Ein „Mittelfeld-Denker“ ist von Nöten

Lieber FC Bayern: Warum eigentlich nicht Mo Dahoud?

Mo Dahoud, ein spielintelligenter Mittelfeldspieler.
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Mo Dahoud, ein spielintelligenter Mittelfeldspieler.

München - Im Sommer muss der FC Bayern den Rücktritt eines Strategen im Mittelfeld auffangen. Unser Autor Stefan Matern appelliert: Bayern, mischt euch endlich in den Dahoud-Poker ein!

Update vom 30.03.2017: Na, wieder Lust auf Bundesliga? Dann seid ihr hier genau richtig. Denn am kommenden Samstag empfängt Rekordmeister FC Bayern im bayerischen Derby den FC Augsburg und wir verraten Ihnen, wie Sie das Match live im TV und Live-Stream verfolgen können. 

Nachdem Dirigent Xabi Alonso den Taktstock zum Saisonende endgültig niederlegt, stehen dem FC Bayern in der kommenden Saison für die Mittelfeldzentrale die folgenden Spieler zur Verfügung: Arturo Vidal, Renato Sanches, Thiago und Joshua Kimmich. Wer soll den Part von Alonso also übernehmen? 

Arturo Vidal ist ein gänzlich anderer Spielertyp. Der Chilene zeichnet sich durch seine hohe Dynamik, Zweikampfstärke, Robustheit und Aggressivität aus. Perspektivisch könnte der junge Renato Sanches Vidals Part übernehmen. Aber eben nicht den von Xabi Alonso - dafür sind seine, zweifellos guten, Anlagen nicht geeignet.

Denn einen Alonso-Abgang sollte man als FC Bayern nicht mit gänzlich anderen Spielertypen auffangen. Zumindest nicht, wenn die über Jahre implementierte Spielidee nicht komplett über den Haufen geworfen werden soll. Bleiben noch Thiago und Joshua Kimmich. Der Spanier kann die Sechs ähnlich wie Alonso spielen, zeichnet sich aber auf der offensivsten Position im Dreiermittelfeld der Bayern durch deutlich mehr Kreativität aus. Will heißen: Seine Stärken kann er dort am Besten einbringen. Was passiert, wenn der Kreativgeist einmal verletzt ist, hat sich gezeigt: die Bayern agieren deutlich ideenloser und kreieren viel weniger Chancen.

Alonso weg - es braucht mehr Spielintelligenz: Warum nicht Mahmoud Dahoud?

Die letzte interne Lösung: Joshua Kimmich. Zwar sieht sich der Youngster selbst auf der Position im zentralen Mittelfeld, doch die Bayern haben vermutlich andere Pläne mit dem Nationalspieler. Er ist der potentielle Lahm-Nachfolger, das hatte Karl-Heinz Rummenigge zuletzt in einem Interview mit Sky betont, auch wenn das einer meiner Kollegen etwas anders sieht. Was sollen die Bayern also tun? Meiner Meinung nach am besten endlich in den Poker um Gladbachs Mittelfeldjuwel Mo Dahoud einsteigen!

Mit einer Verpflichtung dieses Youngsters würden die Bayern zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Erstens käme mit dem U-21-Nationalspieler ein Spielertyp, der es vermag, strategisch zu denken. Zweitens kann Dahoud auch die Thiago-Position übernehmen. Der 21-Jährige zeichnet sich durch ein hervorragendes Passspiel und Spielverständnis aus, das mit einer entsprechenden Kreativität und präzisen Vertikalpässen einher geht. 

Dahoud im Gespräch bei BVB und ManCity 

Außerdem besitzt der junge Mittelfeldspieler noch ordentlich Entwicklungspotenzial und kennt die Bundesliga. Einen ähnlichen Spielertypen, der den Bayern gut zu Gesicht gestanden hätte, hat man im letzten Jahr mit Ilkay Gündogan im Übrigen verpasst. Weiterer Vorteil bei einer Dahoud-Verpflichtung: Carlo Ancelotti könnte seine Offensiv-Power nach Belieben dosieren, denn mit einem solchen Spielertypen wäre sowohl ein 4-2-3-1, Ancelottis geliebtes 4-3-3 und auch ein offensives 4-2-4 ohne Probleme möglich.

Mo Dahoud und der FC Bayern - warum eigentlich nicht?

Verwunderlich ist hier vor allem, dass bei den Bayern offenbar tatsächlich die Überzeugung herrscht, man könne einen Alonso-Abgang mit gänzlich anderen Spielertypen auffangen. Dass der von Hoeneß einst postulierte „FC Deutschland“ dann einen kommenden Nationalspieler, der für kolportierte zehn Millionen Euro feste Ablöse zu haben wäre, nicht wirklich auf dem Schirm hat, muss kritisiert werden. Laut kicker sind Borussia Dortmund und ManCity um Pep Guardiola in der absoluten Pole-Position für eine Verpflichtung des Kreativkopfes. Gerüchte besagen zudem, dass der Spieler bereits auf Wohnungssuche in Dortmund sein soll.

Lieber FC Bayern, mischt Euch in den Dahoud-Poker ein!

Dennoch: Für die Kaderstruktur der Bayern ist ein spielintelligenter, zentraler Mittelfeldspieler mit Sicherheit um einiges sinniger, als ein weiterer körperbetoner Dynamiker à la Sanches. Bedenkt man die Dichte, die sich der deutsche Rekordmeister außerdem in der Verteidigung nun durch den Transfer von Niklas Süle aufgebürdet hat, so muss im zentralen Mittelfeld, das im Vergleich deutlich weniger breit aufgestellt ist, etwas passieren. 

Bleibt zu hoffen, dass die Ankündigung, Renato Sanches als Alonso-Nachfolger zu installieren und Javi Martinez wieder vermehrt im Mittelfeld einzusetzen die Bayern nicht davon abhält, zu erkennen, dass ein kreativ-ordnender Spielertyp notwendig ist. Also, lieber FC Bayern: Mo Dahoud ist jung, künftiger deutscher Nationalspieler, kennt die Bundesliga, ist spielintelligent, kreativ, unglaublich ruhig und überlegt am Ball und für eine äußerst geringe Ablöse zu haben. Mischt euch doch endlich in den Dahoud-Poker ein!

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