Bayern nimmt die Pleite sportlich

"Sie haben zwei Tore geschossen. Wir keine." 

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Gesenkte Köpfe: Die erste Niederlage seit zwölf Pflichtspielen müssen die Bayern erst einmal verdauen. 

London - Gegen den FC Arsenal mussten die Bayern zum ersten Mal seit Langem eine Niederlage hinnehmen. So reagierten Spieler und Verantwortliche. 

Nach zwölf Siegen in Folge musste sich der FC Bayern am Dienstagabend beim FC Arsenal geschlagen geben. Mit 2:0 setzten sich die Hausherren am Ende gegen zu ungefährliche Münchner durch. Eine besonders tragische Rolle spielte dabei Manuel Neuer, dem vor dem ersten Gegentreffer ein böser Fehler unterlief. 

Dementsprechend zeigte sich nach dem Spiel ein niedergeschlagener Neuer vor dem Sky-Mikrofon. "Ich muss versuchen an den Ball zu kommen, aber das hat nicht geklappt. Ich weiß, dass ich da einen Fehler gemacht habe. Ich denke, ansonsten habe ich ein gutes Spiel gemacht", kommentierte er die Situation in der 77. Minute, als er unter einer Flanke hindurchsegelte. 

Fünf Mal Note 4: Bilder und Einzelkritik der Bayern

Trainer Pep Guardiola nahm den Keeper nach dem Spiel jedoch sofort in Schutz. "Er macht es immer gut, wir haben nicht wegen ihm verloren. In der ersten Halbzeit hat er zwei, drei Bälle gehalten, das ist also kein Problem."

Das Spiel zum Nachlesen im Ticker

Kapitän Philipp Lahm sprach Neuer ebenfalls von jeder Verantwortung frei. "Das kann passieren. Wir spielen Raumdeckung, da gibt es nicht einen Schuldigen, da ist die Mannschaft beteiligt", konstatierte Lahm am Sky-Mikrofon, "Wir haben gegen eine sehr, sehr gute Mannschaft gespielt und bekommen dann durch einen Standard das Gegentor. Das ist sehr bitter."

Spieler und Trainer kritisieren Chancenverwertung

Der Grund für die erste Niederlage der Münchner in dieser Champions-League-Saison sieht Lahm in der mangelnden Chancenverwertung: "Wenn wir unser Aufbauspiel gut machen, kommt der Gegner nicht gut ins Pressing. Wir hatten nur am Ende der zweiten Halbzeit Probleme, weil wir zu offensiv gespielt haben." 

Ähnlich bewertete auch sein Coach die Partie, auch wenn seine erste nüchterne Analyse lediglich lautete:  "Sie haben zwei Tore geschossen. Wir keine." Später wurde der Katalane konkreter: "Wir müssen in der Champions League genug Situationen kreieren, um so ein Spiel zu gewinnen", sagte Guardiola.

Pressestimmen: "Und sie sind doch schlagbar"

Ihre wenigen Gelegenheiten konnten die Münchner jedoch nicht verwerten. Auch für Neuer ist das der Grund, warum die Münchner in London Punkte liegen ließen: "Wir hatten auch Großchancen, aber wenn du diese Chancen nicht machst und dann noch so ein Fehler passiert, verlierst du gegen eine so gute Mannschaft." 

Neuer: "Unentschieden wäre gerecht gewesen"

Dennoch ist das Ergebnis für den Torhüter nicht gerechtfertigt. "Wir haben uns das natürlich anders vorgestellt. Es wäre heute vielleicht ein verdientes Unentschieden für beide Mannschaften gewesen." Stattdessen wurde es eine 0:2-Niederlage - auch "dank" eines späten Treffers von Nationalmannschaftskollegen Mesut Özil. "Ich bin in der Aktion und versuche, zum Ball zu gehen und den Schuss von Mesut zu halten. Es ist schwierig vorne zu bleiben, wenn man auf die Seite springen muss. Aber er war hinter der Linie", analysierte Neuer die Situation. Am Endergebnis änderte auch seine Glanztat aus der ersten Halbzeit nichts. Als Neuer gefragt wurde, wie er einen Kopfball von Theo Walcott noch so sensationell von der Linie kratzen konnte, antwortete er trocken: "Mit der linken Hand." 

Die linke Hand anderer Spieler sorgte noch in zwei anderen Szenen für Aufsehen. Zum einen sprang dem Torschützen Giroud der Ball beim Treffer zur Führung an den Arm. Bereits zuvor bekam Sanchez den Ball im eigenen Sechzehner die Kugel an die ausgestreckte Hand. Für Guardiola jedoch kein Grund für Diskussionen. "Das ist egal, Fußball ist so", lautete das Fazit des Katalanen. Ähnlich wortkarg äußerte sich Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer zur Szene mit Sanchez: "Das ist schwer zu sagen, es ist auf jeden Fall Hand und eine unnatürliche Handbewegung. Aber das ist jetzt so, da brauchen wir uns nicht mehr beschweren." 

In Feierlaune waren dagegen die Gunners um Per Mertesacker. Der Deutsche lobte nach dem Spiel die Leistung seiner Mannschaft: "Dieser Sieg hat großen Wert für uns. Das haben wir uns verdient mit 90 Minuten harter Arbeit. Wir haben auf Konter gesetzt und sind tief gestanden und das ist voll aufgegangen."

sr

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