Rode, Shaqiri, Hojbjerg und Co.

Bayerns Ersatzspieler: So sind ihre Perspektiven

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Was haben Sie bis zur Winterpause für eine Perspektive beim FC Bayern? Die Ersatzspieler Xherdan Shaqiri, Pierre-Emile Hojbjerg, Sebastian Rode und Gianluca Gaudino (von links).

München - Trotz der vielen Verletzten steht Bayern-Coach Pep Guardiola noch immer ein Luxus-Kader zur Verfügung. Was aber wird kurzfristig aus den Spielern in der zweiten Reihe?

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Wer sich am Samstag gegen 15 Uhr die Aufstellung des FC Bayern beim Bundesliga-Spiel gegen 1899 Hoffenheim anschaute, dürfte seinen Augen kaum getraut haben: Eine absolute Luxus-Elf hatte Trainer Pep Guardiola da auf den Rasen gezaubert. Und das, obwohl die Verletztenliste bei den Münchnern unter der Woche mit Philipp Lahm um einen weiteren Namen angewachsen war. Dass Spieler wie Philipp Lahm, David Alaba, Claudio Pizarro, Holger Badstuber, Thiago, Javi Martinez sowie die beiden Torhüter Tom Starke und Pepe Reina derzeit nicht zur Verfügung stehen und dass Bastian Schweinsteiger erst jetzt wieder an die Mannschaft herangeführt wird - qualitativ war davon rein gar nichts zu bemerken.

Der FC Bayern schöpft aus einem schier unglaublichen Potenzial an Klasse-Spielern, und selbst diejenigen Akteure, die trotz der zahlreichen Ausfälle den Weg in die Startelf noch nicht geschafft haben, sorgen für Aufsehen. So nutzte Sebastian Rode die knappe halbe Stunde nach seiner Einwechslung, um mit einer starken Leistung auf sich aufmerksam zu machen, die er schließlich mit seinem ersten Tor für die Bayern krönte.

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Angesichts der guten Ausgangslage (Achtelfinale der Champions League bereits erreicht, sieben Punkte Vorsprung in der Bundesliga) bis Ende des Jahres kann es gut sein, dass Pep Guardiola einigen Spielern, die derzeit noch etwas hintendran stehen, mehr Einsatzzeiten gibt. Möglicherweise auch jenen, die eigentlich schon vor dem Absprung stehen. Wir beleuchten hier die kurzfristigen Perspektiven einiger Bayern-Spieler bis zum Ende der Hinrunde.

Leopold Zingerle: Seit einigen Wochen darf der Nachwuchstorhüter auf der Bank des FC Bayern Bundesliga-Luft schnuppern. Nach den Verletzungen von Pepe Reina und Tom Starke ist der 20-Jährige zur vorläufigen Nummer 2 beim Rekordmeister geworden. Sollte sich Manuel Neuer in nächster Zeit verletzen oder anderweitig nicht einsetzbar sein, könnte Zingerles große Stunde schlagen. Allerdings trainiert bei den Bayern derzeit auch der vereinslose Heinz Müller mit, der bei einem Neuer-Ausfall wohl einen Vertrag bekommen würde. Mit ihm müsste sich Zingerle dann um den Platz im Bayern-Tor streiten.

Tendenz: Zingerle wird nach der Rückkehr von Reina und Starke wieder zur Bayern-Reserve in die Regionalliga (bislang 14 Einsätze in dieser Saison) zurückkehren. Den Platz hinter Manuel Neuer machen Pepe Reina und Tom Starke unter sich aus.

Sebastian Rode: Er war, neben Rückkehrer Bastian Schweinsteiger, der große Gewinner des vergangenen Wochenendes beim FC Bayern. Seine gute Leistung und sein Tor nach der Einwechslung gegen Hoffenheim dürften dem ehemaligen Frankfurter enormen Auftrieb gegeben haben. Und selbst wenn sich Pep Guardiola im ersten Spiel nach Philipp Lahms Verletzung gegen Rodes Startaufstellung entschieden hat, so könnte der 24-Jährige in den nächsten Wochen jede Menge Spielzeit bekommen.

Tendenz: Rodes zurückhaltende Art neben dem Platz - im Vergleich zu anderen Spielern (siehe unten) - und die perfekte Eigenwerbung gegen Hoffenheim werden den ehemaligen Frankfurter nah an die Stammelf heranbringen. Zumindest bis Weihnachten wird man Rode wohl des Öfteren im Bayern-Trikot spielen sehen.

Pierre-Emile Hojbjerg: Der Däne hat in der vergangenen Woche deutlich über seinen Wechselwunsch gesprochen. "Ich glaube, dass es so weit ist, einen anderen Weg zu gehen", hatte der dänische Mittelfeldspieler gesagt. Die Antwort von Trainer Pep Guardiola gab's unmittelbar, als der entgegnete: "Wenn ein Spieler nicht hier bleiben will, muss er zu einem anderen Verein gehen." Die Fronten scheinen also geklärt. Ob Hojbjerg sich mit seinen Aussagen einen Gefallen getan hat, darf bezweifelt werden. Gegen Hoffenheim jedenfalls schmorte der 19-Jährige 90 Minuten auf der Bank.

Tendenz: Hojbjerg wird bis zur Winterpause wohl durchaus noch auf seine Einsätze kommen. Was dann passiert, ist offen. Einerseits könnten die Bayern bereit sein, das Talent ziehen zu lassen. Vieles liegt aber auch an Xherdan Shaqiri (siehe unten). Sollte der Schweizer die Bayern verlassen, müsste Hojbjerg wohl bleiben.

Gianluca Gaudino: Der Stern des 18-Jährigen war zu Saisonbeginn aufgegangen, als Pep Guardiola im Supercup gegen den BVB sowie im ersten Bundesliga-Spiel gegen Wolfsburg auf das Mittelfeldtalent setzte. Seither hat der Sohn von Ex-Profi Maurizio Gaudino nicht mehr allzu viel Spielzeit bekommen: In gerade einmal drei Bundesliga-Spielen kam er zum Einsatz.

Tendenz: Gaudino wird sich weiterhin hinten anstellen müssen, was aber kein großes Problem darstellen dürfte. Der Spieler ist jung und weiß, dass seine Zeit noch kommen kann und wird.

Xherdan Shaqiri: Eines der "Sorgenkinder" beim FC Bayern. Bei vielen Fans ist der Schweizer aufgrund seiner immer aufs Neue geäußerten Wechselabsichten unten durch. Hinzu kommt: Die wenige Spielzeit, die ihm Trainer Pep Guardiola in dieser Saison bislang gewährte, nutzte der "Kraftwürfel" nicht in gewünschter Form, um sich zu präsentieren. Am Beispiel von Sebastian Rode sieht man, dass es auch anders gehen kann. Allerdings: Wie auch Hojbjerg durfte Shaqiri beim Spiel gegen Hoffenheim nicht mal als Einwechselspieler für einige Minuten ran.

Sein Abschied vom FC Bayern scheint beschlossene Sache. Offenbar sind die Bosse bereit, den unzufriedenen Spieler im Winter ziehen zu lassen - wenn die Ablöse stimmt.

Tendenz: Über die Mitläuferrolle wird Shaqiri beim FC Bayern bis zum Winter wohl nicht mehr hinauskommen. Es sei denn, er explodiert bei einem seiner Einsätze mal. Doch selbst dann erscheint ein Verbleib unwahrscheinlich.

Mitchell Weiser: Der Kölsche Jung hat wohl auch keine Zukunft mehr beim FC Bayern. In dieser Saison stand Weiser noch kein einziges Mal im Kader der Profis.

Tendenz: Sollten sich keine weiteren Spieler mehr verletzen, wird Weiser (Vertrag bis Juni 2015) wohl kein Pflichtspiel mehr für den FC Bayern bestreiten.

Sinan Kurt: Sein Wechsel nach München in diesem Sommer wurde von lauten Nebengeräuschen begleitet, jetzt ist es etwas still um das 18-jährige Talent geworden. Der Ex-Gladbacher gehört zwar offiziell zum Kader des FC Bayern, muss sich bis zu einer Nominierung bei den Profis wohl noch gedulden. Kurt kommt vornehmlich bei der U19 zum Einsatz.

Tendenz: Trotz der warmen Worte von Trainer Pep Guardiola ("Er ist ein großes Talent. Ich habe einen guten Eindruck") muss sich der Spieler noch gedulden. In diesem Jahr wird das nix mehr mit einem Debüt des Linksaußens bei den Profis.

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