Konkurrenzkampf im Mittelfeld

Schweinsteiger: Entscheidet Donezk über seine Zukunft?

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Bastian Schweinsteiger wird gegen Donezk sein 101. Europapokalspiel bestreiten.

München - Kapitän, Mittelfeldchef, Führungsspieler - diese drei Rollen muss Bastian Schweinsteiger gegen Donezk ausfüllen. In Abwesenheit von Alonso kann sich der Weltmeister beweisen. Falls er scheitert, droht ihm künftig die Bank.

Am Mittwoch muss er es zeigen: dass er der Chef ist. Dass er unersetzlich ist. Dass er führen und das Bayern-Spiel lenken kann. Und zwar allein! Für Bastian Schweinsteiger ist das Rückspiel im Champions-League-Achtelfinale gegen Schachtjor Donezk am Mittwochabend (hier bei uns im Live-Ticker) die bislang wohl wichtigste Partie seit dem Rückrundenstart.

Zusammenspiel mit Alonso funktioniert nicht richtig

Denn die Situation im Bayern-Mittelfeld wird immer schwieriger für den 30-Jährigen. Das Zusammenspiel mit Xabi Alonso in der Schaltzentrale funktioniert nicht wie gewünscht. In den Partien, in denen Pep Guardiola beide Routiniers in der Startelf ran ließ - Alonso als "Sechser" und Schweinsteiger als "Achter" ein Stückchen offensiver -, hakte das Bayern-Spiel, die Ergebnisse sprechen für sich: 1:4 in Wolfsburg, 1:1 gegen Schalke, 0:0 in Donezk (Alonso sah in der 65. Minute Gelb-Rot).

Lediglich die Auftritte gegen Stuttgart und im DFB-Pokal gegen Braunschweig (beide Male ein 2:0-Sieg) endeten erfolgreich mit Alonso und Schweinsteiger in der Anfangsformation. Bei den Kantersiegen gegen Hamburg (8:0), Paderborn (6:0) oder Köln (4:1) stand jeweils nur einer der beiden Weltstars zum Anpfiff auf dem Spielfeld.

Alonso und Schweinsteiger - diese Kombination funktioniert also nur eingeschränkt. Für das Bayern-Urgestein bedeutet das nichts Gutes: Alonso war in der Hinrunde, die Schweinsteiger verletzungsbedingt größtenteils verpasst hatte, Guardiolas Schlüsselfigur auf dem Platz und trug einen gehörigen Anteil zum Durchmarsch des Rekordmeisters bei.

Lahm ist zurück: "Jeder weiß: Wenn Philipp fit ist, spielt er"

Verschärfend kommt für Schweinsteiger hinzu: Seit Montag nimmt auch der etatmäßige Bayern-Kapitän Philipp Lahm wieder am Mannschaftstraining teil. Nach dem Bruch seines rechten oberen Sprunggelenks musste Lahm seit Mitte November pausieren, nun bahnt sich eine baldige Rückkehr an. "Er hat für seine lange Pause einen sehr guten Eindruck hinterlassen", kommentierte Torwart Manuel Neuer das erste kleine Comeback des 31-Jährigen.

Gegenüber dem "kicker" (Montagsausgabe) hatte Lahm auch gleich wieder seine Ansprüche formuliert. "Außer Frage steht, dass ich gerne im Mittelfeld spiele. Ich habe in der vorigen Saison bewiesen, dass ich den Sechser spielen kann.“ Außer Frage steht auch, dass Lahm gesetzt ist. Mitspieler Rafinha bestätigt: "Jeder weiß: Wenn Philipp fit ist, spielt er." Gibt es also künftig ein Trio mit Lahm, Schweinsteiger und Alonso in der Bayern-Zentrale? "Das kann ich mir kaum vorstellen", räumt auch Lahm ein.

Und dann gibt es da ja auch noch einen gewissen Thiago. Der seit gefühlten Ewigkeiten am Knie verletzte spanische Mittelfeldzauberer plant in den nächsten Tagen ebenfalls die Rückkehr ins Teamtraining - und will dann natürlich in absehbarer Zeit auch wieder in der Startelf stehen.

Vorsicht vor Donezk! Pep warnt seine Bayern-Profis im Abschlusstraining

Vorsicht vor Donezk! Pep warnt seine Bayern-Profis

Im Rückspiel gegen Donezk wird Schweinsteiger die alleinige Chefrolle im Bayern-Mittelfeld einnehmen. Alonso sitzt seine Gelb-Rot-Sperre ab, Lahm ist noch keine Option. Auch seine Mitspieler nehmen den Interimskapitän in die Pflicht. "Auf Basti kommt eine Leader-Rolle zu", sagte Neuer vor dem Alles-oder-Nichts-Duell gegen den ukrainischen Meister. Sollte er dieser Verantwortung nicht gerecht werden, könnte Pep für den Fall, dass sich die Bayern für das Viertelfinale (ab Mitte April) qualifizieren, dann wieder auf andere Profis setzen.

Andererseits hat Schweinsteiger spätestens im WM-Finale 2014 in Brasilien allen bewiesen, wie wohl er sich in der Führungsrolle fühlt und wie gut und erfolgreich er diese ausfüllen kann. Vielleicht gibt es ja auch künftig eine Bayern-Zentrale mit Schweinsteiger UND Lahm, OHNE Alonso. Die Rückkehr seines langjährigen Bayern-Mitstreiters veranlasste Schweinsteiger zumindest gleich mal zu einem freudigen Tweet:

Nach dem Spiel gegen Donezk wird Pep Guardiola - und vielleicht auch wir - ein bisschen schlauer sein...

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