Es wird höchste Zeit

Appell: Bayern, zieht endlich die Kaufoption für Coman!

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Kingsley Coman entwischt Aymen Barkok von Eintracht Frankfurt.

München - Bis zum 30. April gilt das Vorkaufsrecht für Kingsley Coman. Unser Autor Stefan Matern appelliert an die Bayern: Zieht endlich die Kaufoption für dieses Juwel!

Die alten Herren verlassen nach und nach die Bühne. Neben Kapitän Philipp Lahm verliert der FC Bayern mit Xabi Alonso eine weitere Persönlichkeit und einen Weltklasse-Spieler. Selbiger Umbruch steht auch auf den Außenbahnen an: Die Flügelzange „Robbéry“, bestehend aus Franck Ribéry und Arjen Robben, hat noch Verträge bis 2018 - und dass man im Alter nicht unbedingt spritziger und verletzungsunanfälliger wird, dürfte allgemein bekannt sein. Über kurz oder lang braucht der FC Bayern hier Ersatz.

Da dies auch den Bayern-Bossen nicht entgangen war, und die Roten zudem aufgrund der Verletzungsanfälligkeit von Ribéry und Robben auf den Außen ohnehin nachlegen wollten, kam es im Sommer 2015 zu den Verpflichtungen von Kingsley Coman und Douglas Costa. Der Brasilianer kostete die Bayern die stolze Summe von 30 Millionen Euro, Coman wurde zunächst für zwei Jahre ausgeliehen. Die Konditionen des Transfers: Leihgebühr sieben Millionen Euro, vertraglich garantiertes Vorkaufsrecht 21 Millionen Euro.

Kaufoption für Coman: Bayern will sich Zeit lassen

Dieses Vorkaufsrecht gilt noch bis zum 30. April. Und man ist geneigt zu fragen, worauf der FC Bayern eigentlich wartet? Der Youngster hat seine Qualitäten mehrfach unter Beweis gestellt und es darf davon ausgegangen werden, dass er ob seines jungen Alters noch viel Luft nach oben hat. Doch die Bayern wollen sich da nicht aus der Ruhe bringen lassen.

Unter Pep Guardiola hatte Coman eine überragende erste Saison für die Bayern gespielt.

„Wir werden uns da Zeit lassen“, hatte Karl-Heinz Rummenigge der Fußball Bild im Januar gesagt. „Grundsätzlich sind wir von dem Spieler total überzeugt. Aber es ist schon festzustellen, dass die letzte Saison besser war als die jetzige, wobei er auch einige Verletzungen gehabt hat.“ Damit hat der Vorstandsvorsitzende grundsätzlich recht. Unter Pep Guardiola hatte Coman für die Bayern in der Champions League in acht Spielen zwei Treffer und sechs Vorlagen erzielt und dabei eine unglaublich starke Partie gegen Juventus Turin gezeigt. In der Bundesliga war der Franzose 23 Mal zum Einsatz gekommen und hatte dabei zehn Scorer-Punkte erzielt. Spielte Coman bei einem anderen Verein, so wäre er mit solchen Leistungen sicherlich längst im Gespräch bei den Bayern. Die Kirschen in Nachbars Garten, und so...

Bewerbungsschreiben: Coman überzeugt durch Leistung auf dem Platz

Nach der Fabel-Saison mit dem Höhepunkt der Europameisterschaft im eigenen Land, kam der 20-Jährige nie mehr so richtig in Tritt. Zunächst plagte ihn eine Kapselverletzung, dann erlitt er einen Kapselriss im Sprunggelenk. Als er beide Verletzungen schließlich ausgestanden hatte, folgte die nächste Schock-Diagnose: Außenbandriss im Knie, wieder Pause, wieder Reha. Das kann einen jungen Spieler durchaus zermürben. Aber nicht so Coman. Der Flügelflitzer arbeitete verbissen an seinem Comeback und gehört mittlerweile wieder zum festen Bestandteil des Bayern-Kaders. Das ist charakterliche Stärke, die jedem Verein der Welt gut zu Gesicht stünde - auch dem FC Bayern!

Unter Carlo Ancelotti kam Coman bislang nur zu Kurzeinsätzen - wusste aber dennoch zu überzeugen.

Seit Coman zurück ist, überzeugt er mit Leistung. Gegen die Hertha holte der Youngster den Freistoß raus, der in allerletzter Sekunde zum Ausgleich führte und gegen den Hamburger SV sorgte er mit zwei Toren für ein weiteres gelungenes Bewerbungsschreiben. Auch gegen den 1. FC Köln wirbelte Coman auf der Außenbahn. Dabei eine große Waffe: Sein unfassbarer Antritt. Der Franzose vermag es nahezu jedem Gegenspieler die entscheidenden Meter im Eins-Gegen-Eins-Duell abzunehmen und so entweder zum Abschluss, oder zur Flanke zu kommen. Dass er dabei eine feine Technik und eine super Ballkontrolle besitzt, macht ihn noch wertvoller. Natürlich trifft auch Coman noch viele falsche Entscheidungen, aber dabei sollte bedacht werden, wie jung der Franzose eigentlich noch ist. Erfahrung ist eine wesentliche Komponente bei der Entscheidungsfindung - und diese kann der 20-Jährige in seiner Karriere noch reichlich sammeln, wenn man ihn nur lässt. Dass Coman Anlagen besitzt, die ihn noch zu viel größeren Leistungen befähigen können, ist aber auch anderen Klubs nicht verborgen geblieben.

Vorsicht: Die Konkurrenz wird nicht kleiner!

Wie französische Medien zuletzt berichteten, hätten sowohl Manchester City, als auch der FC Chelsea Juventus Turin ein äußerst attraktives Kaufangebot für Coman gemacht: Mit einer Ablösesumme zwischen 50 und 60 Millionen Euro wollen die Engländer den französischen Nationalspieler verpflichten. Das sind Angebote, die im Vergleich zur 21 Millionen Euro Ablöse der Bayern für Juventus deutlich attraktiver klingen. Und auch Coman dürfte ein solches Werben nicht entgangen sein. Zwar hat der deutsche Rekordmeister ein Vorkaufsrecht, aber ohne die Zustimmung des Spielers ist eine Verpflichtung nur schwerlich vorstellbar.

Statt also herumzueiern, und in jedem zweiten Interview davon zu sprechen, dass man die Kaufoption „wahrscheinlich aktivieren“ werde, wie es Karl-Heinz Rummenigge zuletzt im Gespräch mit Tuttosport tat, sollten die Bayern einfach Nägel mit Köpfen machen! Damit würde dem Spieler Vertrauen ausgesprochen, das auch zu noch besseren Leistungen beflügeln kann - und man sendete ein klares Signal an die Konkurrenz: Dieses Talent bleibt bei Bayern und geht nirgendwo hin!

Warum zögern die Bayern?

Aber warum zögert der FC Bayern noch immer? Die Gründe hierfür können vielerlei Art sein. Einerseits wähnt man sich offenbar aufgrund des Vorkaufsrechts in der absoluten Pole-Position. Dass diese aber auch wackeln kann, beweisen die Angebote von Manchester City und dem FC Chelsea. Sollte es bei der Verpflichtung derweil nur um das Gehalt des Flügelflitzers gehen, so kommt der mediale Rummel um die Angebote von Top-Klubs für den Franzosen zur rechten Zeit. Damit könnte er seinen Wert weiter in die Höhe treiben.

Außerdem möglich: Es gibt Absprachen mit Juventus Turin, beispielsweise aus steuerlichen Gründen, die Option später zu ziehen oder eine etwaige Verpflichtung erst später zu verkünden. Da der deutsche Rekordmeister aber prinzipiell gewillt ist, die Option zu ziehen und sich trotz der Konkurrenz aus dem Ausland äußerst gelassen zeigt, könnte die Verpflichtung und eine etwaige Verrechnung mit Medhi Benatia (Bayern-Leihgabe an Turin) bereits über die Bühne gegangen sein. 

Appell: Bayern, zieht endlich die Kaufoption!

Hier noch einmal die Kurzversion: Kingsley Coman ist ein erst 20-Jähriger Flügelspieler, der bereits in der Champions League und bei einer Europameisterschaft auf allerhöchstem Niveau zu überzeugen wusste. Er löst Eins-Gegen-Eins-Situationen mit einem überragenden Antritt und er kennt den FC Bayern und die Bundesliga. Er kämpfte sich nach zwei schwerwiegenden Verletzungen wieder zurück und ließ dabei sein Talent sofort wieder aufblitzen. Außerdem würde er die Bayern lediglich 21 Millionen Euro kosten. Eine Summe, die auf dem heutigen Transfermarkt fast schon lächerlich gering erscheint. Wer (berechtigte) 35 Millionen Euro in die Zukunft investieren kann, um einen Renato Sanches von Benfica Lissabon loszueisen, der kann auch den vergleichsweise einfacheren Schritt gehen, und 21 Millionen Euro in die Zukunft auf dem Flügel investieren. Da weiß man, was man hat.

Wer bleibt wie lang? So lange laufen die Verträge der Bayern-Stars

Tom Starke: 2018 © AFP
Arjen Robben: 2018 © AFP
Franck Ribéry: 2018 © AFP
Rafinha: 2018 © AFP
Sven Ulreich: 2018 © MIS
Arturo Vidal: 2019 © dpa
James Rodriguez: ausgeliehen bis 2019 © MIS
Juan Bernat: 2019 © AFP
Sandro Wagner: 2020 © sampics / Stefan Matzke
Sebastian Rudy: 2020 © MIS
Joshua Kimmich: 2020 © MIS
Manuel Neuer: 2021 © AFP
Jerome Boateng: 2021 © AFP
Robert Lewandowski: 2021 © AFP
Mats Hummels: 2021 © sampics
Javi Martinez: 2021 © AFP
Thomas Müller: 2021 © AFP
David Alaba: 2021 © AFP
Thiago Alcantara: 2021 © AFP
Renato Sanchez: 2021 (derzeit ausgeliehen bis 2018 an Swansea City) © sampics
Niklas Süle: 2022 © MIS
Corentin Tolisso: 2022 © MIS
Kingsley Coman: 2023 © MIS

Für etwaige andere Transfers ist damit keinesfalls die Tür zugeschlagen. Ein Julian Brandt, der wohl im Jahr 2018 für 12,5 Millionen Euro zu haben wäre, kann ja dennoch kommen. Einen Abgang von Weltklasse-Leuten wie Franck Ribéry und Arjen Robben kann man sowieso nicht ganz, und ohnehin nicht mit einem einzigen Transfer kompensieren. Also, lieber FC Bayern: Fasst euch ein Herz, und zieht endlich die Kaufoption für diesen Flügelflitzer.

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sdm

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