Messi-Gala bringt Finaltraum in Gefahr

Bye, bye, Bayern? 0:3 in Barcelona

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Lionel Messi (M.) sorgte mit seinen Treffern in Durchgang zwei für Furore.

Barcelona - Lange lief alles nach Plan für den FC Bayern, dann schlug Lionel Messi gnadenlos zu. Der Superstar erzielte zwei Treffer, ehe auch noch Neymar traf. Damit ist das Finale für die Münchner weit weg.

77 Minuten lang standen die Bayern mit einem Bein schon in Berlin – ihre Rechnung hatten sie aber ohne Lionel Messi gemacht. Der viermalige Weltfußballer erlegte die Münchner innerhalb von drei Minuten, machte aus einem 0:0 ein 2:0 und legte Neymar den Ball vor dem 3:0 in der Nachspielzeit in den Fuß. Der späte K.-o. in Barcelona lässt die Finalteilnahme der Roten in weite Ferne rücken. Bye, bye Bayern – war’s das schon?

"Dass wir uns dreimal auskontern lassen, darf nicht passieren"

„Es wäre eine Fußballsensation, das noch zu schaffen. Aber wir werden trotzdem in München alles geben“, sagte ein sichtlich geknickter Thomas Müller. Auch Philipp Lahm war nach dem Abpfiff geschockt von der letzten Viertelstunde. „Wir haben das über weite Strecken ganz ordentlich gemacht. Aber dass wir uns in Barcelona dreimal auskontern lassen? Das darf nicht passieren“, sagte der Kapitän. Dabei ließen die Münchner Barcelonas 108-Tore-Walze bis auf einige Ausnahmen nicht zur Entfaltung kommen – 77 Minuten lang. Dann drehte der argentinische Zauberfloh auf. Mit einem trockenen Linksschuss traf Messi zum 1:0 (77.), drei Minuten später legte mit einem überragenden Solo das 2:0 nach – die Bayern waren geschlagen. Dabei hatte Pep noch vor seinem einstigen Musterschüler gewarnt. „Er ist nicht zu stoppen“, hatte der Spanier respektvoll gesagt.

Die Hausherren begannen im rappelvollen Camp Nou vor knapp 96.000 Zuschauern schwungvoll. Richtig schwungvoll sogar, ein Angriff nach dem anderen rollte auf die Bayern-Abwehr zu. Erst parierte Neuer weltklasse gegen den frei vor ihm auftauchenden Suarez (12.), dann rettete Rafinha einen Neymar-Schuss kurz vor der Linie (15.). Guardiola hatte genug gesehen, stellte hinten von Dreier- auf Viererkette um. Prompt wurden die Bayern ihrerseits gefährlich, Lewandowski hatte die Führung auf dem Fuß. Müller bediente den im Straufraum lauernden Maskenmann, doch Lewy brachte die Kugel nicht im Kasten unter (18.). Die Gäste befreiten sich in der Folge zwar vom Dauerdruck, BarÇa blieb aber bissiger. Nicht nur 65 Prozent gewonnene Zweikämpfe verzeichneten die Katalanen zur Pause, sondern auch die größeren Gelegenheiten. Suarez setzte einen Kopfball aber über das Tor (27.) und Dani Alves fand im einmal mehr glänzend aufgelegten Neuer seinen Meister (39.).

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In der Pause hatte Pep die richtigen Worte gefunden, der FCB kam verbessert aus der Kabine. Die Roten wirkten zu Beginn der zweiten Hälfte stabiler und hatten auch nach vorne einige gute Aktionen. Alonsos Freistoß landete aber in der Mauer, und der durchgebrochene Müller wurde wegen Abseits zurückgepfiffen (55.). Das Team von Luis Enrique tat sich jetzt schwer gegen dicht gestaffelte Münchner, ihr gefürchtetes Kurzpassspiel konnten Messi & Co nicht aufziehen – fast immer war ein Bayern-Bein dazwischen. Fanden sie doch mal den Weg zum Tor, war Neuer zur Stelle.

Das Publikum wurde zunehmend unruhiger – bis es von Messi höchstpersönlich erlöst wurde (77.). Die Katalanen schalteten nach einem Ballverlust von Bernat blitzschnell. Dani Alves bediente den 27-Jährigen, der Neuer mit einem satten Flachschuss keine Chance ließ. „Das erste Tor hat uns dann schon verunsichert, die Kontersituationen danach sind schwer zu verteidigen“, meinte Neuer.

Drei Minuten später ließ Messi Boateng mit einem Dribbling alt aussehen. Der Verteidiger landete auf dem Hosenboden, der Ball im Netz (80.). In der Nachspielzeit kam es für die Bayern ganz bitter: Neymar vollendete einen Konter zum 3:0 – und ließ die Chancen auf einen Finaleinzug der Münchner auf ein Minimum schrumpfen.

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sw, mic, lop

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