Sammer, Pep & Co. müssen sie meistern

Das sind die vier großen Baustellen des FC Bayern

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Matthias Sammer will unbedingt die vierte Meisterschaft in Serie einsacken.

München - Die Bayern können mit der vierten Meisterschaft in Folge in dieser Saison Geschichte schreiben. Doch der verbale Rundumschlag von Sportvorstand Sammer zeigt: Vor dem Rekordmeister liegt noch viel Arbeit.

Es war eine Brandrede, die es so von einem Verantwortlichen des FC Bayern lange nicht mehr gegeben hatte. Und die man in dieser Form eigentlich nur von Uli Hoeneß gewohnt war. Aber Matthias Sammer hatte am Mittwoch etwas anderes im Sinn, als den Ex-Präsidenten des FCB zu imitieren. Er wollte sich zur Wehr setzen. Gegen die Vorwürfe, die im Umfeld des Rekordmeisters in den vergangenen Tagen für Wirbel gesorgt haben.

Doch Sammer wäre nicht Sammer, wenn er nicht auch einen Ausweg aus dem unruhigen Fahrwasser parat hätte. Den zeigte er seinen Spielern mit einem flammenden Appell auf. „Wir können Geschichte schreiben im deutschen Fußball. Ich rede nicht von der Champions League, ich rede nicht vom Pokal. Ich rede von der magischen Vier – die uns alle antreibt, die auch mich antreibt. Das ist unser großes Ziel“, erinnerte der 48-Jährige mit Blick auf die vierte Meisterschaft in Folge. Das ist in 52 Jahren Bundesliga niemandem gelungen. Auch wenn der Acht-Punkte-Vorsprung auf Dortmund beruhigend erscheint, eingetütet ist die „magische Vier“ noch nicht. Und um Geschichte zu schreiben, müssen die Bayern vier Baustellen in den Griff kriegen.

1. Das Vertrauen zu Pep

Viele Spieler waren am Ende der Hinrunde enttäuscht, dass sie die Nachricht von Pep Guardiolas Abschied aus den Medien erfahren mussten. Der Trainer selbst sprach erst vor dem Rückrundenauftakt in Hamburg mit ihnen persönlich darüber. Einige wählten in den vergangenen Tagen dann ihrerseits den Weg über die Medien, um interne Missstände öffentlich zu machen. Die Maulwurf-Affäre ist für das Klima innerhalb des Teams ebenso wenig förderlich wie die zuletzt öffentlich gewordenen Gehälter einiger Stars. So landete der Lohnzettel von Medhi Benatia im Internet, laut Bild ließ Arturo Vidal seine Abrechnung nicht nur einmal in der Kabine liegen.

2. Die Unruhe im Umfeld

„Zündeln“ nenne man das, was die Medien nun tun würden, meinte Sammer. Genau dieselben Medien, die sich in der Hinrunde mit Superlativen überschlugen, als der FCB mit 15 Siegen aus 17 Spielen zur Herbstmeisterschaft galoppierte. Nebenschauplätze gab es zu der Zeit so gut wie keine – im Gegensatz zu jetzt. So verriet ein Star dem kicker, die Stimmung in der Mannschaft sei „nicht gut“, die tz erfuhr von Jerome Boatengs Adduktorenproblemen vor dem Spiel beim HSV und an die Sport Bild wurde herangetragen, dass die Mannschaft, nicht der Trainer, Mitspieler Vidal disziplinieren solle. Auch die vielen Muskelverletzungen sind im Umfeld des Vereins ein Thema.

3. Die Abwehr und ihre Ausfälle

Dass die Bayern in der Offensive brillieren, ist kein Geheimnis. Die Achillesferse in Guardiolas auf Ballbesitz und Dominanz ausgelegtem Fußball ist und bleibt – trotz lediglich neun Gegentoren – die Defensive. Gerade in ihrem verwundbarsten Mannschaftsteil werden die Bayern jetzt von einer schier unglaublichen Verletzungsmisere heimgesucht. Jerome Boateng und Javi Martinez fallen länger aus, Medhi Benatia ist auch noch nicht zurück im Mannschaftstraining. Zwar hat Pep mit Philipp Lahm und David Alaba nach wie vor zwei Weltklasse-Außenverteidiger zur Verfügung, doch im Zentrum ist neben Holger Badstuber nur noch der zurzeit angeschlagene Noteinkauf Serdar Tasci (Gehirnerschütterung) da. Während der Dreifach-Belastung im Februar darf Guardiola die verbliebenen Verteidiger nicht verheizen.

4. Guardiolas Abschied

Die Bayern haben den Abschied von Guardiola bewusst nach dem letzten Spiel der Hinrunde verkündet. Laut kicker soll Peps Entschluss sogar schon Anfang 2015 klar gewesen sein. Das Thema sollte so wenig Einfluss wie möglich auf die sportlichen Herausforderungen haben. Zeitgleich wurde mit Carlo Ancelotti Peps Nachfolger präsentiert. „Ich stehe mit ihm in Kontakt“, hatte FCB-Boss Karl-Heinz Rummenigge zuletzt bei einer Veranstaltung in Mailand erzählt. Seit Anfang der Woche ist nun auch offiziell, dass Guardiola ab Sommer Manchester City trainieren wird. Schwer vorstellbar, dass er vor dem 1. Juli keinerlei Kontakt mehr zu Citys Verantwortlichen haben wird.

Sven Westerschulze

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