Ton im FIFA-Skandal wird rauer

Ex-Blatter-Berater geht auf die Bayern los

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Guido Tognoni, ehemaliger FIFA-Mediendirektor, in der ARD-Talkreihe "Günther Jauch".

München - Der ehemalige FIFA-Vize Jack Warner hat im Skandal um den Weltverband scharf gegen Joseph Blatter geschossen. Und Blatters Ex-Berater den FC Bayern attackiert.

Ab jetzt wird auch der Ton rauer… Der wegen Betrugs, Geldwäsche und Bestechung unter Verdacht stehende Ex-FIFA-Vize Jack Warner sucht bei seiner Verteidigungsstrategie die Flucht nach vorn und hat im Skandal um den Weltverband scharf gegen Joseph Blatter geschossen. „Keiner hat so viel Schande über die FIFA gebracht“, sagte Warner im Gespräch mit dem stern. Fragen nach korrupten Aktionen von Blatter ließ Warner unbeantwortet, allerdings monierte er, dass nach derzeit bekanntem Stand weder gegen den Schweizer noch gegen andere Funktionäre in Europa und Asien Ermittlungen laufen würden.

Sicherlich ein Problem, aber nicht das einzige. In der Debatte um den Zustand der FIFA hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière einen weiteren Misstand benannt: Für ihn bestehe dringender Bedarf, das Wahlsystem zu reformieren. Es sei ein Problem, „dass dort jedes Land eine Stimme hat, obwohl die fußballerische Bedeutung der Länder unterschiedlich ist.“ Im DFB sei das anders, da hätten große Landesverbände mehr Stimmen als kleine. Doch: „Je unbeweglicher ein Verband ist, umso schwieriger sind auch Reformen durchzuführen, die jetzt allerdings dringend nötig sind“, sagte de Maizière.

Geändert wurden bislang aber nur einige Richtlinien für die Vergabe von Weltmeisterschaften. Über diese will die FIFA am 11. Juni informieren, wie Verbandssprecher Alexander Koch bei Günther Jauch am Sonntagabend erklärte. Allerdings würden die bereits an Russland und Katar vergebenen Turniere (2018 und 2022) davon nicht betroffen sein – was wiederum für heftige Kritik in der Runde sorgte.

Ex-Blatter-Berater Guido Tognoni geht auf Bayern los

Insbesondere die Vergabe an Katar, das durch menschenrechtsverletzende Arbeitsverhältnisse in die Schlagzeilen geraten ist, wurde heftig diskutiert. Da half auch die Erklärung Kochs kaum, dass Blatter bei der damaligen Abstimmung nicht für Katar votete. Bei Jauch wurde auch der deutsche Rekordmeister ins Spiel gebracht – von Ex-Blatter-Berater Guido Tognoni. Er sagte zu den Aufklärungsfilmen der ARD-Reporter im Nahen Osten: „Warum fliegen Sie so weit bis dorthin? Warum gehen Sie nicht nach München und fragen Bayern München: Warum geht ihr jedes Jahr nach Katar ins Trainingslager? Das wäre die einfachste Möglichkeit, da mal etwas zu bewegen! Wenn es schon so schlimm ist in Katar, warum muss Bayern München jedes Jahr dahin fahren?“

mic

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