Brasilianer im tz-Interview

Dante: "Bayern hat mein Leben geprägt"

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Dante (l.) mit FCB-Boss Rummenigge.

München - Was würde Pep Guardiola nur geben, stünde ihm aktuell ein gesunder Dante zur Verfügung. Doch der 32-jährige brasilianische Innenverteidiger kickt jetzt für Wolfsburg. Seit knapp einem Jahr schon. Warum die Bayern aber immer einen Platz in seinem Herzen haben werden, verrät er im tz-Interview.

Dante, knapp ein Jahr ist es nun her, dass Sie den FC Bayern verlassen haben. Haben Sie sich gut eingelebt in Wolfsburg?

Dante: Sehr gut, danke. Umzüge haben es immer in sich, aber der Familie gefällt es hier und meine Kinder machen sich auch gut in der Schule. Das ist das Wichtigste.

Schöner als in München kann es aber kaum sein, oder?

Dante (lacht): Nein, das nicht. Aber solange meine Kleinen glücklich sind, und das sind sie, bin ich es auch.

Und jetzt geht es am Samstag gegen Ihre Bayern. Was bedeutet Ihnen dieses Spiel?

Dante: Eine Menge. Mit Bayern habe ich alles erreicht, wovon ich immer geträumt habe. Deswegen werde ich stets einen großen Respekt vor diesem Klub haben.

Sie klingen ganz gerührt, wenn Sie über den FC Bayern sprechen.

Dante: Ich habe einfach eine Menge erlebt dort. Es ist eine Geschichte voller Identifikation, und die wird es auch immer geben, aber jetzt stehe ich auf der anderen Seite des Platzes und werde alles dafür tun, um meinen Mitspielern zu helfen.

Das Hinspiel endete nach Lewandowskis neun Minuten einigermaßen bitter mit 5:1.

Dante: Das war nicht einfach für uns, vor allem nach der starken ersten Hälfte, die wir bis dahin auf den Platz gebracht hatten. Schade, denn wenn wir das zweite Tor gemacht hätten, bin ich mir nicht so sicher, ob sie dann noch mal zurückgekommen wären. Aber so ist das Leben. Kopf hoch und weiter geht’s.

Jetzt können Sie sich ja dafür revanchieren.

Dante: Für uns ist die Partie von großer Bedeutung. Wir werden mit großem Herzen spielen, vielleicht können wir die Bayern dann schlagen. Gegen Bayern ist es immer schwer, aber wir müssen einfach alles abrufen, was wir haben, und versuchen zu gewinnen. Und wenn Sie mich jetzt noch nach den Verletzten bei Bayern fragen: Keine Sorge, da ist immer noch genug Qualität da.

Pep Guardiola würde sich dennoch freuen, wenn aktuell ein fitter Dante zur Verfügung stünde...

Dante (lacht): In drei Jahren bei Bayern war ich nie verletzt. Ich leide mit meinen Freunden mit, vor allem das Schicksal von Holger Badstuber ist sehr tragisch. Als ich davon gehört habe, war ich sehr traurig, denn ich weiß, wie hart er für sein Comeback gearbeitet hat. Ich wünsche ihm das Beste.

Dass Rafinha und Sie quasi unzertrennlich sind, ist bekannt. Wie steht es denn um den Kontakt mit den übrigen Bayernspielern?

Dante: Sehr gut. Ich habe so viele Freunde in München, aber wenn der Schiedsrichter um 15.30 Uhr anpfeift, werde ich vergessen, dass wir Freunde sind. Dann kämpfe ich für Wolfsburg.

Hadern Sie nach wie vor etwas mit Ihrem Abschied vergangenes Jahr?

Dante: Absolut nicht. In meinem Kopf sind nur die positiven Dinge, die ich bei Bayern erlebt habe. Die ganzen Spiele, die Titel, die Freundschaften – Bayern ist ein Klub, der mein Leben geprägt hat. Im Leben muss man aber auch nach vorn schauen. Was passiert ist, ist passiert. Fertig.

In einem tz-Interview sprachen Sie mal von einem möglichen Karriereende in München. Traurig, dass es nun doch anders gekommen ist?

Dante: Das Leben läuft eben oft nicht so, wie man es sich vorstellt. Ich hätte am liebsten viele, viele Jahre für Bayern gespielt, aber ab und an muss man auch harte Entscheidungen treffen. Nehmen wir das Beispiel Basti Schweinsteiger. Niemand hätte es für möglich gehalten, dass er den FC Bayern mal verlässt, aber oft geschehen unvorhersehbare Dinge. Ich bin in Wolfsburg sehr glücklich und auch dankbar für das Vertrauen, das der Klub mir entgegenbringt.

Was geht in Ihrem Kopf vor, wenn Sie die Zeit unter Guardiola Revue passieren lassen?

Dante: Ich denke nicht, dass es angebracht ist, jetzt darüber zu reden. Auch aus Respekt vor meinem jetzigen Trainer.

Hat es Sie überrascht, dass er beim FC Bayern nicht verlängert hat?

Dante: Das ist seine Entscheidung. Ich konzentriere mich lieber auf das Spiel gegen ihn.

Sagt Dieter Hecking auch, dass er am liebsten 1000 Dantes im Team hätte?

Dante (lacht): Nein. Er kennt ja noch nicht alle Facetten von mir.

Können Sie sich vorstellen, in der Champions League auf die Bayern zu treffen?

Dante: Jetzt noch nicht, nein. Das wäre gefährlich. Erst mal steht das Rückspiel gegen Gent an.

Und das des FCB gegen Juve.

Dante: Bayern hat genug Qualität, glauben Sie mir.

Wolfsburg ebenso. Was, wenn Sie am Samstag treffen?

Dante: Dann jubele ich. Mit Respekt.

Interview: José Carlos Menzel López

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