Mehrere Abgänge und noch kein Hoeneß-Nachfolger

FC Bayern 2: Drittliga-Meister im Umbruch - wie viele Talente gehen noch?

Der FC Bayern ist auf der Suche nach einem neuen Trainer für die 2. Mannschaft in der 3. Liga.
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Der FC Bayern ist auf der Suche nach einem neuen Trainer für die 2. Mannschaft in der 3. Liga.

Nach der Meistersaison in der 3. Liga steht der FC Bayern 2 vor einem Neuanfang. Außer Sebastian Hoeneß sind auch mehrere Leader nicht mehr an Bord.

  • Die 2. Mannschaft des FC Bayern München hat am Montag das Training für die Saison 2020/21 in der 3. Liga aufgenommen. 
  • Nach dem Wechsel von Trainer Sebastian Hoeneß zur TSG 1899 Hoffenhem sucht der Rekordmeister immer noch nach einem neuen Übunglseiter. 
  • Nach etlichen Abgängen von Spielern wie Leistungsträgern Kwasi Okyere Wriedt steht der neue Mann vor einem Neuaufbau und einer schwierigen Aufgabe.

München - Am Montag haben die kleinen Bayern wieder das Training aufgenommen. Nach der Meisterschaft in der 3. Liga bereiten sich die Talente am Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) in der Ingolstädter Straße auf die neue Saison vor. Im Gegensatz zur Profi-Mannschaft wird in der Führung des Rekordmeisters wohl niemand von der „Mission Titelverteidigung“ sprechen. „Was die Mannschaft hier erreicht hat, wird wahrscheinlich so schnell kein Zweiter schaffen“, sagte NLZ-Leiter Jochen Sauer nach dem Titelgewinn in Kaiserslautern Anfang Juli

FC Bayern 2: Mehrere Leistungsträger haben den Verein verlassen

Die Vorzeichen haben sich nach dem Erfolg in den vergangenen Wochen verändert. Etliche Leistungsträger haben den Verein inzwischen verlassen. Torjäger Kwasi Okyere „Otschi“ Wriedt ist gemeinsam mit Derrick Köhn zu Willem II Tilburg gewechselt. Lars Lukas Mai will sich bei Darmstadt 98 in der 2. Bundesliga weiterentwickeln, Sarpreet Singh und Christian Früchtl machen den nächsten Schritt ihrer Karriere beim 1. FC Nürnberg und Wooyeong Jeong ist nach seiner halbjährigen Leihe wieder zum SC Freiburg zurückgekehrt. 

Auf den Nachfolger von Sebastian Hoeneß wartet eine knifflige und vielleicht sogar undankbare Aufgabe. Neben Nicolas Gerrit Kühn (Ajax Amsterdam), Lenn Jastremski (VfL Wolfsburg 2) und Armindo Sieb (TSG 1899 Hoffenheim) hat der FC Bayern bisher nur Spieler aus der U19 ins Drittliga-Team nach oben gezogen. Tragende Säulen wie die gewechselten Führungsspieler Mai oder Torjäger Wriedt waren bei den Neuzugängen bisher noch nicht dabei.

FC Bayern 2: Topklubs interessieren sich für Stiller und Richards

Außerdem besteht weiterhin die Möglichkeit, dass hoffnungsvolle Talente in einer höheren Liga ihre Entwicklung vorantreiben wollen und den FC Bayern 2 bis zum Ende der Wechselfrist Anfang Oktober verlassen. Chris Richards und Angelo Stiller hatten in der Rückrunde maßgeblichen Anteil an der Siegesserie und haben bereits das Interesse anderer Vereine geweckt. Bei Stiller sollen mehrere Bundesligaklubs angeklopft haben, US-Verteidiger Richards wird vom FC Arsenal, dem FC Chelsea und FC Valencia umworben.

Mit welcher Mannschaft der mögliche neue Coach ab Mitte September auf Punktejagd geht, steht somit längst noch nicht fest. Die Profis mit Trainer Hansi Flick kämpfen in der Champions League um den Titel und sind bei einem Finaleinzug bis mindestens 23. August in Lissabon. Im Kader für die K.O-Runde der Königsklasse tummeln sich mit Bright Arrey-Mbi (17), Jamal Musiala (17), Malik Tillman (18), Ersatzkeeper Ron-Thorben Hoffmann (21) und Oliver Batista Meier (19) mehrere Youngster aus der U23. Batista Meier steht außerdem wohl ebenfalls bei den Nürnbergern auf der Liste und könnte seinen Kollegen Früchtl und Singh nach dem Turnier in Portugal noch nach Franken folgen.

FC Bayern 2: Vieles spricht für Holger Seitz als Trainer

NLZ-Leiter Jochen Sauer hatte vor einigen Tagen angekündigt, dass der Klub bei der Hoeneß-Nachfolge keine Eile hat: „Zeitdruck haben wir nicht und den lassen wir uns auch nicht auferlegen.“ Bis „Mister X“ gefunden ist, leitet Dirk Teschke die jungen Burschen in der Vorbereitung an. Als Joker hat der FCB noch Holger Seitz in der Hinterhand. Der stellvertretende NLZ-Leiter hat mit der Meisterschaft in der Regionalliga Bayern und dem Aufstieg 2019 sein Können bereits nachgewiesen.

Der 45-Jährige würde sich bestimmt im Sinne des Vereins überzeugen lassen und wieder an die Seitenlinie zurückkehren. Mehrere Spieler kennen den Ex-Profi noch als Coach und müssten sich nicht an ein neues System gewöhnen. Ein weiterer Vorteil: Seitz hat bei der Führung an der Säbener Straße großes Ansehen. Und das könnte wichtig werden, denn mit einer in manchen Teilen neuformierten Mannschaft dürfte der Saisonstart ähnlich steinig werden wie in der vergangenen Saison. Damals startet Meister-Trainer Hoeneß mit drei Niederlagen aus den ersten vier Partien.

Video: Holger Seitz spricht über seine Zukunft als Trainer

(Jörg Bullinger)

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