Liedermacher polarisiert weiter

Söllner legt gegen Hoeneß nach - und rudert doch zurück

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Der bayerische Musiker Hans Söllner polarisiert mit seinen Äußerungen zu Uli Hoeneß.

München - Am Mittwoch hatte Hans Söllners Facebook-Wutausbruch gegen  Uli Hoeneß im Netz für Furore gesorgt. Jetzt  schlägt der Liedermacher versöhnlichere Töne an – legt aber gegen Hoeneß nochmals nach.

„Etwas überrascht“ zeigte sich der Liedermacher und Polit-Aktivist Hans Söllner am Mittwoch auf Facebook über das große Echo auf seinen vorangegangenen Beitrag in dem sozialen Netzwerk. In diesem war Söllner mit dem ehemaligen Präsidenten des FC Bayern München, Uli Hoeneß, hart ins Gericht gegangen. 

Der streitbare Musiker hatte Hoeneß als „Verbrecher“ bezeichnet und beklagt, dass diejenigen die sich über die vorzeitige Haftentlassung der wegen Steuerhinterziehung verurteilten Bayern-Ikone freuten, die gleichen seien, „die bei Pegida-Aufmärschen an vorderster Front gegen Vertriebene schimpfen“. Hoeneß sei am Flüchtlingselend maßgeblich beteiligt.

Für diesen Post hatte Söllner selbst aus den Reihen seiner Fans harte Kritik geerntet, aber auch viele Anhänger des FC Bayern zeigten sich wenig erfreut darüber, dass der Liedermacher die Vereins-Ikone Uli Hoeneß so hart angegangen hatte. Söllners Überraschung über die heftigen Reaktionen ist ebenfalls „etwas  überraschend“, ist doch sein letzter Facebook-Eklat um die "Willkommens-Klatscher" an deutschen Bahnhöfen noch nicht lange her.

Der „Ruach“ Uli Hoeneß

Nun stellt Söllner klar: Ziel des Wutausbruchs seien weder der FC Bayern München noch dessen Fans gewesen. Was ihn an der Freilassung Uli Hoeneß‘ störe, sei die „Ungerechtigkeit jedem deutschen Steuerzahler gegenüber“.

Eine weitere Spitze gegen den Ex-Bayern-Präsidenten kann sich der Ur-Bayer Söllner dabei nicht verkneifen, bezeichnet Hoeneß als „Ruach“ – auf Hochdeutsch einen Geizhals oder Raffzahn.

Kritik an der öffentlichen Diskussion

„Hier regt man sich auf wenn ein Syrischer Vertriebener ein Handy hat und gleichzeitig schlägt man sich auf die Seite von Verbrechern“, spielt Söllner auf die aktuelle Flüchtlingsdiskussion an. 

Auch zu dem erneuten Posting überwiegen auf Facebook kritische Stimmen. Viele verteidigen Uli Hoeneß gegen die, wie sie finden, überharte und unangebrachte Kritik und verweisen auf die verbüßte Strafe und Hoeneß‘ soziales Engagement

Die hitzige Diskussion über den Beitrag hat aber auch Migrationskritiker auf den Plan gerufen, die Söllner wegen seiner Haltung zur Flüchtlingskrise hart kritisieren. Verständnis für die Position des polarisierenden Musikers äußern dagegen nur wenige.

Zum Schluss das Textes stellt der Liedermacher dennoch klar, dass er den Glauben an die Menschheit wohl noch nicht ganz verloren hat: „Ich glaube an keine Partei mehr aber ich glaube an diesen einen Satz.“

Unter dem Beitrag findet sich das Foto eines Wahlplakats, in dem in bemerkenswerter Anlehnung an Merkelsche Dialektik geschrieben steht: „Zusammen schaffen wir das!“

Ja ich bin etwas überrascht über den Ausgang meines letzten Postes. Denn ich meinte damit weder den FC Bayern noch die...

Posted by Hans Söllner on Wednesday, March 2, 2016

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