Wer schafft es in die Startelf?

Jetzt ist von Pep Abwehrakrobatik gefragt

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Die Stars des FC Bayern beim ersten Training auf Münchner Boden nach der Rückkehr aus Katar.

München - Alaba oder Bernat? Rafinha oder Weiser? Auf wen setzt FC-Bayern-Trainer Pep Guardiola? Einzig Boateng ist in der Defensive gesetzt – ansonsten bewerben sich um jede Position mindestens zwei Stars.

Der größte Gewinner im Trainingslager des FC Bayern war einer, den man vorher eigentlich gar nicht auf der Rechnung hatte. Auf dem Hinflug nach Katar wurde die Anwesenheit von Mitchell Weiser eher unter ferner liefen registriert, in Doha stieg der 20-Jährige zum gefragten Gesprächspartner auf. Durch seine tollten Testspielauftritte bot sich Weiser unerwartet für höhere Aufgaben an. Als Rechtsverteidiger glänzte er gegen die Katar Stars mit zwei Toren, gegen Al-Hilal mit einer Vorlage – und mauserte sich zur echten Alternative für Pep Guardiola. Darüber hinaus durfte sich der Spanier während des Trainingslagers auch noch über die Rückkehr von David Alaba und Holger Badstuber freuen. Jetzt ist Pep als Abwehrakrobat gefragt.

Um jede Position bewerben sich mindestens zwei Stars

Egal, ob Dreier- oder Viererkette – um jede Position bewerben sich mindestens zwei Stars. Neben den vielen Trainingseinheiten absolvierten die Roten auch zwei Testspiele in Wüstenstaaten. Doch viel wichtiger als die Ergebnisse waren die Erkenntnisse bei den beiden 4:1-Siegen. Nachdem sich Badstuber am Dienstag gegen die Katar Stars zurückgemeldet hatte, ließ Alaba sein Comeback am Samstag in Saudi-Arabien folgen. „Wenn morgen das Champions-League-Finale wäre, könnte er spielen“, hatte Guardiola vor dem Abflug in Katar über Alaba gesagt und war sichtlich froh über die Rückkehr des 22-Jährigen. Doch den Platz als Linksverteidiger wird Juan Bernat nicht freiwillig räumen, der Neuzugang strotzt nach seiner überraschend starken Hinrunde vor Selbstvertrauen.

Ähnlich verhält es sich auf der rechten Abwehrseite. Da spürt Platzhirsch Rafinha, nach der Versetzung von Philipp Lahm ins Mittelfeld fast nicht mehr wegzudenken, plötzlich Weisers Atem im Nacken. „Es hat Boom gemacht“, beschrieb der Youngster selbst seine Entwicklung im letzten halben Jahr, nachdem er in den zwei Jahren zuvor beim FCB vom Supertalent zunehmend zum Auslaufmodell wurde. Das hat auch Guardiola registriert. Und im Februar soll ja auch noch Lahm wieder zurückkehren. Ob Pep den Kapitän immer noch ins Mittelfeld beordert, wo auch die Weltstars Bastian Schweinsteiger und Xabi Alonso ihrem Selbstverständnis nach einen Stammplatz beanspruchen, bleibt abzuwarten.

Badstuber: "Ich verstehe Peps Handschrift und weiß, wie wir spielen"

Auch in der Mitte wird das Gedränge nicht geringer. Neben dem unumstrittenen Abwehrboss Boateng scheint Dante derzeit die besten Karten auf einen Platz in der Startelf zu haben. Der Brasilianer hat sich Benatias Verletzung zunutze gemacht und im Trainingslager fleißig Pluspunkte gesammelt. In beiden Spielen stand er mit Boateng in der ersten Elf, gegen Al-Hilal trat er sogar als Torschütze in Erscheinung. Doch auch er sollte sich seiner Sache nicht zu sicher sein, denn Badstuber scharrt schon mit den Hufen. Nach seiner Verletzungsodyssee mit zwei Kreuzbandrissen und einem Sehnenriss greift der 25-Jährige wieder an. „Ich verstehe Peps Handschrift und weiß, wie wir spielen. Ich habe ein gutes Gefühl, wieder den Anschluss zu finden“, ist er optimistisch. Und dass sein Trainer auf ihn steht, ist längst bekannt. „Badstuber, i love you“, entfuhr es dem entzückten Guardiola während eines Trainingsspiels auf der Aspire Academy. Und auch Benatia will in den nächsten Tagen zurück ins Mannschaftstraining, ebenso wie Lahm im nächsten Monat und Javi Martínez im März.

Die Rückrunde startet schon in zehn Tagen. Die ersten Härtefälle wird es also noch im Januar geben. Garantiert…

Sven Westerschulze

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