Was Physio Schmidtlein sagt

Verletzung: Metzelders Rat an Schweinsteiger

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Ex-Nationalspieler Christoph Metzelder.

München - Bastian Schweinsteiger ist aufgrund von Problemen an der Patellasehne derzeit zum Zuschauen verdammt. Physiotherapeut Schmidtlein erklärt die Verletzung in der tz und Ex-Nationalspieler Christoph Metzelder gibt Schweinsteiger einen Rat mit auf den Weg.

Es ist gerade mal einen Monat her, da feierte die ganze Fußballnation Bastian Schweinsteiger. Nach seiner heroischen Darbietung im WM-Finale wurde der Münchner zur Symbolfigur des deutschen Triumphes. Vier Wochen später ist er von dieser exponierten Stellung weit entfernt, an einen fußballspielenden Schweinsteiger ist derzeit überhaupt nicht zu denken. Probleme an der Patellasehne im linken Knie zwingen ihn zum Zuschauen. Die Sorgen um den Vize-Kapitän werden immer größer, und mittlerweile drängt sich die Frage auf: Hat der 30-Jährige für den WM-Titel seine Gesundheit riskiert?

„Die Sehne überträgt die Kraft zwischen der Kniescheibe und dem Unterschenkel. Dabei wirken sehr viele Kräfte auf die Patellasehne, besonders bei Sprüngen, Schüssen oder schnellem Abbremsen“, erklärt Oliver Schmidtlein, ehemaliger Physiotherapeut des FCB und der Nationalelf, in der tz die Funktion der nur sieben Zentimeter langen Sehne. Dabei bezieht er sich grundsätzlich auf das Verletzungsbild und nicht explizit auf den Fall Schweinsteiger. Der Bayern-Star selbst hatte noch in der WM-Vorbereitung gesagt: „Man muss da schon ein bisschen aufpassen. Patella ist nicht zu unterschätzen.“ Denn eine Verletzung an der Patellasehne verläuft oftmals chronisch, zieht sich also über mehrere Monate hinweg, wie Schmidtlein erklärt.

Metzelders Rat an Schweinsteiger: Bloß nicht unters Messer legen!

Auch Ex-Nationalspieler Christoph Metzelder hatte während seiner Karriere mit Problemen an der Patellasehne zu kämpfen. „Sehne ist immer übel. Mich hat es mehrere Jahre beschäftigt“, so Metzelder, der aber auch betonte, die Verletzung immer wieder in den Griff bekommen zu haben. Wie? „Exzentrisches Training hilft. Aber auch Bestrahlung oder Schmerzmittel. Da gibt es verschiedenste Möglichkeiten“, klärt der Ex-Profi auf. Einen Rat hat er trotzdem für seinen ehemaligen DFB-Kollegen. Bloß nicht unters Messer legen! „Eine OP sollte die Ultima Ratio sein“, meinte Metzelder. Ruhe helfe deutlich mehr. Das sieht auch Schmidtlein so. Mit „vier bis sechs Wochen Pause“ müsse man bei „deutlich reduziertem Trainingsumfang“ rechnen,schätzt der Physiotherapeut aus jahrelanger Berufserfahrung.

Im Trikot des FC Bayern wird Schweinsteiger in den nächsten Wochen definitiv nicht zu sehen sein. Pep Guardiola hatte am Wochenende ausgeschlossen, dass sein Spielgestalter am Freitag beim Bundesliga-Start gegen den VfL Wolfsburg zur Verfügung steht. Auch ein Einsatz eine Woche später auf Schalke scheint im Moment ausgeschlossen. Als wahrscheinlich gilt, dass Schweinsteiger auch die anstehenden Länderspiele gegen Argentinien (3. September) und Schottland (6. September) absagen muss.

Schweinsteiger bekommt angeblich seit Monaten Spritzen gegen die Schmerzen

„Basti hat schon letzte Saison immer mit Problemen gespielt, auch in Brasilien. Er macht im Moment gar nichts“, verriet Pep Guardiola. Wie lange dieser Zustand noch andauert, ist ungewiss. Probleme an der Patellasehne sind häufig sehr langwierig.

Wie die Bild berichtet, erhält Schweinsteiger schon seit Monaten Spritzen zur Linderung seiner Schmerzen. Die tz hakte beim FC Bayern nach, der Verein wollte sich zur den Behandlungsmethoden des Mittelfeldstars aber nicht äußern. Schweinsteiger hat sich bis auf den Fußballthron gequält, jetzt muss er den Preis für seinen unbändigen Einsatz zahlen…

Bilder: Alter Bekannter beim Bayern-Training

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Sven Westerschulze

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