Jetzt geht es um die Liga

Bayern in deutscher Mission: England überholen!

München - Um Platz eins oder das Achtelfinale geht es für die Münchner nicht mehr. Der FC Bayern will sich in Manchester trotzdem nicht zurücklehnen – es geht um die Belange der Bundesliga.

Stilecht sahen sie aus, die Profis des FC Bayern, als sie gestern Mittag die Maschine des Sonderflugs LH 2570 bestiegen. Das Ziel lautete England, die Heimat von James Bond, und dass die Spieler um Bastian Schweinsteiger in ihren adretten Anzügen wie Agenten auf einer Mission wirkten, passte zur Situation. Eigentlich geht es heute in dem Duell mit Manchester City für die bereits als Gruppensieger und Champions League-Achtelfinalisten feststehenden Münchner um nichts mehr, doch sie wollen sich nicht zurücklehnen. Sie sind in nationalem Auftrag in England unterwegs. Nicht in Diensten Ihrer Majestät, sondern für die Belange der Liga.

Mission Manchester: Jetzt gilt es für Pep Guardiola und die Bayern, England in der UEFA-Wertung zu überholen.

Noch in dieser Saison wäre es theoretisch möglich, England in der UEFA-Wertung zu überholen. In diesem Zusammenhang sind direkte Duelle mit Vertretern von der Insel besonders wichtig. „Wir werden die letzten beiden Partien nicht abschenken“, erklärte Karl-Heinz Rummenigge vor dem Abflug die Situation vor dem Vorrundenfinale. „Es gab sicher Spiele, da ist man mit etwas zittrigeren Knien hingefahren. Das ist jetzt etwas anderes.“ Zusätzlich reizt den Vorstandschef natürlich das Preisgeld, das die UEFA für Punkte ausschüttet – und sechs Siege zum Start beim Kräftemessen von Europas Elite hat bisher auch noch kein deutscher Verein aneinandergereiht. „Unser Trainer ist extrem ehrgeizig“, deutete Rummenigge an, dass es genug Anreize gibt, bei dem Trip nicht nur modisch mit Agenten-Outfits zu punkten.

„Champions League ist immer toll“, sagte Torwart Manuel Neuer. „Wir können den ersten Platz nicht mehr verlieren“, ergänzte Thomas Müller, „aber wir fahren da hin, um guten Fußball zu spielen.“ Man werde das Spiel „seriös bestreiten“, versicherte Arjen Robben. Als erstes Indiz, dass man diesen Wettbewerb nicht schleifen lassen wird, konnte man dem Umstand ablesen, dass Jerome Boateng ebenfalls mitflog. Der Innenverteidiger ist angeschlagen, er hat sich eine Prellung am Oberschenkel zugezogen. Vermutlich sitzt er in Manchester nur auf der Bank – aber er ist dabei. Sicher ist sicher.

Pep Guardiola kann ohnehin keine Komplettrotation durchführen, dazu sind die Personaloptionen zu überschaubar. Spannende Frage wird, wer neben Geburtstagskind Xabi Alonso (wird am Dienstag 33) im Mittelfeld aufläuft. Sebastian Rode hat sich gegen Hoffenheim empfohlen, doch auch Schweinsteiger könnte ein Kandidat sein. Es geht um nichts Wesentliches, der Vizekapitän braucht Spielpraxis – und wenn man ehrlich ist, sah man es ihm beim Abflug nicht an, dass er nach seiner langen Verletzung noch kein vollwertiges Mitglied einer Mission sein kann. Er kam agentenmäßig gut rüber.

Andreas Werner

Rubriklistenbild: © AFP

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