Falsche Versprechungen

Talente-Fiasko! FC Bayern hat neuen Ärger mit Nürnberg - Ein Spieler ist schon wieder in München

Christian Früchtl (li.) bleibt noch bis Sommer in Nürnberg, Sarpreet Singh (r.) hat die Koffer bereits gepackt und ist wieder in München.
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Christian Früchtl (li.) bleibt noch bis Sommer in Nürnberg, Sarpreet Singh (r.) hat die Koffer bereits gepackt und ist wieder in München.

Die Ausleihen von Christian Früchtl und Sarpreet Singh sind ein Reinfall für den FC Bayern. Singh ist schon wieder in München, Früchtl kommt nicht zum Einsatz.

  • In der Winterpause sind weitere Talente aus der Drittliga-Meistermannschaft des FC Bayern in höhere Ligen ausgeliehen worden, um ihre Entwicklung voranzutreiben.
  • Doch nicht alle Youngster sind die glücklich bei ihren neuen Vereinen. Sarpreet Singh kehrt nach einem halben Jahr aus Nürnberg zurück, Christian Früchtl schmort dort auf der Bank.
  • Den beiden Nachwuchsspielern wurde  bei den Franken vor der Saison ein anderer Spielstil versprochen.

München – Traditionell passiert im Winter-Transferfenster nicht viel beim FC Bayern. Am letzten Tag des diesjährigen allerdings war noch mal ein wenig Bewegung drin: In Chris Richards (20) und Joshua Zirkzee (19) hat der FC Bayern kurz vor Ladenschluss zwei weitere Top-Talente verliehen. Während Verteidiger Richards nach einem halben Jahr bei der TSG Hoffenheim im Sommer schnurstracks wieder nach München zurückkehren wird, gibt es bei Angreifer Zirkzee für Parma Calcio eine Kauf-Option über 15 Millionen Euro. Der Hintergedanke dieser Leihen ist aber bei beiden Spielern der gleiche: Sie sollen mehr Spielzeit auf Erstliga-Niveau sammeln, als es bisher beim FC Bayern der Fall war.

FC Bayern: Mehrere Talente versuchen sich an anderen Standorten weiterzuentwickeln

Dieses Modell haben die Verantwortlichen in der aktuellen Saison schon häufiger angewandt: Leon Dajaku (19) zog es für das kommende halbe Jahr zu Union Berlin, schon länger ausgeliehen sind Innenverteidiger Lars Lukas Mai (20/Darmstadt), die Mittelfeldspieler Adrian Fein (21/Eindhoven) und Michael Cuisance (21/Marseille) sowie Angreifer Oliver Batista-Meier (19/Heerenveen). In puncto Spielzeit sieht es bei ihnen allen gut aus. Nur mit einem Verein haben die Bayern häufig Probleme, wenn es um die Leihgeschäfte ihrer Talente geht. Dem, der geografisch am nächsten liegt. Genau gesagt: In Franken. Es ist: Der 1. FC Nürnberg.

Vergangenen Freitag wurde bekannt, dass Sarpreet Singh (21) seine Club-Leihe vorzeitig beendet und an die Säbener Straße zurückkehrt. Zusammen mit Singh ließ sich im Sommer auch Torwart-Juwel Christian Früchtl (21) zu den Franken verleihen. Statt Spielpraxis zu sammeln, sitzt Früchtl allerdings als Ersatzmann von Stammtorhüter Christian Mathenia nur auf der Bank – obwohl Mathenia mit seinen Leistungen nur bedingt überzeugt. Das stößt nicht nur Früchtl, sondern auch den Bayern-Verantwortlichen sauer auf. Aber warum kommt es immer wieder zum Talente-Zoff mit dem Club?

FC Bayern: Falsche Versprechungen an Sarpreet Singh und Christian Früchtl beim 1. FC Nürnberg

Im Fall von Singh und Früchtl sind die Probleme leicht zu benennen. Wie unsere Zeitung erfuhr, wurde ihnen ein anderer Fußball-Stil versprochen, als er in Nürnberg aktuell gespielt wird. Der Club lockte die Top-Talente mit überfallartigen Offensiv-Fußball, den der neue Trainer Robert Claus als ehemaliger Assistent von Leipzig-Trainer Julian Nagelsmann spielen lassen wollte. Doch im Laufe der Saison wurde schnell klar, dass in Nürnberg kein offensiver –Power-Fußball mit viel Ballbesitz gespielt wird – im Gegenteil: Das Team steckt im Abstiegskampf, stellt sich hinten rein und versucht sein Glück mit langen Bällen. Undankbar für technisch versierte Spieler wie Singh.

Dieser Stil wird auch Früchtl zum Verhängnis. Ihm wurde in München von Torwarttrainer Toni Tapalovic beigebracht, die Spieleröffnung mit flachen Pässen zu den Innenverteidigern einzuleiten. Das ist in Nürnberg nur bedingt möglich. Kein Wunder, dass nach Bekanntwerden des Abbruchs der Singh-Leihe auch das Gerücht einer möglichen Bayern-Rückkehr von Früchtl die Runde machte. Es stimmt nicht. Der Torwart wird zumindest bis Sommer in Nürnberg bleiben. Was er allerdings heute schon weiß: keinen einzigen Tag länger. 

(MANUEL BONKE)

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