Großer Abschied in der Arena

Bastis Bilderbuch-Karriere

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Bastian Schweinsteiger bei seinem DFB-Abschiedsspiel.

Bastian Schweinsteiger wird in allen Ehren beim FC Bayern verabschiedet. Ein Blick zurück auf eine glanzvolle Karriere.

Bastian Schweinsteiger (r.) in der F-Jugend.

München - Vor drei Jahren hatte Karl-Heinz Rummenigge dem nach Manchester abgewanderten Bastian Schweinsteiger ein Abschiedsspiel beim FC Bayern versprochen, am Dienstagabend ist es so weit. Um 20.30 Uhr (live bei RTL) trifft der „Fußballgott“ der Bayernfans mit Chicago Fire auf den FCB, wird jeweils eine Halbzeit für beide Mannschaften spielen. Zu Ehren des Champions-League-Siegers und achtfachen deutschen Meisters wird die Fassade der Allianz Arena mit einer großen, weißen 31 – der Rückennummer Schweinsteigers – auf rotem Grund erstrahlen. Ein würdiger Rahmen für einen der größten Spieler, die der Rekordmeister je hervorgebracht hat.

Bastian Schweinsteiger als junger Bayern-Fan.

„Ich bin einfach nur froh, hier zu sein. Ich hatte wirklich wunderbare Jahre hier beim FC Bayern, wir haben hier etwas entwickelt“, meinte Schweinsteiger am Montag nach seiner Ankunft in München. „Bastian war immer ein Spieler, auf den sich der FC Bayern hundertprozentig verlassen konnte, der immer das ganze Herz beim FC Bayern hatte“, sagte Präsident Uli Hoeneß, der Schweinsteiger in seinen Flegeljahren einige Male öffentlich zurechtgewiesen hatte – Stichwort „Puderzucker“.

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Robben freut sich auf Schweinsteiger

Bastian Schweinsteiger mit Schultüte.

Arjen Robben freut sich stellvertretend für die ehemaligen Bayern-Kollegen auf den heutigen Abend: „Basti ist ein super Typ. Er ist Teil der Geschichte dieses Vereins. Es ist ein Spiel, das er verdient hat“, erklärte der Niederländer, Jahrgang 1984 wie Schweinsteiger. „Es wird schön sein, noch mal mit ihm auf dem Platz zu stehen.“ Robben war der Schütze des entscheidenden Tores bei Schweinsteigers größtem Sieg im Vereinstrikot, dem 2:1-Champions-League-Triumph über Borussia Dortmund 2013 im Londoner Wembleystadion, als sich die von vielen schon als ewige Zweite abgeschriebene Generation Lahm/Schweinsteiger für alle Mühen belohnte. 

Ein Jahr nach dem traumatischen „Finale dahoam“ 2012 gegen Chelsea, für Schweinsteiger erklärtermaßen der schlimmste Abend seiner Karriere, eroberten die Bayern nicht nur den ersehnten Henkelpott, sondern das historische Triple mit Meisterschaft und DFB-Pokal. Wieder ein Jahr später folgte der WM-Titel gegen Argentinien. Götzes Tor, Schweinsteigers aufopferungsvoller Kampf, die Krönung der Karriere mit knapp 30 Jahren.

Schweinsteiger genießt das Leben in Chicago

„In zehn Jahren wird alles Negative weg sein, was je über Bastian geschrieben wurde. Da wird es nur noch Wembley und Rio geben, den Henkelpott und den Cut“, sagt Paul Breitner, wie Schweinsteiger in Kolbermoor bei Rosenheim geboren. Über die Zukunft muss sich bei Schweinsteiger wohl tatsächlich niemand Sorgen machen. Aufhören will er trotz des wahrscheinlichen Verpassens der Playoffs mit Chicago Fire noch nicht, sagte er im Vorfeld der heutigen Partie. „Es macht mir jeden Tag Spaß, zum Training zu fahren. Ich spiele jedes Spiel.“ Zwei, drei Jahre könne es schon noch gehen, „aber ich schaue von Jahr zu Jahr“.

Schweinsteigers Triumph von Wembley

Zusammen mit Ehefrau Ana Ivanovic und dem gemeinsamen Söhnchen genießt Schweinsteiger das Leben in Chicago, die Anonymität der US-Metropole, in der Football, Basketball, Baseball und Eishockey weit populärer sind als Soccer. „Meine Frau wird eigentlich mehr erkannt als ich – sie ist ja auch ein bisschen hübscher“, sagt er und grinst: „Deswegen gehen wir immer getrennt: Sie geht vorneweg, ich hinterher.“

Heute Abend wird die Rollenverteilung eine andere sein.

Ludwig Krammer

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