Analyse zur Negativbilanz

Xabi und Schweini: Darum funktioniert es nicht

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Bastian Schweinsteiger und Xabi Alonso.

München - Funktioniert es oder scheitern sie? Bastian Schweinsteiger und Xabi Alonso sind das Sinnbild der Punktverluste. Nicht das einzige, allerdings.

Nein, der FC Bayern ist in keiner Krise. Allerdings ist der Nimbus der Unbesiegbarkeit und auch das Selbstverständnis der "einfachen" Siege angekratzt.

Auffällig ist: Bei allen Punktverlusten in der Rückrunde standen Bastian Schweinsteiger und Xabi Alonso in der Startaufstellung. Das war beim VfL Wolfsburg (1:4) der Fall, im Heimspiel gegen den FC Schalke (1:1) sowie beim 0:0 in Donezk und nun bei der 0:2-Heimniederlage gegen Borussia Mönchengladbach. Andererseits gelangen nur drei Siege mit den beiden von Beginn an: Die Erfolge über Stuttgart, Braunschweig und Augsburg waren aber allesamt auch keine Glanzleistungen des deutschen Rekordmeisters.

Eine Erklärung für die mangelnde Durchschlagskraft in diesen Partien: Immer fehlte das nötige Tempo im zentralen Mittelfeld, um Tormöglichkeiten zu erspielen und die vielbeinige Abwehr schwindelig zu kombinieren. Auf dieser Position hat Mario Götze in dieser Saison seine besten Spiele gezeigt, und auch David Alaba sorgt für mehr Dynamik als die alten Haudegen.

Robbéry als Spielgestalter

Wie wichtig diese Schnittstelle zwischen Defensive und Angriff ist, zeigt die Tatsache, dass mittlerweile fast immer alle elf Gegenspieler hinter dem Ball stehen. Wenn dann noch das Flügelspiel lahmt, weil Arjen Robben und Franck Ribéry verletzt sind oder aus dem Spiel genommen werden, dann ist das Bayern-Spiel behäbig und unkreativ.

Hinzu kommt, dass die verteidigende Mannschaft versucht, die Räume sehr eng zu machen und deshalb Zuspiele in die Spitze zu Lewandowski abgefangen werden. Kommen die Bayern dann nicht rechtzeitig ins Gegenpressing, zeigten sie sich extrem konteranfällig. Pep Guardiola erklärte vor wenigen Wochen: Um dem Gegner hinterherzulaufen, sei Alonso "der schlechteste Spieler der Welt". Und der spielt meistens den defensiveren Part der beiden Sechser. Schweinsteiger will sich aber seinen Partner im defensiven Mittelfeld nicht schlechtreden lassen. "Ich empfinde das Zusammenspiel als gut", kommentierte er nach dem Gladbach-Spiel. "Was andere sagen, interessiert mich nicht. Wenn wir beide auf der Doppelsechs spielen, sind wir sehr gut."

Der ehemalige Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld hätte eine Lösung parat: "Die Frage ist, wie man die Aufgaben verteilt." Schweinsteiger solle - wie bisher - offensiver agieren, da er mehr Torgefahr ausstrahlt. "Ich bin überzeugt, dass das eine gute Lösung ist", sagte er.

Lewandowski ist kein Mandzukic

Ein weiteres Problem für Pep Guardiola abgesehen vom Mittelfeld-Thema ist die Abschlussschwäche von Robert Lewandowski mit dem Kopf. Bislang erzielte der Stürmer magere zwei Tore mit diesem Körperteil. Zum Vergleich: Mario Mandzukic hatte zum gleichen Zeitpunkt der vergangenen Saison bereits sieben Kopfballtore in der Bundesliga erzielt und gab so einigen Spielen die richtige Richtung. Das heißt, den Bayern fehlt eine Alternative gegen tief stehende Gegner. Denn: Es liegt keineswegs an der mangelnden Flankenfrequenz. Allein gegen Gladbach brachten die Bayern 25 Mal den Ball über den Flügel in den Strafraum.

Der Perfektionist Guardiola muss zu diesen Fragezeichen noch Lösungen suchen. Sonst wird es für den FC Bayern schwierig, zum zweiten Mal binnen drei Jahren das Triple zu gewinnen. Möglicherweise steht die auch schon parat: Mit Thiago stand einer von Peps Lieblingsspielern gegen Mönchengladbach erstmals wieder im Kader.

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ms

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