"Wir befürchten das Schlimmste"

Ärger in Turin: FCB-Fans vor Gericht

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Das Banner der Fanvereinigung Schickeria des FC Bayern ist umgedreht aufgehängt, aus Protest gegen eine Polizeiaktion gegen Bayernfans vor dem Spiel.

München - Nach wie vor sorgen die Vorfälle vor dem Bayern-Block im Juventus Stadium für Wirbel. Die Fans fühlten sich behandelt wie im Gefängnis, fünf Anhänger müssen sogar vor ein italienisches Gericht.

Für die Kicker des FCB läuft es bisher rund in der Königsklasse, für die Fans des Rekordmeisters eher weniger. Erst die Attacken der griechischen Polizei in Athen, nun der Einlass­ärger in Turin, der sogar bis zur Bundeskanzlerin Wellen schlägt. Christian Bernreiter von der CSU, Präsident des Bayerisch Landkreistags und Landrat des Landkreises Deggendorf, hat sich in einem offenen Brief an Angela Merkel gewandt. Bernreiter, selbst als Fan in Turin dabei gewesen, schreibt, deutsche Staatsbürger seien der Willkür und „der körperlichen Gewalt“ der italienischen Polizisten hilflos ausgeliefert gewesen. Er bittet, die „zuständigen Stellen“ mögen das Thema aufgreifen.

Wie die tz aus Fankreisen erfuhr, sollen die Sicherheitskräfte vor Ort unverhältnismäßige Kontrollen durchgeführt und die Fans an den Einlässen schikaniert haben. In Absprache mit dem FCB umpersonalisierte Tickets wurden abgelehnt, Zaunfahnen trotz Genehmigung erst nicht akzeptiert und Bayernfans laut Ultra-Gruppierung Schickeria sogar „attackiert“. „Wie im Gefängnis“, so die Schilderung eines Bayernfans gegenüber der tz. Vonseiten der Bayern-Fanbetreuer hieß es nur, das Hausrecht läge bei den Italienern. Dass der Block zu Anpfiff nur halb voll war, lag daran, dass viele Schickeristen nochmal hinausliefen, da vielen ihrer Mitglieder der Einlass verwehrt worden war.

Für fünf Fans endete der Abend mit einem größeren Schrecken. Sie wurden inhaftiert und Donnerstag dem Richter vorgeführt. „Wir hoffen und wünschen das Beste“, hieß es vonseiten der Schickeria. „Die Erfahrungen mit dem italienischen Staat vom Spieltag und von anderen Spielen in Italien lassen uns aber Schlimmes befürchten.“ Und weiter: „Sie dürfen nicht mit einem so hohen Preis dafür bezahlen müssen, dass von den Problemen und dem Versagen beim Einlass abgelenkt werden soll.“ Der FCB äußerte sein Bedauern via fcb.de.

lop

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