Fabrizio Ravanelli im tz-Interview

Juve-Legende: "Mandzukic will jetzt Rache"

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Mario Mandzukic spielte von 2012 bis 2014 beim FC Bayern.

Turin - Beim Spiel gegen den italienischen Tabellenführer trifft der FC Bayern auf einen alten Bekannten: Mario Mandzukic. Juve-Legende Fabrizio Ravanelli spricht in der tz über das Wiedersehen.

Juve-Legenden? Da wären Buffon, Pirlo – und natürlich Fabrizio Ravanelli. Die weiße Feder, wie ihn die Tifosi wegen seiner früh ergrauten Mähne tauften, machte 111 Partien für die Alte Dame und gewann 1996 die Champions League. Wie er die Chancen gegen Bayern (Dienstag ab 20.45 Uhr bei uns im Live-Ticker)einschätzt, verrät der 47-Jährige im tz-Interview:

Signore Ravanelli, was sagt Ihr Juve-Herz: Können die Bianconeri die Bayern schlagen?

Fabrizio Ravanelli.

Ravanelli: Aber natürlich! Beide Mannschaften sind stark, die Chancen liegen bei 50:50. Juve ist international aber auch gereift, das beweist schon allein die Teilnahme am letzten CL-Finale.

Turins beste Siegesserie in der Geschichte fand beim 0:0 in Bologna ihr Ende. Was war los?

Ravanelli: Das war Zufall, denn Probleme gibt es keine. Es kann schon mal vorkommen, dass man bei einem Spiel nicht zu hundert Prozent konzentriert ist. Und nach 15 Siegen in Folge ist es berechtigt, dass irgendwann einmal der Tag kommt, an dem die Dinge nicht wie gewohnt laufen. Hinzu kommt, und das muss man sich neidlos eingestehen, dass Donadonis Truppe eine fantastische Partie absolviert und das Unentschieden verdient hat. Den mentalen Zustand der Mannschaft wird das Ergebnis aber nicht beeinflussen. Ich denke, Guardiola hätte diese Serie mit dem Remis auch unterschrieben.

Allegri hat in dieser Saison oft das System gewechselt. Welches wird er heute Abend gebrauchen?

Ravenelli: Juve wird gegen Peps Bayern wieder in einem 3-5-2 spielen. Dieses Jahr hat das System sehr gut funktioniert.

Welche Bedeutung hat es, dass Allegri in dieser Partie wieder auf Mandzukic zurückgreifen kann?

Ravanelli: Er ist ein Spieler mit Erfahrung und Charakter, der sich für die Mannschaft aufopfern wird. Dass er mit dabei ist, ist fundamental. Ich denke ja, dass er große Lust verspürt, sich an seiner ehemaligen Mannschaft zu rächen, vor allem wenn man sich sein schlechtes Verhältnis zu Guardiola vor Augen führt, das er in den Zeitungen ja offen zugegeben hat. Schade, dass er physisch noch nicht in Topform ist.

Sie würden den Kroaten aber trotzdem in die Startelf nehmen?

Ravanelli: Ja, mit Sicherheit! Er ist ein unglaublicher Spieler, und es ist gerecht, dass er spielt – auch weil Morata zuletzt nicht konstant war und seine Leistungen nicht zu dem passten, was man sich von ihm verspricht.

Wie werden die Tifosi auf die Rückkehr von Arturo Vidal und Kingsley Coman reagieren?

Ravanelli: Sie verdienen Applaus, schließlich waren sie sehr wichtig für unsere Mannschaft. Gerade Arturo war die Seele des Teams bei den vier Scudetti in Folge zuletzt, er ist ein fantastischer Gladiator, den sich jeder Trainer der Welt für seine Mannschaft wünscht. Wäre ich Tifosi würde ich klatschen. Es gibt keinen Grund, die beiden auszupfeifen. Nicht einen.

Interview: M. Calemme

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