Von London bis nach Madrid

Bayern demontiert BVB: Was sagen ausländische Experten?

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Der Meistertitel für den FC Bayern scheint nur noch Formsache zu sein.

München - Es war eine 90-minütige Demontage, die die Fußballfans am Sonntag in der Arena und an den Fernsehschirmen erlebten: Die Bayern fiedelten Dortmund mit 5:1 ab. Wie fielen die Reaktionen in Frankreich, Spanien, England und Italien aus?

Acht Spiele, acht Siege, die vermeintlich direkten Konkurrenten aus Wolfsburg und Dortmund mit jeweils fünf Hütten nach Hause geschickt und sieben Punkte Vorsprung auf die zweitplatzierten Borussen herausgespielt.

So sieht sie derzeit aus, die rosarote Welt an der Säbener Straße. Die Bundesliga ist dieses Jahr bereits im Oktober fast entschieden, in dieser Form halten es schließlich nicht mal die Bayern selbst für möglich, dass sie das Polster von sieben Zählern in den übrigen 26 Spieltagen noch irgendwie verspielen. Das hat die 5:1-Demontage der schwarz-gelben Truppe in Fröttmaning gezeigt, die kurz darauf auch weltweit in aller Munde war. In Spanien berichteten die Zeitungen von einem „FCB-Tornado“, im Big Apple stimmten derweil die US-Fans der Münchner Fangesänge an.

Die tz hat sich auch mal umgehört: Wie fielen die Reaktionen in Frankreich, Spanien, England und Italien aus? Waren die Bayern Gesprächsthema Nummer eins? Und folgt jetzt auf den nationalen Spaziergang auch internationale der Durchmarsch? Von London bis nach Madrid: Die Bayern sind in aller Munde!

Frankreich: FCB vor Real und ManU

Von Alexis Menuge, L’Équipe.

Der vergangene Sonntag hatte es in sich: Erst mal der Knaller in der Bundesliga zwischen Bayern und dem BVB, dann das Topspiel in der Premier League zwischen Arsenal und ManU, und am Abend gab es dann noch in Spanien das Madrider Derby Atlético – Real. Welche Partie bei den Franzosen am höchsten im Kurs stand? Zweifelsohne der deutsche Klassiker! Das 5:1 der Bayern war jedenfalls das Spiel, das in den Medien bestimmend war. Geht es nach den Franzosen, ist die Bundesliga ohnehin bereits entschieden und der FCB schon im Oktober Deutscher Meister. Genauso haben die französischen Fußballfans vernommen, dass die rote Maschinerie auch ohne die Superstars der vergangenen Jahre reibungslos arbeitet. Sowohl Ribéry wie Robben durften sich zuletzt ansehen, wie Costa und Coman, der französische Hoffnungsträger, auf den Außen wirbelten.

Spanien: Angst hat hier keiner

Von Alvaro de la Rosa, As.

Die Spanier konnten sich den deutschen Clásico live im Fernsehen bei Canal+Futbol anschauen. Das Problem war nur: Die wenigsten taten es auch. Am Sonntagabend war in Spanien mit dem Madrider Derby zwischen Atlético und Real (1:1) genug geboten, weshalb das deutsche Topspiel am Ende in den Hintergrund geriet. Insgesamt ist die Bundesliga weit hinter der Premier League, was die spanischen Zuschauer­zahlen angeht. Das soll nun keineswegs bedeuten, dass sich kein Spanier um den deutschen Fußball schert, nur wird die Bundesliga eben nicht so massiv verfolgt wie die Premier League – was wohl mit der Dominanz des FCB zu tun hat. Die meisten Spanier hatten schon einen Sieg der Münchner erwartet, dass es zum Schluss aber so deutlich wird, hat keiner gedacht, da Dortmund ja gut in die Saison gestartet war. Angst vor dem FCB hat hier deswegen aber niemand.

England: Ungesund für die Liga

Von Simon Mullock, Sunday Mirror.

Dass der FCB den deutschen Klassiker am Ende doch so souverän und überzeugend für sich entscheidet, damit haben hier nur die wenigsten gerechnet. Letzten Endes ist dieser Triumph aber auch nicht überraschend, da die Politik der Bayern in den vergangenen Jahren so aussah, ihren ärgsten Kontrahenten die besten Kicker wegzukaufen. Das hat dazu geführt, dass nicht nur die Bundesliga, sondern der deutsche Fußball nur noch eine One-Man-Show ist. Für die Bayern ist das natürlich eine angenehme Situation, für den Rest der Liga und den deutschen Fußball an sich ist die Lage durchaus besorgniserregend, da diese Einseitigkeit schlichtweg nicht gesund ist. Im Fußball sollte ein gleichwertiger Wettbewerb gesichert sein, in Deutschland ist der FC Bayern aber zweifelsohne zu mächtig und dominant für den Rest der Mannschaften.

Italien: Es riecht nach Triple

Von Mirko Calemne, Tuttonapoli.

Bei den Bayern riecht es schon nach Triple. Sie sind eine Dampfwalze, das hat das 5:1 gegen die Dortmunder erneut unter Beweis gestellt. Im Moment ist es für jeden Trainer der Welt eine nahezu unmögliche Aufgabe, in diesem Team Fehler oder Schwächen auszumachen. Der Grund: Nach zwei Jahren hat der FCB die Philosophie von Pep Guardiola ein für allemal verinnerlicht und lebt sie auf dem Platz. Spiel für Spiel. Und dennoch: Recht viele Tifosi saßen nicht vor dem Schirm, als die Roten am Sonntagabend gegen Dortmund den deutschen Clásico ausfochten, dafür war einfach das Timing der Partie zu schlecht. Erstens gingen um diese Zeit die Nachmittagsspiele zu Ende, und zweitens griffen dann um 18 Uhr noch Juventus und Lazio Rom an. Spätestens am Montag wusste aber jeder über die Demontage des BVB Bescheid.

"Ein Tornado in der Bundesliga"

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