Ancelotti löst bald Pep ab

Experten-Kolumne: Carletto – ehrlich und bescheiden

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Pep Guardiola wird bald von Carlo Ancelotti abgelöst.

München - In seiner tz-Experten-Kolumne schreibt Mirko ­Calemme (Tuttonapoli) über den bescheidenen Carlo Ancelotti, der auch eine künstlerische Seite hat.

Carlo Ancelotti war immer ein Gewinner, nicht nur als Coach. Seine Bestimmung war es, Titel zu holen, das wurde schon klar bei seiner Karriere als Spieler. 1959 in der Emilia Romagna geboren, begann sein Abenteuer in der Welt des Fußballs mit 16 in Parma, später in Rom und bei Milan. Er war ein Mittelfeldspieler mit herausragendem Talent, immer ein Protagonist, trotz der Verletzungen, die er hatte. Auf dem Platz hat er fast alles gewonnen.

Mirko ­Calemme, Tuttonapoli

Dieses Talent hat er als Trainer auf die Bank mitgenommen. Nach einem unbefriedigenden Start bei Juve (Ancelotti: „Ein Klub, den ich nie geliebt habe und wohl nie lieben werde“) wurde er nach seiner Rückkehr zu Milan zu einem der am meisten bewunderten Trainer der Welt. Die Italiener glauben heute, dass er zu groß ist, um in der Serie A zu arbeiten. Seine Berufung ist es, bei den bedeutendsten Klubs der Welt zu sein. Chelsea, Paris St. ­Germain, Real Madrid und jetzt Bayern.

Aber Carletto ist immer bescheiden, aufrichtig, ehrlich – das ist sein größter Vorzug, deshalb lieben ihn die Spieler. Als Florentino Perez ihn bei Real feuerte, protestierten alle Stars dagegen. Seine Bodenständigkeit ­reflektiert sich auch in seiner Leidenschaft: Essen. Carletto liebt die Küche von Bella Italia, und er ist ein exzellenter Koch. Er sagte einmal: „Um glücklich zu sein, brauche ich nur genug Brot und Salami.“

Und er hat eine künstlerische Seite. ­Ancelotti liebt das Schlagzeug, und wir werden ihn in diesem Jahr in Star Trek Beyond ­sehen. Er spielt einen Arzt und besucht einen Außerirdischen. Die Zusammenarbeit entstand durch seine zweite Frau Mariann ­Barrena McClay und deren Freundschaft zu Schauspielerin Zoe Saldana.

Carlettos Lieblingsstadt ist bisher London. „Da konnte ich in Ruhe herumlaufen, niemand belästigte mich.“ Aber er liebt die Herausforderung – und wie die Geschichte beweist: Er weiß, wie man sie meistert.

Mirko Calemme

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