So geht es jetzt weiter

Kroos-Alternativen stehen bereit

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David Alaba (v.) und Neuzugang Juan Bernat.

München - Und jetzt? Der Abschied von Toni Kroos löst beim FC Bayern keine Panik aus. Die Münchner sehen sich auch ohne den Weltmeister gut aufgestellt.

Toni Kroos ist ein wohlerzogener junger Mann. Einer, der weiß, was sich gehört. Deshalb bedankte sich der neue Star des spanischen Fußball-Rekordmeisters Real Madrid am Donnerstagabend bei seiner Vorstellung im Estadio Santiago Bernabeu artig beim FC Bayern für die „wunderbare Zeit in München“. Einen kleinen Seitenhieb auf seinen Ex-Klub konnte sich der 24-Jährige aber nicht verkneifen. Real sei halt doch „die beste Mannschaft der Welt und steht noch eine Stufe über dem FC Bayern“. Das hat gesessen.

Die Bayern dürften sich durch diese Aussage bestätigt sehen darin, Kroos trotz dessen zweifellos vorhandener Extraklasse ziehen gelassen zu haben. Das Verhältnis zwischen dem deutschen Rekordmeister und dem Star war wegen dessen Gehaltsforderung zuletzt ohnehin nicht mehr das beste. Trainer Pep Guardiola schätzte die Qualitäten des Mittelfeldmanns sehr, auch Sportvorstand Matthias Sammer galt lange als Kroos-Fan. Doch Gejammer war an der Säbener Straße nach dem Abschied des Hochtalentierten nicht zu hören.

Genügend Alternativen in den eigenen Reihen

Das liegt daran, dass die Chefetage bei Kroos stets ein gewisses Phlegma zu erkennen glaubte. Mancher verzieh ihm nicht, dass er sich im „Finale dahoam“ 2012 weigerte, einen Elfmeter zu schießen. Wichtiger für die kühle Reaktion der Bayern auf Kroos' Wechsel ist aber das Vertrauen in das noch vorhandene Personal. Der Double-Sieger sieht sich auch ohne den Weltmeister gut aufgestellt. Sammer machte bereits klar, dass die Münchner nicht in Panik verfallen werden. Ein „Kaufen um des Kaufens Willen“ werde es nicht geben.

Dass der französische WM-Teilnehmer Antoine Griezmann (San Sebastian) jetzt wie von der Times berichtet tatsächlich ein Nachfolgekandidat ist, darf bezweifelt werden. Kroos' Rolle wird intern besetzt. Guardiola hat gleich 13 Profis für die fünf Mittelfeldpositionen zur Verfügung, für die Kroos in Frage kam.

Nach der Verpflichtung von Juan Bernat für die linke Abwehrseite hatte Sammer betont, der Spanier sei „nicht als Backup“ für David Alaba vorgesehen, sondern als Stammspieler. Alaba, fügte Sammer an, stehe fortan „für andere Position zur Verfügung“. Für die von Kroos. „Es ist kein Geheimnis, dass ich mich auch im Zentrum wohlfühle: ich weiß, dass ich es dort kann“, sagte Alaba der Sport Bild. In der österreichischen Nationalmannschaft spielt er dort.

Alle Bayern-Gerüchte des Transfer-Sommers

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Gesetzt im Münchner Mittelfeld ist auch in der kommenden Saison Kapitän Philipp Lahm, der sich nach dem Ende seiner Nationalmannschaftskarriere voll auf den FC Bayern konzentrieren kann und will. Im defensiven Bereich hat Guardiola überdies Weltmeister Bastian Schweinsteiger, Javi Martinez, Neuzugang Sebastian Rode und Ausnahmetalent Pierre Emile Höjbjerg zur Verfügung. Auch Bernat kann im Mittelfeld spielen. Offensiv rangeln Arjen Robben, Franck Ribery, Mario Götze, Thomas Müller und Xherdan Shaqiri um die Plätze. Dazu kommt der vielseitige Rekonvaleszent Thiago.

Kein Wunder also, dass sich die Trauer über den Verlust von Kroos in München in Grenzen hält.

SID

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