Als Nachfolger für Robben und Ribéry?

Transfergerücht: Hat der FC Bayern diesen Portugiesen-Flitzer im Visier?

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Gelson Martins (l.) im Champions-League-Spiel gegen Legia Warschau.

Ein junger Portugiese mischt derzeit die heimische Liga auf. Hinter dem 21-jährigen Flügelflitzer ist halb Europa her - offenbar auch der FC Bayern.

Update vom 15. Januar 2018

München - Die Zukunft von Arjen Robben und Franck Ribéry ist noch immer nicht geklärt. Sucht der FC Bayern diesbezüglich nach Ersatz in Portugal? Die portugiesische Sporttageszeitung O Jogo will erfahren haben, dass sich der Rekordmeister in Gesprächen mit dem Flügelflitzer Gelson Martins befindet. 

Angeblich sollen beim Stadtderby zwischen Benfica und Sporting zuletzt Scouts des FC Bayern vor Ort gewesen sein. Martins erzielte dabei beim 1:1 die zwischenzeitliche Führung für den aktuellen Spitzenreiter. 

Der 15-fache Nationalspieler gilt als eines der größten Talente Europas, in der aktuellen Saison kommt er wettbewerbsübergreifend in 30 Spielen auf starke 18 Scorerpunkte (9 Tore, 9 Assists). 

Der Vertrag von Martins läuft bis 2022 - allerdings besitzt dieser eine Ausstiegsklausel in Höhe von 60 Millionen Euro.     

Schlägt der FC Bayern zu?

Gelson Martins ist erst 21 Jahre alt. Und doch spielt der Rechtsaußen bei seinem Klub Sporting Lissabon bereits eine große Rolle. Seit er im August 2015 sein Debüt in der portugiesischen Liga gab, ging es mit Martins steil bergauf. Nur eine Minute spielte er in seiner ersten Partie bei den Profis - und bereitete prompt ein Tor vor. In 28 weiteren Spielen der Saison 2015/16 kam der auf den Kap Verden Inseln geborene Flügelflitzer zum Einsatz, erzielte vier Tore und wurde am Ende der Saison Vizemeister mit seinem Team, nur zwei Punkte hinter Stadtrivale Benfica. Spätestens seit der aktuellen Spielzeit ist der 21-Jährige nicht mehr aus der Startelf der Hauptstädter wegzudenken. In allen sieben bisherigen Ligaspielen war Martins an mindestens einem Tor direkt beteiligt, sechs Tore bereitete er schon vor, zwei Mal knipste er selbst. In der Champions League kam Martins ebenfalls schon bei beiden Partien zum Einsatz.

Auf seine starken Leistungen wurde nun auch Fernando Santos, Portugals Nationaltrainer, aufmerksam und berief ihn für die WM-Qualifikationsspiele gegen Andorra und die Färöer-Inseln. Am Freitag feierte er auch gleich sein Debüt in der Elf des Europameisters, als er in der 72. Minute eingewechselt wurde.

Tasci, Donovan und Co.: Die größten Transfer-Flops des FC Bayern

Serdar Tasci
Serdar Tasci: Der ehemalige deutsche Nationalspieler kam in der Winterpause 2015/16 als Leihgabe von Spartak Moskau. Tasci sollte die Verletztenmisere in der Abwehr lindern, kam aber so gut wie nie zum Einsatz. © dpa
Sinan Kurt
Sinan Kurt: Als Top-Talent mit vielen Vorschusslorbeeren wechselte der gebürtige Mönchengladbacher 2014 von der Borussia zu Bayern. Doch in München konnte Kurt die hohen Erwartungen nicht erfüllen, machte nur ein Bundesligaspiel und wechselte Anfang 2016 zur Hertha nach Berlin. © MIS
Jan Kirchhoff
Jan Kirchhoff: Das Verteidigertalent aus Mainz sollte 2013 den Konkurrenzkampf in der Bayern-Defensive anheizen. Doch in seiner ersten Bayern-Hinrunde kam Kirchhoff nur auf sieben Bundesliga-Kurzeinsätze. In der Winterpause 2013/14 wurde er nach Schalke verliehen, hatte dort eineinhalb Jahre lang große Verletzungsprobleme. Die setzten sich nach der Rückkehr nach München fort. Seit der Winterpause 2015/16 spielt er für den FC Sunderland in der Premier League. © sampics / Stefan Matzke
Takashi Usami
Takashi Usami: Er galt als DAS Fußballversprechen aus Asien schlechthin. Doch in München kam Takashi Usami nie richtig in Tritt. Der „Jugendspieler des Jahres 2010“ in Japan wurde bei seinem Bundesliga-Debüt im August 2011 ein- und gleich wieder ausgewechselt und kam danach nur zu zwei weiteren Einsätzen. Wechselte nach nur einer Saison zu Hoffenheim, wo der erhoffte Durchbruch ebenfalls ausblieb.  © dpa
Nils Petersen
Nils Petersen: Kam 2011 als Zweitliga-Torschützenkönig aus Cottbus zu den Bayern, die sich dann als eine Nummer zu groß für ihn herausstellten. Nach einer Saison mit neun, meistens kurzen Einsätzen in der Bundesliga und zwei Toren, ging Petersen nach Bremen. Sagt heute aber, dass ihn die Zeit bei Bayern fußballerisch entscheidend vorangebracht hat. © Christina Pahnke / sampics
Alexander Baumjohann
Alexander Baumjohann: Der offensive Mittelfeldspieler konnte sich nur ein halbes Jahr lang in München halten. Baumjohann kam in der Hinrunde 2009 unter Louis van Gaal nur auf 91 Einsatzminuten in der Bundesliga und stand meistens nicht einmal im Profi-Kader. Schon zur Winterpause verkauften die Bayern den zuvor ablösefrei aus Mönchengladbach gekommenen Baumjohann nach Schalke. © picture-alliance/ dpa-tz/mm
Edson Braafheid
Edson Braafheid: War einer der Wunschspieler, die Louis van Gaal zum Amtsantritt 2009 aus den Niederlanden mitbrachte. Doch das Vertrauen des Trainers konnte er nie wirklich bestätigen. Zwar spielte Braafheid in seiner ersten Bayern-Hinrunde immerhin neun Mal in der Bundesliga, doch schon nach einem halben Jahr wurde er an Celtic Glasgow verliehen. Auch nach seiner Rückkehr in der darauffolgenden Hinrunde konnte Braafheid keine Glanzlichter setzen und verließ den Verein im Januar 2011 in Richtung Hoffenheim. © MIS
Landon Donovan
Landon Donovan: Jürgen Klinsmann wollte ihn unbedingt haben, den damals absoluten Topspieler der nordamerikanischen MLS. Donovan kam im Januar 2009 als Leihspieler aus Los Angeles, blieb nur etwas mehr als zwei Monate und konnte bei sechs Bundesliga-Kurzeinsätzen nicht überzeugen: 0 Tore, 0 Torvorlagen für den offensiven Mittelfeldspieler. © sampics-mzv
Breno
Breno: Die Karriere des Brasilianers beim FC Bayern stand von Beginn an unter keinem guten Stern. Breno war 2008 einer der gefragtesten Nachwuchsverteidiger der Welt. Doch es gab Gerüchte, dass der 18-Jährige bei seinem Alter geschummelt haben sollte. Richtig Fuß fasste er in der Folge nie, wurde immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen. 2011 der traurige Höhepunkt: Der Brand in seiner Villa. Breno wird wegen Brandstiftung zu drei Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt, kommt im Dezember 2014 vorzeitig frei und spielt seitdem wieder in Brasilien. © picture-alliance/ dpa-tz/mm
Massimo Oddo
Massimo Oddo: Der italienische Weltmeister kam 2008 als Leihgabe vom AC Mailand und diente vor allem als Integrationshilfe für Torjäger Luca Toni. Sportlich lief es für den Außenverteidiger Oddo nicht rund, nach einem Jahr war das Intermezzo in München wieder beendet. In Erinnerung blieb vor allem seine unglückliche Vorstellung bei der 0:4-Champions-League-Blamage in Barcelona. © MIS-mzv
Tim Borowski
Tim Borowski: Kam als einer der Wunschspieler Jürgen Klinsmanns ablösefrei aus Bremen. Borowski hatte außer einem Doppelpack bei der 2:5-Niederlage gegen seinen Ex-Klub aber keine großen Momente in München. Schon nach einer Saison kehrte er zurück an die Weser und brachte immerhin noch einen kleinen Transfer-Erlös ein. © MIS-mzv
Jan Schlaudraff
Jan Schlaudraff: Spielte die Bayern im DFB-Pokal-Achtelfinale 2006 mit Aachen schwindelig, erzielte den 4:2-Siegtreffer und wurde im Sommer 2007 verpflichtet. Schlaudraff brachte es in München aber nur auf acht Bundesliga-Kurzeinsätze ohne Torerfolg. Nach nur einer Saison der Wechsel nach Hannover, der bescherte den Bayern immerhin ein Transfer-Plus. © MIS
Marcell Jansen
Marcell Jansen: Mit großen Erwartungen kam der Nachwuchsnationalspieler 2007 aus Mönchengladbach nach München. Zusammen mit Philipp Lahm sollte er für viele Jahre das Außenverteidiger-Gespann des FCB bilden. Doch Jansen machte nur 17 Bundesliga-Spiele für Bayern und war oft nicht einmal im Kader. Nach nur einer Saison verließ er den Verein und wurde beim Hamburger SV glücklicher. © MIS
Jose Ernesto Sosa
Jose Ernesto Sosa: „Der kleine Prinz“ wechselte 2007 von Estudiantes de La Plata nach München und sollte Sebastian Deisler im rechten Mittelfeld ersetzen. Doch der Argentinier Sosa konnte sich bei den Bayern nie unverzichtbar machen - im Gegensatz zu Franck Ribery, der im selben Sommer nach München kam. In drei Spielzeiten kam Sosa auf 35 Bundesligaeinsätze und zwei Tore. Das große Versprechen, eines der Top-Talente Südamerikas zu sein, konnte er nie einlösen. © picture-alliance/ dpa-tz/mm
Lukas Podolski
Lukas Podolski: Eines der größeren Missverständnisse der Bayern-Vereinsgeschichte. Podolski konnte beim Wechsel 2006 die Euphorie der Heim-WM nicht zu den Bayern mitnehmen. Er blieb in drei Spielzeiten in München konstant unter seinen Möglichkeiten und kehrte 2009 ohne bleibende Eindrücke auf dem Platz zu hinterlassen in seine Heimatstadt Köln zum FC zurück. © dpa-mm
Julio dos Santos
Julio dos Santos: Er sollte in die Fußstapfen von Michael Ballack treten, doch die waren mehrere Nummern zu groß. Dos Santos kam im Januar 2006 aus Paraguay nach München, machte in seinem ersten Jahr aber nur fünf Bundesligaspiele mit 98 Minuten Einsatzzeit. Wurde danach auf eine Leih-Odyssee geschickt, die ihn zu Wolfsburg, Almeria und Gremio Porto Alegre nach Brasilien führte – aber nie mehr zurück zu den Münchnern. © dpa/dpaweb-mm

Manchester United, Real Madrid und der FC Bayern sind hinter Martins her

Doch nicht nur Portugals Nationaltrainer ist von den tollen Leistungen des 21-Jährigen angetan. Wie calciomercato.com berichtet, sollen mehrere europäische Top-Klubs an Gelson Martins interessiert sein. Darunter sind offenbar Manchester United, Real Madrid und auch der FC Bayern. Die Münchner sind möglicherweise auf der Suche nach jungen Außenspielern, da sich mit Franck Ribéry (33) und Arjen Robben (32) bereits zwei Spieler im Kader befinden, die in naher Zukunft ihre Karrieren beenden werden. Die Verträge der beiden Superstars laufen im Sommer 2017 aus, beide sollen jedoch verlängern. Zuletzt wurde auch berichtet, dass die Münchner erwägen, die Kaufoption von Kingsley Coman nicht zu ziehen. 

Martins selbst hat sich zu den Gerüchten bereits geäußert: "Im Moment denke ich nur daran, dass ich bei Sporting spiele. Ich habe einen Vertrag hier." Doch calciomercato.com ist sich sicher: Die Zukunft des 21-Jährigen liegt fern ab der portugiesischen Hauptstadt. Vielleicht ja in München.

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tor

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