Start-Ziel-Sieg der Münchner?

Merkur-Kommentar: Bayern an der Playstation

Andreas Werner.

München - Zwei Spieltage – und bereits alles gelaufen? Die Bayern geben sich keine Blöße, die Dortmunder patzen schon, auch die anderen ambitionierten Bundesligisten sind von Beständigkeit weit entfernt. Merkur-Redakteur Andreas Werner kommentiert.

Trotz holpriger erster Halbzeit setzten sich die Bayern am Ende klar gegen Schalke durch - und scheinen der Liga schon jetzt weit enteilt.

Es deutet viel auf den sechsten Start-Ziel-Sieg der Münchner hin. Der Titelverteidiger kann es sich sogar leisten, erst am Spieltag anzureisen – er gewinnt ja trotzdem locker. Carlo Ancelotti hat diese Maßnahme damit begründet, dass er nicht wolle, dass seine Spieler so viel an der Playstation hocken. Der ganze Ligabetrieb ist für sie ja eh schon wie an einer Spielkonsole. Philipp Lahm und Kollegen sitzen am Schalthebel. Männer, die auf Knopfdruck Leistung bringen und nicht für die Bayern agieren, sind rar. Mario Götze hat trotz der BVB-Pleite gut gespielt, hier besteht zumindest ein Hauch Hoffnung. Und Leverkusen beschäftigt neuerdings einen Stürmer, der einen gewissen Unterhaltungswert verspricht, nicht nur, weil er ein Namen-Ungetüm ist: Joel Pohjanpalo. Zu Leipzig kann man stehen, wie man will – aber die Neuzugänge Naby Keita und Oliver Burke könnten die vielen Millionen, die der Aufsteiger in sie investierte, wert sein.

Fünfmal die 4: Bilder und Noten vom Kampf-Sieg auf Schalke

Ansonsten aber gilt in der Bundesliga das Prinzip Hoffnung, dass doch noch so etwas wie Spannung aufkommt im Titelkampf. Geht alles seinen Gang, könnte die Saison höchstens eine Übergangsphase sein, bis sich die Dortmunder Talente gefunden und sich Schalker wie Leipziger entwickelt haben. Tröstlich ist in diesen Tagen für neutrale Fans lediglich, dass es in absehbarer Zeit einen Umbruch geben wird. Denn einige Bayern-Stars kommen so langsam in die Jahre. Das ist der Unterschied zur Playstation, wo die Akteure niemals altern.

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Andreas Werner

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