Interview

Dante über Ex-Klub: „FC Bayern hat keine Anführer mehr“

+
Dante spielte zwischen 2012 und 2015 bei den Bayern.

Bayerns Ex-Spieler Dante erkennt einen Schwachpunkt in der Mannschaft. Zugleich hat er die Hoffnung, dass sich dies bald ändert.

München - Dante Bonfim Costa Santos (35) kickt zwar schon seit 2016 für Nizza, seinen Platz im Herzen der Bayern-Fans hat der Brasilianer mit der Wuschelfrise allerdings auf ewig sicher. Von 2012 bis 2015 kickte der Innenverteidiger für die Münchner, holte das Triple und war obendrein auch noch für die musikalische Untermalung des Coups verantwortlich. „Und Poooookal auch…“ – Sie erinnern sich! Allerhöchste Zeit also, bei Dante nachzufragen wie es ihm geht, was er von Landsmann Coutinho hält und ob dieses Triple eigentlich auch zweimal drin ist. Das tz*-Gespräch mit Dante:

Dante, was macht das Leben in Nizza?

Dante: Alles bestens. Wir haben eine sehr junge Mannschaft bei Nizza, sind aber mit zwei Siegen aus drei Spielen in die Saison gestartet. Noch ist es zu früh, um ein Fazit zu ziehen – unser aller Ziel steht aber fest: Wir wollen uns für Europa qualifizieren.

Verfolgen Sie noch den FC Bayern?

Dante: Natürlich! Es ist nicht einfach, da unsere Spiele oft kollidieren. Wenn es sich ausgeht, sitze ich vor dem Fernseher. Die Zeit in München war etwas ganz Besonderes für mich, so eine Erfahrung bleibt ein Leben lang. Daher werde ich dem Klub verbunden bleiben.

FC Bayern: Dante über die aktuelle Spielergeneration

Aus dem Triple-Jahr sind nur noch Neuer, Alaba, Boateng, Matinez und Müller da.

Dante: So ist das Geschäft. Seit Wembley sind immerhin sechs Jahre vergangen. Klar, die Spieler haben mit dem Triple 2013 Geschichte geschrieben, aber der Zyklus einer jeden Mannschaft findet irgendwann sein Ende. Der Wandel ist im Fußball allgegenwärtig, für die Bayern ist das nicht schlimm. Im Gegenteil: Ich bin mir sicher, dass diese neue junge Spielergeneration den Fans viele Erfolge bescheren wird.

Auch Ihr Freund Rafinha ist weg.

Dante: Wir haben darüber gesprochen und ich denke, dass es das Beste für Rafa war. Er wollte etwas Neues erleben und eine neue Herausforderung haben. Flamengo ist eine große Nummer in Brasilien. In der Liga stehen sie ganz oben und in der Copa Libertadores auf Platz vier. Das Projekt von Flamengo war sehr interessant für Rafa, der dort natürlich einer der Protagonisten der Mannschaft ist.

Bei Bayern soll nun Philippe Coutinho Protagonist sein.

Dante: Ein großartiger Spieler. Ich wünsche ihm nur das Beste, hoffentlich startet er bei Bayern durch und kann sein ganzes Potenzial unter Beweis stellen. Aber eigentlich bin ich mir sicher, dass er seinen Namen in die Geschichtsbücher des Klubs eintragen wird.

FC Bayern: Dante spricht über Coutinhos Bedeutung für den Verein

Was kann Coutinho den Bayern geben?

Dante: Bayern hat in den vergangenen Jahren seine Anführer verloren. Nun ist es an der Zeit, neue Leader zu finden. Bei der Qualität von Spielern wie Coutinho und dem Rest bin ich mir aber sicher, dass dieser natürliche Prozess nicht allzu viel Zeit benötigen wird. Bayern hat großartige Spieler. Das allein reicht aber nicht, um ganz oben zu stehen und gegen die deutschen und europäischen Top-Teams zu bestehen. Man muss es wollen, jeden Tag.

Spricht Bayern dieses Jahr ein Wörtchen bei der Vergabe um den CL-Titel mit?

Dante: Die Schlussphase der Champions League ist das Kniffligste überhaupt. Super Spieler und eine gute Mannschaft reichen in der Regel nicht. Erwischst du nur einen schlechten Tag, bist du raus! Alles muss passen. Die Mannschaft muss eingespielt, die Spieler fit und die Taktik die richtige sein, andernfalls ist es vorbei. Passt das, sind die Bayern natürlich ein Kandidat auf den Titel.

Auch für einen Coup wie 2013?

Dante: Wir haben es damals nicht für möglich gehalten, die Zeit als Fußballer und speziell das Jahr 2013 haben mir gezeigt, dass nichts unmöglich ist. Letzten Endes kommt es immer auf den unbändigen Willen und die tägliche Arbeit an. So etwas wie Glück, das gibt es nicht.

Gegenüber tz.de* erklärte Dante im Jahr 2015, warum er die Bayern verlassen hat.

Nicht nur das Sportliche spielt derzeit beim FC Bayern eine wichtige Rolle. Auch der Abschied von Uli Hoeneß beschäftigt den Verein. Derweil hat sich auch die Zukunft von Robert Lewandoswki entschieden. Über beide Themen hat tz.de* berichtet.

Interview: José Carlos Menzel López

*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerks

Auch interessant

Meistgelesen

Sensations-Rückkehr zum FC Bayern? Leistungsträger schwärmt über Ex-Trainer Guardiola
Sensations-Rückkehr zum FC Bayern? Leistungsträger schwärmt über Ex-Trainer Guardiola
Nach Kreuzbandriss von Niklas Süle: FC Bayern mit Schock-Prognose
Nach Kreuzbandriss von Niklas Süle: FC Bayern mit Schock-Prognose
Megatalent zum FC Bayern München? Geheime Transfer-Details enthüllt - irre Ablösesumme
Megatalent zum FC Bayern München? Geheime Transfer-Details enthüllt - irre Ablösesumme
Flick? Guardiola? Tuchel? Lewandowski nennt seinen Favoriten auf den Trainer-Posten beim FCB
Flick? Guardiola? Tuchel? Lewandowski nennt seinen Favoriten auf den Trainer-Posten beim FCB

Kommentare