tz-Experten-Kolumne

Experte: Duell gegen Bayern Schicksalsspiel für 101-Millionen-Mann Bale

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Steht bei Real Madrid auf dem Abstellgleis: Gareth Bale. 

Für schlappe 101 Millionen Euro wechselte Gareth Bale vor fünf Jahren zu Real Madrid, wirklich überzeugen konnte er in dieser Zeit nie. Deswegen könnte diese Spielzeit auch seine letzte in Madrid sein, so die Meinung von tz-Experte Marco Ruiz. 

Madrid - Der Schein trügt. Gareth Bale trug bei der Partie zwischen Real und Leganés die Kapitänsbinde – allerdings nur, weil er der dienstälteste Kicker auf dem Platz war. Soweit die Regel in Madrid. Ginge es nach seinem Standing in der Mannschaft, wäre ihm diese Ehre bestimmt nicht zuteil geworden. Der Grund: Bale ist der jüngste Beweis dafür, dass Kicker von der Insel nach wie vor Anpassungsprobleme auf europäischem Festland haben.

Fünf Jahre ist es her, dass Real den Highspeed-Sprinter verpflichtete, Spanisch kann er aber nach wie vor nicht. Recht viel mehr Kumpel außer Luka Modric, Ex-Kollege bei Tottenham, hat der Brite auch nicht. Er hat zwar das Golfen angefangen und sein Handicap nähert sich der 0 an, auf dem Bernabéu-Grün haben ihm die zahlreichen Verletzungen jedoch immer wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht. Im Klub heißt es, der 28-Jährige sei zwar ein lieber Kerl, bei dem aber die Integration gescheitert sei.

Mourinho wollte Bale kaufen: „Wenn du nicht sprichst, kann ich dich nicht kaufen“

Vergangenes Jahr bot sich den Blancos die Gelegenheit, den Ex-Spur an Man United zu verkaufen – letzten Endes sah man doch davon ab. ManU-Teammanager José Mourinho betrieb sogar öffentlich Avancen in Sachen Bale. Bei einem Sommerkick zwischen Real und United fingen die Kameras ein, wie der Portugiese Bale im Spielertunnel Folgendes ins Ohr flüsterte: „Wenn du nicht sprichst, kann ich dich nicht kaufen.“ Real sah schließlich von den vielen britschen Pfunden ab und gab ihm eine letzte Chance. Die jedoch ungenutzt blieb. Aktuell ist Bale Ersatzspieler und liegt in der Rangordnung hinter Isco, Marco Asensio und Lucas Vázquez. Zusammen kosteten diese drei Akteure Real 50 Millionen Euro, also etwas weniger als die Hälfte der 101 Millionen, die dem Klub die Dienste Bales wert waren.

Bale spielt in Zidanes Plänen kaum noch eine Rolle

Marco Ruiz berichtet für die spanische Sportzeitung AS über Real Madrid.

Den wohl mutigsten Schritt wagte Trainer Zinedine Zidane – und setzte ihn trotzdem auf die Bank. In beiden Achtelfinals gegen PSG sowie beim Viertelfinalhinspiel gegen Juve stand er nicht in der Startelf. Im Rückspiel schon, Zidanes Überraschung ging aber nach hinten los, weshalb er Bale nach 45 Minuten wieder runternahm. Wie sich später herausstellte, hatte auch Ronaldo seinen Anteil daran. CR7 hatte ihn in der Halbzeit zurechtgewiesen, weil Bale in einer Aktion nicht in der Abwehr ausgeholfen hatte. Der lachte jedoch nur. Weil er Cristianos Worte nicht verstanden hatte.

Eine allerletzte Chance hat Bale noch. Wie im Rückspiel gegen Juve könnte Zidane ihn auch gegen die Bayern von Beginn an bringen. Der Franzose weiß, dass die Münchner angreifen müssen und er in Bale den perfekten Konterspieler hat. Sollte er nicht spielen, kann er sich langsam, aber sicher ans Kofferpacken machen. Richtung Manchester, Paris oder München – je nachdem, welcher Klub das Risiko eingeht und Bale kauft.

Marco Ruiz (Real-Experte bei Spaniens Fachblatt As)

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