Wiedersehen mit Ex-Klub RB Leipzig

Wird auch er irgendwann Cheftrainer? Das ist Hansi Flicks Co Danny Röhl - Stiller Macher hinter den Kulissen

Danny Röhl und seine drei ehemaligen Kollegen stehen vor dem Anpfiff am Spielfeld und unterhalten sich.
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Wiedersehen mit alten Bekannten: Danny Röhl (links) mit Leipzigs Mannschaftsarzt Dr. Frank Striegler sowie den Physiotherapeuten Nicolaus Schmid und Alexander Sekora (von links).

Danny Röhl ist der stille Macher im Trainerteam des FC Bayern. Am Samstag trifft er auf seinen Ex-Klub RB Leipzig - ein Weggefährte erinnert sich.

  • Für Danny Röhl steht am Samstag (hier geht‘s zum Live-Ticker) ein ganz besonderes Spiel an: Er trifft mit dem FC Bayern auf Ex-Klub RB Leipzig.
  • Was macht den erst 31-jährigen Senkrechtstarter aus? Die tz sprach mit einem ehemaligen Chef von Röhl.
  • Und der ist sich sicher: Röhl dürfte eines Tages Ambitionen auf einen Posten als Cheftrainer haben.
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München - Im Frühling war an der Säbener Straße viel los. Der FC Bayern stellte wichtige Weichen für die Zukunft, verlängerte mit Hansi Flick, Thomas Müller und Manuel Neuer bis 2023. Nicht weniger bedeutend: Auch Co-Trainer Danny Röhl (31) unterschrieb einen neuen Drei-Jahres-Vertrag. Der stille Macher an Flicks Seite hat sich schnell bewiesen, am Samstag trifft Röhl auf seine alte Liebe. Acht Jahre lang arbeitete der Zwickauer für RB Leipzig. Die tz stellt den stillen Spezialisten vor.

Röhl, zu dem es nicht mal einen Wikipedia-Eintrag gibt, war selbst ein guter Fußballer. In der Jugend kickte er für den FSV Zwickau, wurde aber bereits in jungen Jahren vom Verletzungspech verfolgt. Mit 19 ging er zum FC Eilenburg in die sechste Liga, ein Kreuzbandriss beendete die aktive Karriere des Danny Röhl aber nur ein Jahr später. Bitter allemal, aber der Student der Sportwissenschaft hatte längst einen Plan B: Er wollte ins Trainergeschäft.

Danny Röhl: Ralph Hasenhüttl holte ihn in die Premier League

Und als ein österreichischer Brause-Konzern sich anschickte, den damals fünftklassigen Verein aus Leipzig auf die Landkarte des großen Fußballl zu hieven, schien Röhl dieses ambitionierte Projekt gerade recht. „Danny ist ein Kind der ersten Stunde bei RB“, erzählt Frank Leicht, einst Chefcoach der Leipziger U17 und für ein Jahr Röhls Chef. „Er hat ständig Gas gegeben wie ein Fußball-Verrückter. Man hat schon früh gesehen, dass er von seinem Engagement fast unerreichbar ist.“

Zwei, die sich verstehen: Bayern-Chefcoach Hansi Flick (links) und sein Assistent Danny Röhl.

Bei der U17 blieb der Co-Trainer dann auch nicht lange. Leicht erklärt: „Es war relativ schnell klar, dass er der beste Videoanalyst bei RB ist und er rückte zu Recht zu den Profis auf und wurde dort Co-Trainer Analyse.“ Vier Jahre lang bereitete Röhl die RB-Profis auf den kommenden Gegner vor, stellte die wichtigsten Spielszenen zusammen. „Er kann ein Spiel richtig gut lesen und die entscheidenden taktischen Dinge herausfiltern und präsentieren“, meint Leicht. Röhls Chefs hießen u. a. Ralf Rangnick und Ralph Hasenhüttl. Letzter lockte ihn im Winter 2018 schließlich von Deutschlands Osten in Englands Süden - zum Premier-League-Klub FC Southampton.

FC Bayern: Hat Danny Röhl Ambitionen auf den Cheftrainer-Posten?

Ein gutes halbes Jahr später flatterte bei Röhl ein Angebot ins Haus, das auch im Trainergeschäft kaum abzulehnen ist: Der FC Bayern um Cheftrainer Niko Kovac klopfte an. Röhl folgte dem Lockruf. Leicht: „Danny ist auch für den FC Bayern ein absoluter Glücksgriff.“ Seine Aufgaben unter Flick: zum einen die tägliche Trainingsarbeit. Gemeinsam mit dem Boss feilt er an neuen Trainingsformen. Zudem simuliert Röhl mit der B-Mannschaft den kommenden Gegner - nachdem er diesen vorher in der Videoanalyse auseinander gepflückt hat.

Während der Spiele nimmt Röhl gemeinsam mit Co-Trainer-Kollege Miroslav Klose auf der Tribüne Platz, betreibt die Live-Analyse und informiert Flick in der Halbzeit über die Erkenntnisse. Die Arbeit im Verborgenen kommt Röhls Naturell entgegen. „Danny ist keiner, der unten an der Seitenlinie und in der ersten Reihe stehen muss“, sagt Leicht. Ein künftiger Chefposten ist also nichts für A-Lizenz-Inhaber Röhl? Leicht meint: „Ich denke schon, dass er mal einen Cheftrainerposten übernehmen könnte. Er entwickelt sich bei hervorragenden Trainern immer weiter.“ Aber Röhl sei eben auch „kein Spinner oder Träumer, sondern ein absoluter Realist“. Sein Credo: „Täglich Vollgas geben und schauen, wohin das führt.“

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