Bayerns Finanzvorstand im großen tz-Interview

Dreesen: 1860 und Arena? Einmal raus - immer raus!

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Jan-Christian Dreesen sagt über die Löwen: „Wenn sie nicht mehr in dem Stadion spielen wollen, müssen sie uns Vorschläge machen, wie sie damit umgehen wollen“

München - Im großen interview mit der tz spricht Jan-Christian Dreesen, der Finanzvorstand des FC Bayern, über den Mieter TSV 1860, Financial Fairplay und die Arena-Kapazität.

Herr Dreesen, am Mittwoch steht das Rückspiel gegen Donezk an. Ist beim FC Bayern eigentlich ein mögliches Achtelfinal-Aus einkalkuliert?

Jan-Christian Dreesen: Wir planen immer sehr vorsichtig. Ich würde nicht sagen, dass ich ein Pessimist bin, aber bei unserer Planung sind wir konservativ. Wenn wir in das Lizenzierungsverfahren für eine neue Saison gehen, planen wir nicht die Meisterschaft und auch nicht das Erreichen der K.o.-Phase in der Champions League ein. Da planen wir nur mit der Gruppenphase.

Sie halten es also wie Ihr Vorgänger Karl Hopfner.

Jan-Christian Dreesen: Ja! Weil ich glaube, dass wir kaufmännisch gut beraten sind, vorsichtig zu sein. Es kann immer mal Gründe geben, weshalb der sportliche Erfolg ausbleibt. Dann sollte man nicht auch noch direkt in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten.

"9,5 Milliarden Euro auf drei Jahre verteilt – das ist irre."

Garantiert sind TV-Einnahmen. Haben Sie neidisch nach England geschaut, als die Premier League ihren 9,5-Milliarden-Euro-Deal verkündet hat?

Jan-Christian Dreesen: Neid wäre das falsche Wort. Beeindruckend – das war mein erster Gedanke. 9,5 Milliarden Euro auf drei Jahre verteilt, das ist absolut irre. Die Bundesliga erhält im Moment rund 680 Millionen Euro pro Saison. Schon in der vergangenen Saison hat der Tabellenletzte der Premier League knapp 75 Millionen Euro aus dem TV-Topf bekommen – 50 Prozent mehr als der Deutsche Meister FC Bayern. Bald wird es mehr als doppelt so viel sein. Solche Zahlen beeinflussen den internationalen Wettbewerb mittelfristig massiv.

Die Bundesliga kassiert in der Saison 2016/2017 rund 835 Mio. Euro. Muss der FC Bayern bald mit Vereinen wie Stoke um Spieler kämpfen?

Jan-Christian Dreesen: Ich glaube, dass wirklich große Spieler trotz des vielen Geldes nicht zu kleinen Vereinen gehen. Aber natürlich betrifft diese Entwicklung auch uns, schließlich sind wir mit den international spielenden Vereinen im Wettbewerb.

Welche Schlüsse zieht man beim FC Bayern daraus?

Jan-Christian Dreesen: Es ist ja keine neue Situation für uns, auch in der Vergangenheit hat die Premier League deutlich mehr TV-Gelder generiert als die Bundesliga. Und trotzdem haben wir es immer wieder geschafft, Talente und Topspieler in der Liga zu halten. Es liegt also nicht immer nur am Geld. Aber wir werden uns in Zukunft noch mehr anstrengen müssen, um unsere Einnahmen weiter zu erhöhen.

Wie sieht das konkret aus?

Jan-Christian Dreesen: Neben den TV-Einnahmen gibt es noch weitere Einkommensströme. Zum Beispiel die Ticketpreise. Aber ich denke, da tun wir gut daran, weiterhin bezahlbare Karten anzubieten. Der Normalverdiener mit zwei Kindern muss auch in Zukunft noch ins Stadion gehen können, ohne sich dabei finanziell zu überfordern. Dann wären da noch die Bereiche Sponsoring und Merchandising. Da ist jeder Verein selbst gefordert. In diesen beiden Bereichen waren wir in der Vergangenheit immer außerordentlich erfolgreich. Das war mit ein Grund, weshalb wir international wettbewerbsfähig geblieben sind.

Denken Sie auch darüber nach, Geld einzusparen statt einzutreiben? Oder muss der FC Bayern nicht sparen?

Jan-Christian Dreesen im Gespräch mit den tz-Reportern Michael Knippenkötter (li.) und Sven Westerschulze.

Jan-Christian Dreesen: Das ist sehr provokant gefragt (schmunzelt). Ich glaube, dass jeder seriös mit dem Geld umgehen muss, das ihm zur Verfügung steht. Da muss man auf eine gewisse Art auch sparsam sein. Das heißt aber nicht, dass man über Kostensparprogramme die Freiräume schafft, um sportlich weiter investieren zu können. Der größte Teil unserer Ausgaben liegt ja im sportlichen Bereich. Wer hier auf die Kostenbremse drückt, wird keine Wettbewerbe gewinnen. Um international in der Spitze mitzumischen, muss man in gute Spieler investieren – das ist Fakt. Und dazu muss der Kader auch in der Breite qualitativ so gut besetzt sein, um bei Verletzungssorgen nicht in sportliche Schwierigkeiten zu kommen. „Intelligent investieren“ heißt die Devise.

Sparen wäre also der falsche Ansatz?

Jan-Christian Dreesen: Nein, konservativ, aber seriös. So würde ich unsere Finanzpolitik beschreiben. Ich betone noch mal: Titel gewinnt man nicht über die Kostenseite, sondern über die Einnahmenseite.

Wann wird der FCB in diesem Wettbewerb vom Financial Fairplay profitieren?

Jan-Christian Dreesen: In der vergangenen Saison hat die UEFA ja schon durchgegriffen, die verhängten Sanktionen haben für eine gewisse Disziplinierung gesorgt. Bestimmte Vereine durften nicht mehr so investieren, wie es ihnen wirtschaftlich möglich gewesen wäre. Das Financial Fairplay ist sicher kein Allheilmittel, aber es hilft, den Wettbewerb zu stärken und manche Vereine zu seriöserem Wirtschaften zu zwingen. Natürlich sind die TV-Gelder davon ausgenommen, was zur Folge hat, dass englische Klubs weiterhin enorme Transfersummen ausgeben können.

"Wir sind sehr optimistisch, das Zentrum 2017 beziehen zu können"

Der FC Bayern steht jetzt auch vor einer großen Investition, dem Bau des Nachwuchszentrums. Wie ist der Stand?

Jan-Christian Dreesen: Das ist in der Tat eine sehr große Investition. Grundstückseigentümer ist der FC Bayern München e.V., aber der steht natürlich in enger Abstimmung mit unserer AG. Wir sind nach wie vor sehr optimistisch, 2017 das Zentrum beziehen zu können.

Wie wichtig ist der Bau für den Verein?

Jan-Christian Dreesen: Sehr wichtig. Zum einen platzen wir an der Säbener Straße aus allen Nähten. Und zum anderen hat sich auch die Jugendarbeit in den vergangenen Jahren weiterentwickelt. Um da auf dem neuesten Stand zu sein, müssen wir in die Infrastruktur investieren.

Hat man sich da bei anderen Vereinen etwas abgeschaut oder regiert das „Mia san mia“-Prinzip?

Jan-Christian Dreesen: Wir sind selbstbewusst genug, auf eigene Ideen zu setzen. Aber natürlich ist man auch mit anderen Klubs im Austausch. So haben wir es damals bei der Allianz Arena auch gemacht. Die Fehler, die andere gemacht haben, muss man ja nicht zwingend wiederholen. Selbstbewusstsein ist gut, Überheblichkeit nicht.

Herr Dreesen, der TSV 1860 kämpft in der Zweiten Liga gegen den Abstieg. Sie haben sich zuletzt mit Vertretern der Löwen getroffen. Ging es da vor allem um die Frage, ob man sich die Allianz Arena in Zukunft nicht mehr teilen muss – sollte 1860 tatsächlich absteigen?

Wie der FC Bayern spielt auch 1860 seit Sommer 2005 in der Allianz Arena.

Jan-Christian Dreesen: Wir sind Eigentümer der Stadion GmbH. Diese hat einen ganz normalen Wirtschaftsplan, in dem der FC Bayern als Hauptmieter auch die Hauptrolle spielt und damit das wirtschaftliche Fundament der Allianz Arena ist. 1860 hat einen langfristigen Mietvertrag, und falls sie absteigen würden, dann ist 1860 immer noch Mieter. Der Mietvertrag gilt erst mal weiter. Wenn man sich dort verändern wollte, müsste man auf uns zukommen. Das ist also weniger ein Thema von uns als eines von 1860.

Augenscheinlich ist man nun auf Sie zugekommen.

Jan-Christian Dreesen:Es ist ja nicht unnormal, dass wir miteinander reden. Jeder, der in einer Mietwohnung wohnt, spricht mal mit seinem Vermieter.

Sie als Vermieter würden Ihr „Objekt“ in Zukunft doch sicherlich sehr gern nur noch in Rot leuchten sehen, oder?

Jan-Christian Dreesen:Das haben wir immer schon gesagt: Je mehr die Arena rot leuchtet, umso schöner.

Bilder: Das sind Münchens große Stadien

Die Welt- und Sportstadt München kann gleich mit mehreren Stadien aufwarten: Von traditionsreichen Kampfbahnen bis hin zur modernen Arena. © Marcus Schlaf
Das traditionsreichste ist wohl das Grünwalder Stadion auf Giesings Höhen. Hier gewann der TSV 1860 im Jahr 1966 seine einzige deutsche Meisterschaft. © Marcus Schlaf
Im Volksgargon hat es viele Namen: 60er Stadion, Hermann-Gerland-Kampfbahn, Grünwalder - aber der offizielle Name lautet "Städtisches Stadion an der Grünwalder Straße". © Klaus Haag
Nostalgie pur: Die alte Hauptribüne des Grünwalder Stadions mit den Reporterkabinen unter dem Dach. © Klaus Haag
Bis 1995 spielte der TSV 1860 in seiner Heimat. Zur Saison 2004/2005 kehrten die Löwen nochmals für ein Jahr zurück. Bis zu 21.272 Zuschauer konnten die Blauen hier anfeuern. © Marcus Schlaf
Blick von der Haupttribüne auf die von den Fans geliebte Gegentribüne, die "Stehhalle". © Klaus Haag
Besten Blick auf das Geschehen auf dem Platz haben die Anwohner an der Grünwalder Straße. © picture-alliance / dpa/dpaweb
Nachdem die Kapazität zwischenzeitlich auf 10.240 gesunken und die Zulassung für die 3. Liga durch den DFB in Gefahr geraten war, baute die Stadt das Stadion in der Saison 2012/2013 um. Die Ostkurve, sowie Teile der Südtribüne wurden komplett abgerissen und neu gebaut. © Klaus Haag
Auch die Gegentribüne, besonders unter den Löwen-Fans besser als Stehhalle bekannt, erhielt neue Sitzschalen. Zudem wurde die Bänke der sogenannten Vortribüne entfernt und die Zäune erneuert. © Klaus Haag
Die Hauptribüne erhielt einen neuen Innenbau sowie ebenfalls neue Sitze. Außerem erhielt das Stadion eine Rasenheizung, das Grün wurde bis in die Westkurve verlegt (zuvor war dort nur Asche als Belag) und es wurde eine neue Flutlichtanlage installiert. © Klaus Haag
Ab der Spielzeit 2013/2014 werden hier wieder die zweiten Mannschaften des TSV 1860 und des FC Bayern antreten. Zudem wird das Grünwalder Heimat der Löwen-A-Junioren sowie der Bundesliga-Damen der Bayern sein. Etwa 12.000 Zuschauer können diese Spiele dann verfolgen. © Klaus Haag
Als München 1966 den Zuschlag für die Olympischen Spiele 1972 erhielt, musste ein neues Stadion her. © picture-alliance / dpa/dpaweb
Das Olympiastadion und der Olympiapark wurden auf dem Oberwiesenfeld im Norden Münchens errichtet. Es ist weltberühmt für seine Zeltdachkonstruktion, die sich auch über die Halle und die Schwimmhalle erstreckt. © picture-alliance / dpa
Anfangs bot das Stadion Platz für 80.000 Zuschauer. Die Kapazität wurde aus Sicherheitsgründen kontinuierlich nach unten geschraubt. © dpa
Auch die Umwandlung von Steh- in Sitzplatzbereiche sorgte dafür, das heute "nur" noch 69.000 Zuschauer das Olympiastadion füllen können. © picture-alliance/ dpa/dpaweb
Während der TSV 1860 im geliebten Grünwalder Stadion blieb und nur vereinzelt seine Spiele in der neuen Arena austrug, zog der FC Bayern komplett in den Olympiapark. Die Löwen taten dies erst 1995 nach dem Wiederaufstieg in die Bundesliga. © picture-alliance/ dpa/dpaweb
Die Bayern-Fans in der Südkurve des Olympiastadions. © dpa/dpaweb
Im Norden war die Heimat der Löwen-Fans. Hier ist Benny Lauth auf dem Weg in die Kurve. © dpa/dpaweb
Als die Fußball-WM 2006 nach Deutschland vergeben wurde, war klar: München braucht ein neues Stadion. Zuerst sollte das Olympiastadion umgebaut werden, doch dieser Plan wurde gestoppt. Dieser hätte eine Überdachung der Gegengerade, den Wegfall der Laufbahn und den Einbau eines zweiten Ranges vorgesehen. © dpa
Stattdessen wurde per Bürgerentscheid der Bau eines neuen Stadions im Münchner Norden beschlossen. Innerhalb von nur drei Jahren (2002-2005) wurde die Arena errrichtet. © dpa/dpaweb
Der Versicherungskonzern Allianz sicherte sich die Namensrechte an der neuen-Fußball-Arena. © dpa/dpaweb
Charakteristisch ist ihr Aussehen. Die Hülle aus Kunstoff konnte zunächst in drei Farben beleuchtet werden: rot, blau und weiß. © dpa/dpaweb
Aufnahme vom Beleuchtungstest während der Bauphase. © dpa/dpaweb
Diverse Farbkombinationen sind möglich. Für jeden sollte hier etwas dabei sein. Seit 2015 sind aber durch die neue LED-Technologie 16 Millionen Farben möglich. © dpa/dpaweb
Die Löwen spielten nach dem Abstieg 2004 nur noch fünfmal im Olympiapark und verabschiedeten sich mit einem Heimspiel gegen den 1. FC Köln (0:0) am 3. April 2005 aus dem Olympiastadion. © 
Der FC Bayern verabschiedete sich am 14. Mai 2005 mit dem letzten Bundesliga-Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg (6:3). © dpa/dpaweb
33 Jahre feierte der FC Bayern seine Titel unter dem Zeltdach, nun ging es ins Schlauchbott nach Fröttmaning. © dpa/dpaweb
Doch die Sonne ging nicht komplett unter für das Olympiastadion. Andere Ereignisse fanden Einzug unter das Zeltdach. © dpa
Das Olympiastadion ist seither Schauplatz von Open Air Konzerten (hier Robbie Williams), Messen, Public-Viewings (Fußball-WM oder -EM) und vielen anderen Großveranstaltungen. © dpa
Tosende Eröffnungsfeier in der Allianz Arena. Mit insgesamt drei Eröffnungsspielen wurde der 280 Millionen Euro teure neue Fußball-Tempel im Sommer 2005 eröffnet. Zuerst spielte 1860 gegen Nürnberg (3:2) ... © picture-alliance/ dpa
... dann die Bayern gegen die deutsche Nationalmannschaft (4:2) und schließlich kam es zum Derby zwischen FCB und 1860 (0:1). © picture-alliance/ dpa/dpaweb
Seither feiern die Bayern in Fröttmaning ihre Siege und Titel... © MIS
.. während die Löwen hier noch immer zweite Liga spielen und (bislang) vergeblich um den Wiederaufstieg kämpfen. © MIS
Allerdings sind die Fans des TSV 1860 gegen die Arena. Der Grund: Heimweh nach Giesing ins Grünwalder, dazu die horrenden Mietbeträge, die 1860 seit dem Verkauf der Stadion-Anteile an den FC Bayern zu zahlen hat. © MIS
71.137 Plätze hat die Arena. Zu internationalen Spielen stehen durch die Umwandlung der Steh- in Sitzplätze 67.812 Plätze zu Verfügung. Weitere Pläne zur Kapazitätserweiterung laufen aber bereits. © MIS
Münchens viertgrößtes Sportstadion befindet sich derweilen im Stadtteil Gern: Das Dantestadion, oder offiziell "Städtisches Stadion an der Dantestraße". © Marcus Schlaf
Das Dante, wie es oft nur genannt wird, verfügte früher über 32.000 Plätze, wovon heute noch 12.000 erhalten sind. © Klaus Haag
Eine Besonderheit des Stadions ist die trapezförmige und daher einmalige Tribüne, in der sich auch eine Turnhalle und Waschräume befinden. Außerdem existieren eine 400-m-Tartanbahn und eine elektronische Anzeigetafel. © Marcus Schlaf
Das Dante war zur NS-Zeit für Aufmärsche geplant. Für die Marschkolonnen wurde damals die Gegengerade durchbrochen. © Klaus Haag
Das Dantestadion ist Heimat des American Football-Teams der Munich Cowboys. Außerdem trugen hier der FC Wacker München (1963-72), die Frauenmannschaft des FC Bayern sowie der Türk SV 1975 München, der unter seinen früheren Namen SV Türk Gücü München in der Fußball-Bayernliga spielte, hier seine Heimspiele aus (jeweils bis 2006). © Klaus Haag
Mittlerweile halb abgerissen ist das Olympia-Reitstadion in Riem. Heute exisitieren nur noch die unüberdachten Tribünen, die ein Halbrund um das Reitfeld bilden. © Marcus Schlaf
Die baufällige Haupttribüne und der marode Richtertum mit Anzeigetafel von 1972 wurden abgerissen. Heute finden hier vor allem Flohmärkte statt. Highlight war das Konzert der US-Rockband Linkin Park im Juni 2008, als 25.000 Zuschauer nach Riem kamen. Seit Mitte 2012 dürfen allerdings auch keine Open-Air-Konzerte mehr hier stattfinden. © Marcus Schlaf
Im Großraum München gibt es nur ein größeres Stadion, das Profi-Sport beherbergt: der Alpenbauer Sportpark in Unterhaching. Die SpVgg trägt dort ihre Spiele aus. © MIS
Bis zu 15.053 Fans fasst das Stadion. Den Namen wechselte der Sportpark übrigens schon einige male. Bis 2003 sowie von 2011 bis 2013 hieß die Arena schlicht Stadion am Sportpark. Von 2003 bis 2011 hieß sie Generali Sportpark, seit Sommer 2013 heißt sie nun Alpenbauer Sportpark. © Robert Brouczek
Charakteristisch für das Schmuckkästchen ist das Vereinsheim der SpVgg Unterhaching, das sich direkt hinter der Südtribüne, der Hachinger Fankurve, befindet. Zudem parkt in der Ecke zwischen Südtribüne und Gegentribüne stets der mannschaftsbus der Gäste. © Christina Pahnke / sampics

Sie sprechen davon, dass es im Fall des Falles Gespräche geben würde, aber noch mal: Wenn 1860 absteigt, dann wird man dort keinesfalls weiter am Spielbetrieb in der Arena festhalten können.

Jan-Christian Dreesen: Ja, aber ich möchte jetzt mal für einen Moment diese ganze emotionale Schiene außen vor lassen – und dann gibt es eine ganz einfache, vertraglich geregelte Situation: Wenn der Mieter nicht mehr in seiner Mietwohnung leben will, dann muss er zum Vermieter gehen. Und zwar dann, wenn er für sich entscheidet, dass er geht. Es ist nicht die Aufgabe des Vermieters, vorher zum Mieter zu gehen. Das ist unsere Auffassung. Und ja: Im Fall des Falles würden wir sicher eine Lösung finden.

Sie als Finanzvorstand: Ohne Mieter gebe es finanzielle Verluste, mit denen Sie sicher leben könnten, oder?

Jan-Christian Dreesen: Ja. Sicher.

Gebe es mit Ihnen ein Zurück? Nehmen wir an, der TSV 1860 würde ab- und wieder aufsteigen. Wäre eine Rückkehr in die Arena vorstellbar?

Jan-Christian Dreesen: Das sind Gedanken, die nicht wir uns machen sollten, sondern 1860. Wenn sie nicht mehr in dem Stadion spielen wollen, müssen sie uns Vorschläge machen, wie sie damit umgehen wollen. Sie müssen Vorschläge machen, wie sie aus dem Mietvertrag raus wollen, und sie müssen Vorschläge machen, wie es danach weitergeht. Das Szenario „Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln“ kann ich mir nicht vorstellen. Bleiben wir doch mal bei dem Beispiel mit der Mietwohnung: Sie ziehen aus und vereinbaren mit Ihrem Vermieter, dass Sie doch bitte schön, wenn Sie Lust haben oder aus anderen Gründen, wieder reinwollen – in einem Jahr, in drei oder in fünf. Und er soll Ihnen die Wohnung dann bitte so lange freihalten? Das erscheint mir doch sehr ungewöhnlich.

Arena: Mit 75.000 ist die Obergrenze erreicht

Die Kapazität wurde auf 75.000 Zuschauer erhöht. Ist der dafür eigens eingesetzte Busshuttle bisher zu Ihrer Zufriedenheit angenommen worden?

Am Limit: Mit 75.000 Zuschauern ist die Kapazität erschöpft.

Jan-Christian Dreesen: Es ist so, dass wir aktuell nur eine Genehmigung für diese Erhöhung bis zur Sommerpause haben. Dann müssen wir den Antrag auf dauerhafte Genehmigung stellen. Und ein wichtiger Bestandteil in diesem Konzept ist die An- und Abreise, also wie diese Mehrzahl an Fans zu den Spielen kommt. Deswegen haben wir den Bus­shuttle eingerichtet für die Spiele unter der Woche. Gegen Köln am letzten Freitag, und da bin ich ganz froh, wurde das auch schon viel besser genutzt als noch gegen Schalke. Denn es ist absolut in unserem Interesse, dass diese Busse benutzt werden und die U-Bahn-Linie entlastet wird. Da kann ich jeden Fan nur auffordern, das auch bitte zu nutzen. Das hilft uns.

Die Fans haben es also selbst in der Hand, ob bei Heimspielen 4000 Zuschauer mehr mit dabei sind oder eben nicht.

Jan-Christian Dreesen: Das haben Sie überspitzt formuliert, aber im Kern trifft es das, ja.

Ist mit 75 000 die absolute Obergrenze erreicht?

Jan-Christian Dreesen: Das ist die Obergrenze.

Interview: Michael Knippenkötter, Sven Westerschulze

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