1. tz
  2. Sport
  3. FC Bayern

Bayern-Star Pavard hatte depressive Phase: „Bin aus all dem herausgekommen, aber es hat mich verändert“

Erstellt:

Von: Kai Hartwig

Kommentare

Benjamin Pavard vom FC Bayern München geht über das Spielfeld
Benjamin Pavard hat schwere Zeiten durchlebt. © Daniel Karmann/dpa

Beim FC Bayern erlebte Benjamin Pavard zuletzt schwere Zeiten. Nun offenbarte er seelische Probleme. Aus denen half ihm auch ein Gespräch mit Julian Nagelsmann heraus.

München – Bereits seit über drei Jahren läuft Abwehrspieler Benjamin Pavard für den FC Bayern auf. Im Sommer 2019 wechselte der Franzose vom VfB Stuttgart an die Säbener Straße. Und legte in seinem ersten Jahr mit den Münchnern eine Traumsaison hin.

Auch dank starker Leistungen des Rechtsverteidigers gelang dem FC Bayern unter Coach Hansi Flick das Triple. Pavard und seine Teamkollegen gewannen die Champions League sowie Meisterschaft und DFB-Pokal. Doch nach der extrem erfolgreichen Debütsaison lief es für den Weltmeister nicht mehr so gut. Vor allem in der vergangenen Spielzeit 2021/22.

FC Bayern: Pavard spricht offen über depressive Phase – „Es hat mich verändert“

Pavard warfen private Probleme auch sportlich aus der Bahn. Und die Corona-Pandemie ging ebenfalls nicht spurlos an dem Abwehrass des FCB vorüber. „In meinem Kopf ging es nicht“, gestand Pavard der französischen Zeitung Le Parisien. Er habe eine depressive Phase gehabt. „Zuerst sagst du dir, dass es nichts ist, dass es vorbeigehen wird. Aber wenn du siehst, dass es anhält, dass du ins Training gehst und keinen Spaß hast, musst du reagieren“, schilderte der Bayern-Star offen seinen damaligen Gemütszustand.

Vor allem der Corona-Lockdown und die damit verbundene Isolierung machten Pavard schwer zu schaffen. „Ich bin ein Mensch wie alle anderen. Und obwohl ich ein super schönes Haus mit Kraftraum habe, brauchte ich den Kontakt zu anderen“, beschrieb der französische Nationalspieler, dass ihm insbesondere das fehlende Aufeinandertreffen mit Menschen im Alltag seelische Probleme bereiteten. „Ich stand auf, ich hatte keinen Appetit. Ich habe versucht, mich zu beschäftigen, zu kochen, Serien zu schauen. Aber Netflix, es war ok für nur zwei Minuten“, meinte Pavard.

Seine Gefühlswelt habe sich inzwischen wieder gebessert. „Ich bin als Mann aus all dem herausgekommen“, sagte Pavard. Ergänzte aber auch: „Es hat mich verändert.“ Dabei habe er sich teils am eigenen Schopf aus dem mentalen Loch ziehen müssen. „Ich war wie viele Fußballspieler auf mich allein gestellt und musste mich mit einem positiven Umfeld umgeben, um den Kopf wieder nach oben zu bekommen“, erklärte der FCB-Verteidiger.

Auch Gespräch mit Nagelsmann half Pavard – Franzose hegte Gedanken an einen Abschied aus München

Zudem habe ihm auch Bayern-Trainer Julian Nagelsmann unterstützend zur Seite gestanden. Und mit der Versicherung, dass er ein zentraler Baustein bei den Münchnern sein werde, dem Franzosen den Rücken gestärkt. „Er machte mir klar, dass ich in seinen Plänen eine große Rolle spielen würde“, berichtete Pavard von den Gesprächen mit Nagelsmann.

Noch im Sommer hatte sich Pavard trotz laufenden Vertrags bis 2024 mit einem vorzeitigen Abschied aus München beschäftigt, wie er Anfang September in dem TV-Format „Téléfoot“ eingestand. „Ich habe im Sommer vieles infrage gestellt. Ich hatte Anrufe von verschiedenen Vereinen“, gab der Defensivakteur an. Über das Interesse verschiedener Top-Klubs wie Paris Saint-Germain, FC Chelsea, Manchester United, Atlético Madrid oder Juventus Turin war damals spekuliert worden.

Obwohl der FC Bayern mit Matthijs de Ligt und Noussair Mazraoui zwei Konkurrenten um einen Stammplatz in der Münchner Abwehrreihe holte, blieb Pavard letztlich doch beim deutschen Rekordmeister. Und wusste in der laufenden Saison in den ersten Spielen in Bundesliga und Champions League durchaus zu überzeugen. (kh)

Auch interessant

Kommentare