sergio: Bei Rafinha merkt man einfach, dass er wieder heim nach Brasilien möchte. Darum lege ich mich fest: Wenn er den FCB verlässt, dann nur in Richtung Brasilien! Es gibt sehr viele Mannschaften hier, die ihn gerne hätten.

Er hat unter Heynckes 2013 die Champions League gewonnen. Was trauen Sie den Bayern diese Saison in Europa zu?

Sergio: Sie haben gegen Paris im Rückspiel gezeigt, dass sie auch heuer wieder eine Rolle spielen können. Europa ist gewarnt!

Wie gefällt Ihnen Neymar bei PSG?

Sergio: Es war ein Fehler, nach Paris zu wechseln. Neymar wollte die Nummer eins in Barcelona sein. Aber da gibt es jemanden wie Messi – und Neymar ist noch sehr jung. Er hätte noch genügend Zeit gehabt.

Douglas Costa wollte sich beim FC Bayern auch nicht mehr hinten anstellen und ist zu Juventus Turin gewechselt.

Sergio: Das ist das nächste Beispiel. Er hätte länger beim FCB bleiben sollen. Die Jungs heute sind einfach zu ungeduldig. Er wollte immer mehr spielen, aber vor ihm waren Spieler wie Ribéry oder Robben. Das sind Bayern-Legenden! Seine Zeit wäre bestimmt gekommen, wenn er sich an Deutschland und die Bundesliga noch länger gewöhnt hätte.

-7 graus #icesnowfootball hoje é só o começo do torneio.

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Manuel Bonke

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