Aufstellung, Ausgangslage und Analyse

FC Bayern gegen FC Barcelona: Pep setzt auf Viererkette und Lewandowski

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Beim letzten Mal hatten die Bayern Lionel Messi und seine Mannen bestens im Griff. Im Champions-League-Halbfinale 2013 warfen sie den FC Barcelona mit insgesamt 7:0 Toren raus. Jubeln auch diesmal die Bayern?

München/Barcelona - Nur noch wenige Stunden bis zum Anpfiff im Camp Nou (20.45 Uhr) - dann tritt der FC Bayern beim FC Barcelona im Halbfinal-Hinspiel in der Champions League an. Wir haben die Aufstellungen und alle Fakten zum Spiel.

FC Barcelona versus FC Bayern. Champions-League-Halbfinale. Duell der Fußball-Giganten. Als Losfee Karl-Heinz Riedle bei der Auslosung in Nyon diese Paarung gezogen hatte, kamen Fußball-Liebhaber gar nicht drum herum, mit der Zunge zu schnalzen. Vor dem Hinspiel heute Abend (20.45 Uhr) im Camp Nou vergleichen wir beide Titelsammler - die harten Zahlen-Fakten.

Champions-League-Halbfinale FC Bayern vs. FC Barcelona: Die Aufstellungen

Es ist nicht immer einfach vorherzusagen, mit welcher Formation Pep Guardiola starten wird. Bei der aktuellen Personalsituation hat der Bayern-Coach auf vielen Positionen allerdings kaum Optionen. Gegen das Sturm-Duo Messi, Neymar und Suárez setzt Pep auf eine Viererkette mit Rafinha, Boateng, Benatia und Bernat. Im defensiven Mittelfeld soll Xabi Alsonso die Fäden ziehen. Davor agieren Lahm, Schweinsteiger und Thiago und schließlich Müller und Lewandowski. Der angeschlagene Pole kann also von Beginn an spielen. Weltmeister Götze muss dagegen auf der Bank Platz nehmen.

Die Aufstellung des FC Bayern München:

Neuer - Rafinha, Boateng, Benatia, Bernat - Alonso - Lahm, Schweinsteiger, Thiago - Müller - Lewandowski

Beim FC Barcelona gibt es keine Personalprobleme, Trainer Luis Enrique kann aus dem vollen Pool schöpfen. Auch ein deutscher läuft für Barca auf: Torhüter ter Stegen. Vor ihm verteidigt eine Viererkette um Piqué und Mascherano. Im Mittelfeld sollen Sergio, Rakitic und Iniesta die Bälle verteilen und in der Offensive lauert das Trio Suárez, Messi und Neymar.

Die Aufstellung des FC Barcelona

Ter Stegen - Alves, Piqué, Mascherano, J. Alba - Sergio, Rakitic, Iniesta - Suárez, Messi, Neymar

Champions-League-Halbfinale FC Bayern vs. FC Barcelona: Die Titelsammler im Zahlen-Vergleich

Im Halbfinale der Champions League kreuzen der FC Bayern und der FC Barcelona goldene und silberne Klingen. Die folgenden Zahlen liefern unter anderem einen Einblick in die prall gefüllten Trophäenschränke beider Teams.

FC Barcelona:

  • Mitgliederzahl: 153.500 (Stand Dezember 2014), Platz 3 der mitgliederstärksten Sportvereine der Welt
  • Stadion: Camp Nou (99.354 Plätze)
  • Marktwert des aktuellen Kaders: 591,5 Millionen Euro
  • Teuerster Spieler: Lionel Messi (120 Millionen Euro Marktwert)
  • 22 Mal spanischer Meister (zuletzt 2013)
  • 26 Mal Pokalsieger (zuletzt 2012)
  • 11 Mal Superpokal-Sieger (zuletzt 2013)
  • 4 Mal Europapokal der Landesmeister/Champions League (1992, 2006, 2009, 2011)
  • 4 Mal Europapokal der Pokalsieger (1979, 1982, 1989, 1997)
  • 3 Mal Messepokal/UEFA-Cup (1958, 1960, 1966)
  • 4 Mal UEFA-Supercup (1992, 1997, 2009, 2011)
  • 2 Mal Klub-WM (2009, 2011)

FC Bayern:

  • Mitgliederzahl: 251.315 (Stand November 2014), mitgliederstärkster Sportverein der Welt
  • Stadion: Allianz Arena (75.000 Plätze)
  • Marktwert des aktuellen Kaders: 551,25 Millionen Euro
  • Teuerster Spieler: Thomas Müller (55 Millionen Euro Marktwert)
  • 25 Mal deutscher Meister (zuletzt 2015)
  • 17 Mal Pokalsieger (zuletzt 2014)
  • 10 Mal Ligapokal/Supercup-Sieger (zuletzt 2012)
  • 5 Mal Europapokal der Landesmeister/Champions League (1974, 1975, 1976, 2001, 2013)
  • 1 Mal Europapokal der Pokalsieger (1967)
  • 1 Mal UEFA-Cup (1996)
  • 1 Mal UEFA-Supercup (2013)
  • 1 Mal Klub-WM (2013)
  • 2 Mal Weltpokal (1976, 2001)

Champions-League-Halbfinale FC Bayern vs. FC Barcelona: Trainerduell Pep Guardiola vs. Luis Enrique

Einer wird in den beiden Champions-League-Halbfinalpartien (6. und 12. Mai) besonders im Rampenlicht stehen: Pep Guardiola. Er trifft mit dem FC Bayern auf seine große Liebe, seine Heimat, den FC Barcelona, mit dem er als Spieler und Trainer Erfolge gefeiert hat wie kaum ein anderer auf dieser Welt.

  • Pep Guardiola: Mit 13 Jahren trat Josep Guardiola i Sala, wie Pep mit vollem Namen heißt, der Jugendakademie des FC Barcelona bei. Von 1990 bis 2001 kickte er für die Profis des FC Barcelona, später noch für Brescia, AS Rom, Al-Ahli (Katar) und Dorados de Sinaloa (Mexiko). Als Spieler gewann er mit Barca unter anderem sechs Meistertitel und den Europapokal der Landesmeister. Zur Saison 2008/09 ersetzte Guardiola Frank Rijkaard als Cheftrainer des FC Barcelona und holte in den folgenden vier Jahren unter anderem zweimal die Champions League. Mit 14 Titeln ist Guardiola erfolgreichster Trainer der Vereinsgeschichte. Nach einem Sabbatjahr übernahm der heute 44-Jährige 2013 den FC Bayern. 
  • Luis Enrique: Als Coach hat der knapp ein Jahr ältere Barcelona-Trainer Luis Enrique bis dato weit weniger vorzuweisen als sein Gegenüber beim FC Bayern München. Von 2008 bis 2011 trainierte Luis Enrique Martínez García die zweite Mannschaft des FC Barcelona - während Guardiola die erste Garde coachte. Wenig erfolgreich war Enriques Trainer-Gastspiel 2011/2012 beim AS Rom. Noch vor Saisonende trat er mangels Erfolg zurück. 

Dafür lief es in der spanischen Heimat dann wieder besser. In der vergangenen Saison führte er Celta Vigo auf einen starken achten Platz, woraufhin Enrique zur laufenden Spielzeit am Ziel seiner Träume ankam: Trainer der ersten Mannschaft des FC Barcelona. Dort hatte Enrique von 1996 bis 2004 schon gekickt. Guardiola und er kennen sich also auch noch bestens vom Spielfeld. Fünf Jahre lang waren sie Team-Kollegen in Barcelonas Elite-Mannschaft. Enrique bezeichnete Guardiola kürzlich als seinen Freund. Zuvor hatte Enrique als Profi übrigens noch für Sporting Gijón und fünf Jahre bei Barcas Erzrivale Real Madrid gekickt. Als Spieler gewann Barcelonas Cheftrainer unter anderem dreimal die spanische Meisterschaft und den Europapokal der Pokalsieger.

Champions-League-Halbfinale FC Bayern vs. FC Barcelona: Die möglichen Aufstellungen

Die Mannschaft des FC Bayern stellt sich im Halbfinal-Hinspiel der Champions League im Camp Nou schon fast von selbst auf. An dieser Stelle gehen wir einfach mal davon aus, dass Robert Lewandowski spielen kann. Ansonsten würde wohl Thomas Müller ins Sturmzentrum aufrücken.

So könnten die Bayern spielen:

Neuer - Rafinha, Boateng, Benatia, Bernat - Alonso - Schweinsteiger, Thiago, Lahm - Müller, Lewandowski

Der FC Barcelona wird im 4-3-3-System auflaufen. Personalsorgen hat Trainer Luis Enrique ganz im Gegensatz zu Pep Guardiola nicht. Zwischen den Pfosten wird mit Marc-André ter Stegen ein Deutscher stehen. Er darf in der Champions League ran. Sein Torhüter-Kollege Claudio Bravo ist in der nationalen Liga die Nummer eins.

So könnte Barcelona spielen:

ter Stegen - Alves, Mascherano, Piqué, Alba - Rakitic, Iniesta, Busquets - Messi, Suarez, Neymar

Champions-League-Halbfinale FC Bayern vs. FC Barcelona: Die Taktik

Wenn der FC Bayern gegen den FC Barcelona spielt, ist das nicht nur das Aufeinandertreffen zweier Fußball-Giganten im Halbfinale der Champions League. Das ist auch das Aufeinandertreffen zweier ähnlicher Spielphilosophien. Beide FCBs lassen gerne den Ball zirkulieren, erdrücken ihre Gegner teils schon fast mit ihrer großen Dominanz.

Doch ein Spiel, in dem beide Teams 70 Prozent Ballbesitz haben, kann es nicht geben. Also wird spannend zu sehen sein, wer seine Dominanz durchbringt. Oder treten die Bayern im Champions-League-Halbfinale ohnehin mit einer defensiveren Marschroute an als sonst? Im Ligaspiel bei Borussia Dortmund Anfang April haben sie ja schon mal bewiesen, dass sie das - auch durch die Personalsituation bedingt - durchaus draufhaben. Ob der FC Barcelona im Notfall auch einen Plan B hat, wird sich zeigen, wenn die Bayern vieles richtig machen sollten.

Früh attackieren, neben den drei Offensiv-Wirblern auch die Mittelfeld-Stars wie Andrés Iniesta, Ivan Rakitic und Sergio Busquets nicht zur Entfaltung kommen lassen. Für die angeschlagenen Bayern könnte der Kampf der Schlüssel zum Erfolg werden.

Champions-League-Halbfinale FC Bayern vs. FC Barcelona: Die Ausgangslage

Für beide Teams ist die Saison bislang perfekt gelaufen. Zumindest bis zum 28. April. Der FC Bayern München ist im DFB-Pokal-Halbfinale gegen Borussia Dortmund nach einem aus bayerischer Sicht katastrophalen Elfmeterschießen ausgeschieden. Damit hat die bisherige FCB-Saison die erste größere Beule abbekommen. Den Meistertitel in der Bundesliga haben die Münchner dafür schon sicher. Würde man sich im Champions-League-Halbfinale gegen den FC Barcelona durchsetzen, könnten die Bayern doch noch ein Finale in Berlin erreichen. Dort könnten sie dann das große Double perfekt machen.

Das Triple ist dagegen für den FC Barcelona noch möglich. In der Copa del Rey, dem spanischen Pendant zum DFB-Pokal, steht er im Finale gegen Athletic Bilbao. Die Liga führt er mit knappem Vorsprung an. Dort gilt es, Verfolger Real Madrid auf Distanz zu halten. Doch das Hauptaugenmerk der Katalanen dürfte auf der Champions League liegen. Dort hat der FC Barcelona die letzten drei Finals in Folge verpasst. Ein viertes Mal wäre wohl schon fast ein nicht hinnehmbarer Zustand für den spanischen Vorzeigeklub, bedenkt man, dass die Katalanen die Champions League zwischen 2006 und 2011 dreimal gewonnen haben.

In der jüngsten Geschichte der Champions League ist der FC Bayern so etwas wie der FC Barcelona in den Jahren davor gewesen. Die Bayern haben mit dem diesjährigen Halbfinale ihr viertes in Folge erreicht, das fünfte Halbfinale in den letzten sechs Jahren. Dreimal standen sie im Finale. Auch durch viel Pech gewannen sie aber nur eines davon - 2013 gegen Borussia Dortmund.

Champions-League-Halbfinale FC Bayern vs. FC Barcelona: Der Weg in die Runde der letzten Vier

Förmlich ins Champions-League-Halbfinale spaziert ist der FC Barcelona. Auch gegen starke Teams im Achtel- und Viertelfinale, Manchester City und Paris Saint-Germain, gaben sich die Katalanen keine Blöße. Der FC Bayern hatte in der Vorrunde kaum Probleme. Richtig eng wurde es erst im Viertelfinale nach der 1:3-Pleite in Porto. Hier die Ergebnisse der beiden Teams auf dem Weg ins Semifinale:

FC Barcelona:

  • Gruppenphase: Apoel Nikosia (1:0, 4:0), Paris St. Germain (2:3/3:1), Ajax Amsterdam (3:1, 2:0)
  • Achtelfinale: Manchester City (2:1, 1:0)
  • Viertelfinale: Paris St. Germain (3:1, 2:0)

FC Bayern:

  • Gruppenphase: Manchester City (1:0, 2:3), AS Rom (7:1, 2:0), ZSKA Moskau (1:0, 3:0)
  • Achtelfinale: Shakhtar Donetsk (0:0, 7:0)
  • Viertelfinale: FC Porto (1:3, 6:1)

Champions-League-Halbfinale FC Bayern vs. FC Barcelona: Die bisherigen Duelle

Der größte Mutmacher vor dem Halbfinal-Hinspiel in der Champions League dürfte die bisherige Bilanz der beiden Teams in den direkten Duellen sein. Da sieht es nämlich für den spanischen FC ziemlich bescheiden aus. Barcelona hat nur eine der acht Begegnungen mit den Bayern für sich entscheiden können. Diese aber deutlich: 2009 stand bei den Bayern noch ein gewisser Jürgen Klinsmann an der Seitenlinie, Pep Guardiola coachte damals Barca. Das Rückspiel in München endete 1:1, im Hinspiel waren die Bayern aber 0:4 aus dem Camp Nou gefegt worden. Der Anfang vom Ende für Klinsmann. An das jüngste Duell der beiden FCBs erinnern sich dagegen die Bayernfans besonders gerne. Vor dem gewonnenen Finale gegen Dortmund deklassierten die Bayern Barcelona mit 7:0 Toren nach Hin- und Rückspiel. Bayern hat fünf der acht Partien gegen Barcelona gewonnen. Außerdem gab es noch zwei Unentschieden. Hier die Übersicht der bisherigen Aufeinandertreffen:

Wettbewerb Runde Ergebnisse aus Sicht der Bayern Anmerkung
UEFA-Cup 1995/96 Halbfinale 2:2, 2:1 Bayern schnappte sich danach den Titel gegen Girondins de Bordeaux (2:0, 3:1).
Champions League 1998/99 Zwischenrunde 1:0, 2:1 Bayern kam später ins Finale, verlor es aber 1:2 gegen Manchester United - in Barcelona.
Champions League 2008/09 Viertelfinale 0:4, 1:1 Barcelona gewann später das Finale 2:0 gegen Manchester United.
Champions League 2012/13 Halbfinale 4:0, 3:0 Bayern gewann später das Finale 2:1 gegen Borussia Dortmund.

Champions-League-Halbfinale FC Bayern vs. FC Barcelona: Die Stärken und Schwächen

FC Bayern: Verletztenmisere macht es schwierig

Diese Bilanz der bisherigen direkten Duelle dürfte den Bayern vor dem Champions-League-Halbfinale gegen den FC Barcelona also Mut machen. Doch jetzt kommt das große Aber: Die Personalsituation bei den Roten ist schlichtweg verheerend und hat sich mit dem Pokalhalbfinale gegen Borussia Dortmund dramatisch verschlechtert. Der gerade erst zurückgekommene Arjen Robben zog sich einen Muskelbündelriss zu. Die Saison ist für ihn beendet. Ob Robert Lewandowski gegen Barcelona eingreifen kann, steht noch in den Sternen. Vielleicht geht es ja mit Schutzmaske, nachdem sich der Pole gegen den BVB eine Gehirnerschütterung zugezogen sowie Oberkiefer und Nasenbein gebrochen hat. Auch Thiago humpelte vom Platz. Er hat aber immerhin schon Entwarnung gegeben.

Bayerns größte Schwäche ist also ohne Frage die Personalsituation. Sollte nun auch Robert Lewandowski im Halbfinale der Champions League passen müssen, würde auch noch der zuletzt in Topform aufspielende Anker im Sturmzentrum fehlen. Ein weiterer Anker fehlt mit Holger Badstuber in der Innenverteidigung. Er wäre nicht nur defensiv eine große Hilfe gegen Barcelonas Offensivstars gewesen. Auch das Aufbauspiel aus der Abwehr heraus beherrscht Badstuber wie kein Zweiter beim FC Bayern. Ihn muss eventuell der immer wieder mal schwächelnde Dante ersetzen. Der gibt sich zwar kämpferisch, aber gegen Barca muss er, genauso natürlich wie seine Teamkollegen, schon über sich hinauswachsen, wenn die Bayern tatsächlich das Champions-League-Finale erreichen wollen. Allerdings könnte auch der wiedergenesene Medhi Benatia statt Dante spielen. Gegen Dortmund war das im Pokalspiel der Fall.

Klar, wenn man abgesehen von der Personalsituation in dieser Saison Schwächen beim FC Bayern entdeckt hat, dann waren das Unkonzentriertheiten in der Defensive. Die große Stärke der Bayern liegt in der Offensive. Doch mit den Ausfällen von Franck Ribéry und Arjen Robben fehlt die gefürchtete Flügelzange des FC Bayern. Da unter anderem ein Mario Götze nicht in die Spur findet, stockte in jüngster Vergangenheit gerne mal der Offensiv-Motor des deutschen Rekordmeisters. Hoffnung zur Besserung gab die grandiose Mannschaftsleistung beim 6:1 im Rückspiel des Champions-League-Viertelfinals gegen den FC Porto. Würde Robert Lewandowski aber auch noch ausfallen, wird's allmählich zappenduster für Bayern. Lewandowski im Offensivzentrum als Anspielpunkt gegen Barcelonas Hintermannschaft nicht dabei zu haben, würde schwer wiegen. Hoffnung auf einen Einsatz des Torjägers macht eine Nachricht von Lewandowski auf Twitter:

FC Barcelona: Bermuda-Dreieck im Sturm

Während die Bayern im Pokal gegen Dortmund rausflogen, lieferte Barcelona am Dienstag in der Liga ein weiteres Torfestival ab. 6:0 siegte der Tabellenführer der Primera Division zuhause gegen den FC Getafe. Bis auf das Tor von Xavi erzielte Barcas gefürchtetes Offensiv-Trio, bestehend aus Luis Suarez (2), Lionel Messi (2) und Neymar, die fünf weiteren Treffer. Für die Bayern wird es darauf ankommen, diese drei Ausnahmespieler irgendwie in den Griff zu bekommen. Leicht wird das freilich nicht. Die drei scheinen sich momentan blind zu verstehen.

Wenn es aber gelingen sollte, dann ist einiges möglich. Denn in der Defensive ist der FC Barcelona zu knacken. In den Reihen der Bayern befinden sich ohnehin noch einige Spieler, die vor zwei Jahren den Katalanen im Champions-League-Halbfinale schonmal ordentlich eingeschenkt haben. Klar ist aber auch, dass Barca derzeit wesentlich besser in Schuss ist als damals - und vor allem keine Personalprobleme hat - ganz im Gegensatz zu den Bayern. Luis Enriques Mannschaft ist eingespielt, fit und definitiv bereit für den FC Bayern. Aufgrund der immensen Personalprobleme der Münchner werden und können die beiden Teams kaum auf Augenhöhe in die Partie gehen. Zu unterschiedlich stehen die Vorzeichen. In der aktuellen Situation geht der FC Barcelona als Favorit in die beiden Halbfinalspiele. 

Champions-League-Halbfinale FC Bayern vs. FC Barcelona: Der Weg in die Runde der letzten Vier

Förmlich ins Champions-League-Halbfinale spaziert ist der FC Barcelona. Auch gegen starke Teams im Achtel- und Viertelfinale, Manchester City und Paris Saint-Germain, gaben sich die Katalanen keine Blöße. Der FC Bayern hatte in der Vorrunde kaum Probleme. Richtig eng wurde es erst im Viertelfinale nach der 1:3-Pleite in Porto. Hier die Ergebnisse der beiden Teams auf dem Weg ins Semifinale:

FC Barcelona:

  • Gruppenphase: Apoel Nikosia (1:0, 4:0), Paris St. Germain (2:3/3:1), Ajax Amsterdam (3:1, 2:0)
  • Achtelfinale: Manchester City (2:1, 1:0)
  • Viertelfinale: Paris St. Germain (3:1, 2:0)

FC Bayern:

  • Gruppenphase: Manchester City (1:0, 2:3), AS Rom (7:1, 2:0), ZSKA Moskau (1:0, 3:0)
  • Achtelfinale: Shakhtar Donetsk (0:0, 7:0)
  • Viertelfinale: FC Porto (1:3, 6:1) 

Champions-League-Halbfinale FC Bayern vs. FC Barcelona: Die Stimmen nach der Auslosung

Auf Pep Guardiolas Reaktion auf die Auslosung des Champions-League-Halbfinals waren natürlich alle gespannt. "Wenn du das Halbfinale spielst, triffst du auf eine große Mannschaft", sagte der Trainer des FC Bayern. "Letztes Jahr war es Real, dieses Jahr Barcelona. Ich habe großen Respekt vor ihnen. Es ist das erste Mal, dass ich zurück nach Barcelona, nach Hause komme. Natürlich ist es speziell für mich, sehr, sehr emotional." Die Favoritenrolle überlässt Pep seinem Herzensklub: "Die sind die Stärksten."

Matthias Sammer funkelten nach der Auslosung der Halbfinals der Champions League die Augen: "Ich hatte es im Gefühl, dass es Barcelona wird. Denn diese Geschichten schreibt der Fußball mit unserem Trainer gegen seinen Ex-Club. 50:50 stehen die Chancen. Ich freue mich riesig. Was gibt es Schöneres im Fußball als große Spiele. Das, was Barcelona vorne (an Spielern) hat, ist super. Und das, was Bayern vorne hat, ist auch super. Der Bessere wird sich durchsetzen - und wir wollen der Bessere sein."

Kaiser Franz Beckenbauer sieht den FC Barcelona als Favorit: "Ich halte den FC Barcelona von der Kompaktheit her am stärksten in diesem Wettbewerb. Chancenlos ist der FC Bayern nicht, aber die Favoritenrolle gehört dem FC Barcelona."

Barcelonas Mittelfeld-Stratege Andrés Iniesta ist vor dem Halbfinale in der Champions League voll des Lobes für den FC Bayern. Vor allem zuhause seien die Bayern "unglaublich stark". Zudem bewundert Iniesta seinen Ex-Trainer Pep Guardiola.

Und Barca-Coach Luis Enrique? Der gab sich ziemlich frech: "Bei so einer Auslosung denke ich immer, wie wenig Glück derjenige hat, der gegen dieses Barca antreten muss." Dennoch gesteht er, dass auch der FC Bayern ein Favorit auf den Gewinn der Champions League sei. Und mit seinem Freund Pep Guardiola hätten die Bayern ohnehin den besten Trainer der Welt.

Markus Schwarzkugler, Florian Weiß

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