FCB-Boss fordert mehr Konkurrenz und Geld

Die tz erklärt Rummenigges große TV-Reform

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Karl-Heinz Rummenigge will mehr Geld aus TV-Verträgen holen.

München - Karl-Heinz Rummenigge hat auf der Jahreshauptversammlung eine Bombe platzen lassen. Er will raus aus der Zentralvermarktung und mehr Geld aus TV-Verträgen holen. Die tz analysiert, wie das gehen soll.

Der Stein des Anstoßes kam gar nicht von den Bayern. Doch Karl-Heinz Rummenigge nahm die Vorlage von St. Paulis Geschäftsführer Andreas Rettig dankend auf, jetzt, wo am Mittwoch die DFL-Mitgliederversammlung auf dem Plan steht und der Kampf um die TV-Einnahmen ab der Saison 2017/18 entfacht ist. Der Boss des FC Bayern will zwar nicht den Solidaritätsgedanken der Bundesliga aufheben, doch im "kicker" äußert er klare Vorstellungen, um den FCB als Sieger aus den Verhandlungen gehen zu lassen.

Mit dem aktuellen TV-Vertrag kassiert die Liga 2,5 Milliarden Euro für vier Jahre. Was soll sich ändern?

„Schritt eins muss die Steigerung der Einnahmen auf 1,x Milliarden Euro (pro Jahr, Anm. d. Red.) sein. Im zweiten Schritt geht es um den Verteilermechanismus. Diese Verteilung muss vor der Rechte-Ausschreibung vom Liga-Vorstand beschlossen werden“, fordert Rummenigge.

Wo soll das Geld herkommen?

„Für höhere TV-Einnahmen brauchen wir Konkurrenz auf dem Markt“, erklärt der FCB-Boss und sieht die Liga in der Verantwortung. „Das ist der Job der DFL, ein sehr anspruchsvoller. Es ist nicht gut, dass wir ein Anbieterkartell, die Bundesliga, mit einem Monopol-Nachfrager bei Live-Spielen haben.“

Warum kassieren die englischen Vereine bald mehr als drei Milliarden Euro pro Saison?

Die Premier League profitierte vom Bieter-Wettstreit zwischen Sky und British Telecom. Am Ende teilten sich die TV-Riesen die Rechte und zahlen in drei Jahren knapp 6,9 Mrd. Euro – nur für die Inlandsvermarktung. „Durch Konkurrenz sind in England diese Super-Einnahmen erst möglich geworden“, ist sich Rummenigge sicher. Eine Situation, die es in Deutschland nicht gibt. „Sky ist bei den Pay-TV-Live-Rechten der einzige Partner, und das führt nicht zu Konkurrenz“, moniert der 60-Jährige.

Noch zeigt sich der FCB solidarisch – doch wie lange?

„Ich bin ein Kind der Bundesliga, habe da gespielt und sehe den FC Bayern als wichtigstes Mitglied dieser Bundesliga, damit auch in der Verantwortung – aber alles in seinen Grenzen“, sagt Rummenigge. Den FCB-Standpunkt erklärt er so: „Wir führen jede Diskussion über Solidarität mit, solange sie nicht unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit gefährdet.“

Wann ist diese gefährdet?

„Wenn wir bei Vertragsverhandlungen sagen müssen: Tut mir leid, können wir nicht mitgehen. Dann werden wir sportliche Qualität verlieren – was manchem in der Bundesliga vielleicht gefallen würde.“

Was fordert Rummenigge?

„Wir müssen Parameter diskutieren, um mehr Seriosität und Gerechtigkeit in den Verteilermechanismus einzuführen. Leistung muss hier berücksichtigt werden. Da spielen natürlich die Fans eine Rolle, Zuschauerquoten bei Sky.“

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