Ex-FCB-Coach macht Fans Hoffnung

Jonker: Warum der Sprung für Bayern-Talente so schwer ist

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Andries Jonker war von 2009 bis 2012 an der Säbener Straße tätig.

Andries Jonker, Co-Trainer unter Louis van Gaal und nach dessen Entlassung Interimscoach beim FC Bayern, spricht über die Schwierigkeit, Talente im Profi-Kader aufzunehmen.

  • Andries Jonker wechselte mit Louis van Gaal 2009 als Co-Trainer nach München.
  • Unter den beiden Niederländern rückten mit Holger Badstuber, Thomas Müller und David Alaba drei Jugendspieler in den Profi-Kader auf.
  • Jonker nennt Gründe, warum der Durchbruch für Talente bei Spitzenvereinen so schwer ist.

Andries Jonker kam einst als Assistent von Louis van Gaal nach München. Nach der Entlassung des Tulpen-Generals übernahm er 2011 für fünf Spiele das Kommando und führte die Profis noch in die Champions League, ehe er in der Saison 2011/12 noch für eine Spielzeit die zweite Mannschaft trainierte. 

„Van Gaal hat sich durch Mut ausgezeichnet“

Jonker und van Gaal waren das Duo, bei dem zuletzt Spieler aus der eigenen Jugend zu den Profis hochgezogen wurden. Thomas Müller, David Alaba und Holger Badstuber schafften unter den beiden Niederländern den Sprung ins Star-Ensemble der Roten. Dass seither aus der zweiten Mannschaft niemandem dauerhaft der Sprung zu den Profis gelungen ist, hat für den 57-Jährigen zwei Gründe. „Van Gaal hat sich durch den Mut ausgezeichnet, auf ganz junge Spieler zu setzen. Bei allen seinen Vereinen“, sagt Jonker im Interview mit skysport.de über seinen ehemaligen Chef und dessen Arbeitsweise. 

Außerdem sei der Druck auf die Übungsleiter zu groß, um Experimente mit Fußballern aus dem eigenen Nachwuchs zu wagen: „Wenn du heute zweimal verlierst, wackelst du. Welcher Trainer geht heute das Risiko ein? Das ist die große Frage. Das ist das Problem, nicht nur bei Bayern, sondern im Spitzenfußball“, schildert Jonker die Schwierigkeiten für Talente, bei Top-Teams den Durchbruch zu schaffen. „Die Spitzentrainer müssen heute gewinnen und haben die Möglichkeit, ganz tolle Spieler zu holen. Wenn du mit diesen Spielern verlierst, erntest du Kritik. Aber die Vorwürfe sind härter, wenn du mit ganz jungen Spielern verlierst.“

Video: Erfolge feierte Jonker mit kulinarischer Bescheidenheit

Spieler aus FCB-Jugend? Alphonso Davies „ein guter Anfang“

Unter Niko Kovac hatten die jungen Burschen einen schweren Stand. 20 Pflichtspielminuten in 16 Monaten sammelten die Spieler vom FCB-Campus unter dem Kroaten. Dennoch glaubt Jonker, dass die Fans in Zukunft auch wieder selbst ausgebildete Spieler wie Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger oder Thomas Müller zujubeln dürfen. 

„Die Bedingungen sind gut, alles ist super organisiert - und jetzt ist die Zeit da, um inhaltlich zu arbeiten. Dass ein Alphonso Davies jetzt bei den Profis spielt, ist gut und es ist ein Anfang“, findet der heutige Technische Direktor des niederländischen Zweitligisten SC Telstar. „Es ist gut, junge Spieler hochzuziehen. Aber die Qualität muss schon da sein.“

Dajaku aus der U23 erzielt das FCB-Tor des Monats Oktober

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