Real vergötterte ihn!

Experte: So tickt Carlo Ancelotti

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Carlo Ancelotti.

München -  In der tz-Experten-Kolumne schreibt der Sport-Journalist und Real-Experte Alvaro de la Rosa über Carlo Ancelotti.

„Ein großer Trainer und eine unglaubliche Person. Ich hoffe, dass wir kommende Saison zusammenarbeiten!“ So äußerte sich Cristiano Ronaldo

zu Carlo Ancelotti

nach dem letzten Spiel der Saison 2014/15 auf Twitter. Der Satz muss in seinem Kontext betrachtet werden. Der Klub tat bereits über Lautsprecher kund, dass Carletto (sein Kosename) nicht weitermachen würde und der Star rebellierte. Es war eine Kampfansage – vor allem wenn man bedenkt, dass nur wenige Fußballer sich so demonstrativ vor einen Trainer (das schwächste Glied des Spiels) stellen. Aber es war keine persönliche Angelegenheit Cristianos. Sämtliche Kabinen-Schwergewichte sprachen sich für den Verbleib des Trainers aus, bevor Florentino Perez sich dazu entschloss, Real „einen Impuls zu geben“ und Ancelotti zu entlassen. Während seines Abschieds in der Kabine hatte der Trainer die ein oder andere Träne im Gesicht und seine Spieler verabschiedeten ihn unter großem Beifall.

Ich erzähle Ihnen diese Geschichte, weil sie einem vor Augen führt, wie

Alvaro de la Rosa, Real-Experte bei AS

Ancelotti in Madrid war. Er war ein Trainer, der nicht nur die schwierigste Kabine der Welt gezähmt, sondern es obendrein noch geschafft hat, dass diese Mannschaft ihn vergötterte. Der Italiener gehört jener Trainerschule an, die nicht allzu viel von der Peitsche hält. Während seiner Zeit bei Parma und Reggina traf er sich mit seinen Spielern zum Pizza essen. Und als er dann zu Madrid kam, verschwand der militärische Mourinho-Ton und machte Platz für gute Laune. In Spanien wurde ihm mal vorgeworfen, er sei zu lasch mit seinen Spielern, doch der Coach nahm es mit Ironie: „Mit dieser Nachgiebigkeit habe ich dreimal die Champions League gewonnen.“ Er wurde zudem für eine Verletztenplage schuldig gemacht, die unter Benitez andauert. Seine Nähe hat nicht jedem gefallen, aber fest steht, dass er perfekt zu jedem großen Klub der Welt passen würde, und Bayern ist einer davon.

Alvaro de la Rosa, Real-Experte bei AS

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