Reaktion auf Breitseite des Kaisers

"Blind, ungestüm" - Vidals Antwort auf Beckenbauer-Kritik

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Arturo Vidal schert sich wenig um die Kritik von Franz Beckenbauer.

München - Arturo Vidal ein Standfußballer? Das ist zumindest die Ansicht von Franz Beckenbauer. Der Kaiser hat den chilenischen Neuzugang noch ein zweites Mal kritisiert - in der tz wehrt sich der Bayern-Spieler nun.

Der chilenische Fußball-König ist seit gerade mal zwei Monaten in München, vom Kaiser hat er aber bereits sein Fett wegbekommen. Zweimal sogar. Erst bezeichnete Franz Beckenbauer den Neu-Bayern Arturo Vidal nach dem 3:0-Sieg in Piräus als „Standfußballer“, nach dem 5:1-Triumph gegen Borussia Dortmund setzte er jetzt noch einen drauf: „Götze soll nicht so blind und ungestüm spielen wie Vidal“, sagte der 70-jährige Sky-Experte. „Er ist nicht fit, weil er seiner Form hinterherläuft – weil er keine Vorbereitung hatte. Wenn einer spielt, wird er so kritisiert, als wenn er in einer 100-prozentigen Verfassung ist.“ Eine harte Breitseite für den Chilenen, der sich in der tz gegen die Kaiserkritik wehrt.

„Ehrlich gesagt, habe ich es nicht einmal gelesen“, so Vidal nach dem Sieg über den BVB, bei dem er aufgrund seiner Kniebeschwerden lediglich 22 Minuten zum Einsatz kam. „Ich kann nur sagen, dass ich meine Qualitäten kenne. Aus irgendeinem Grund bin ich ja wohl hierhergekommen, aus irgendeinem Grund wird mich dieser Klub ja wohl verpflichtet und so viel Geld für mich ausgegeben haben. Ich denke auch, dass ich bereits auf dem Feld unter Beweis gestellt habe, wer ich bin.“

Vidal: "Das bringt mich nicht aus der Ruhe"

Kann man so stehen lassen. Nicht nur, dass der Irokesen-Kicker Juventus Turin vergangene Saison quasi im Alleingang ins Champions-League-Finale führte, im Sommer setzte er sogar noch einen drauf und holte als Kapitän der chilenischen Nationalelf die Copa América. Ein derart intensiver Sommer hinterlässt natürlich seine Spuren zu Beginn der Saison, ob er jedoch auch die scharfen Hiebe des Kaisers rechtfertigt, ist mehr als fraglich. Vidal lassen Beckenbauers Worte jedenfalls kalt. Er ist überzeugt davon, dass er die Antwort auf dem Platz liefern wird.

„Es stimmt schon, hier geben viele Leute von außen ihre Meinung ab, aber das bringt mich keinesfalls aus der Ruhe“, so der 28-Jährige. „Ich bin einfach nur glücklich und schenke den Kommentaren von außen keinerlei Beachtung. Am Ende des Jahres, wenn sämtliche Wettbewerbe vorbei sind, werden wir sehen, ob ich dieser Mannschaft helfen konnte oder nicht.“ Erst mal geht’s für Vidal aber mit Chile in der WM-Quali gegen Brasilien (8.10.) und Peru (13.10.) – alles fernab vom Kaiser.

José Carlos Menzel López

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