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Bayern zittert sich gegen Dortmund ins Pokal-Viertelfinale

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Von: José Carlos Menzel López, Manuel Bonke

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Jerome Boateng (Nr. 17) brachte den FC Bayern früh in Führung.
Jerome Boateng (Nr. 17) brachte den FC Bayern früh in Führung. © dpa

Der FC Bayern besiegt Borussia Dortmund steht im Viertelfinale des DFB-Pokals. Nach einer beeindruckenden ersten Hälfte wurde es am Ende aber noch einmal spannend.

Hat Uli Hoeneß also doch nicht zu viel versprochen. Weihnachten wird heuer so schön wie lange nicht mehr – vorausgesetzt, man ist ein Roter und kein Schwarzgelber. Die Borussen dürften nach der 1:2 (0:2)-Niederlage gestern Abend in Fröttmaning nämlich ein eher tristes Fest feiern. Im Hause Hoeneß hingegen wird sicherlich die ein oder andere Pulle Punsch geköpft. Gründe dafür gibt’s allerhand. Herbstmeister mit elf Punkten auf Platz zwei, CL-Achtelfinalist, Pokal-Viertelfinalist – und das Wichtigste: Jupp Heynckes kann endlich für ein paar Tage zu Cando.

Das einzig Positive aus Dortmunder Sicht war. dass es dieses Jahr bereits vier Tage vor Heiligabend Bescherung gab. Was hätten die Roten der Borussia gleich zu Beginn der Partie einschenken können! Denn während die Stöger-Truppe den Eindruck erweckte, als habe sie den Betriebsausflug in die Landeshauptstadt für ein nachmittagliches Christkindlmarkt-Hopping samt Glühweinprobe genutzt, legten die Hausherren wie vom Rentier gebissen los. Nach drei Minuten setzte Vidal bereits einen Kopfball an die Latte, zwischen Minute fünf und zehn musste Bürki weitere dreimal eingreifen und in der zwölften war es dann auch geschehen. Süle (für den maladen Hummels dabei) nickte einen feinen James-Freistoß zum zweiten Mal ans Gebälk, den Abpraller versenkte Boateng diesmal aber im Netz. Frohes Fest auch (den Spielverlauf zum Nachlesen gibt es hier in unserem Ticker)!

Die Führung sorgte bei den Roten aber für etwas zu besinnliche Stimmung, die Heynckes-Elf schaltete nämlich gefühlt drei Gänge zurück und stimmte gefühlt schon die ersten Weihnachtsständchen an. Die Kugel rollte plötzlich nicht mehr allzu flott durch die eigenen Reihen, die Angriffe wurde ebenso gemächlich ausgespielt – und siehe da: Plötzlich wirkte die Stöger-Truppe nicht mehr so, als hätte sich der 1. FC Köln als Borussia Dortmund verkleidet. Pulisic schlug eine Flanke in den Sechzehner, Alaba rutschte fröhlich vorbei, konnte den Abschluss von Aubameyang-Ersatz Yarmolenko aber gerade noch von der Linie köpfen. Und was passiert, wenn man nicht brav war und die Tore macht? Richtig, der Müller kommt mit der Rute und legt Geschenk Nummer zwei unter dem Baum. Doppelpass mit Lewy, Lupfer über Bürki – und schon brannte das zweite Lichtlein (40.).

War dem Rekordmeister aber nicht genug. Los ging’s wie in Hälfte eins: Bürkis Kasten unter Dauerbeschuss, der als einziger die Ehre der Dortmunder mit Glanzparaden gegen James (46.) und Müller (49.) wahrte. Der Schweizer Schlussmann konnte einem fast leid tun. Genauso wie der als Kloppo verkleidete Stöger, dem das Experiment Dreierkette mächtig um die Ohren geflogen war. Kein Wunder, dass er rasch auf Viererkette umstellte. Dass die Borussia noch ihre Chancen bekam, war aber einem erneuten Schlendrian der Münchner geschuldet. So als ob im Pokal noch nie etwas Verrücktes passiert wäre. So auch gestern: Flanke Kagawa, Kollektivnickerchen Bayern – und schon machte es Yarmolenko per Kopf wieder spannend (77.). Kurze Schnappatmung in der Arena, Stöger legte bereits das Grinch-Kostüm parat, am Ende schaukelten die Bayern das Ding aber trotz Isak-Großchance (92.) mit blauem Auge nach Hause. War Jupp aber egal. Er hörte nur das Bellen aus der Ferne…

Die Stimmen von Spielern und Verantwortlichen haben wir hier für sie zusammengefasst. 

lop, jau, bok

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