Es geht um das Pokal-Achtelfinale

Flicks kurze Zündschnur vor dem Kiel-Spiel: Bei zwei Personalien wird der Bayern-Trainer sehr deutlich

Beim FC Bayern läuft längst nicht alles rund. Das spürt auch Trainer Hansi Flick, der vor dem Pokalspiel in Kiel ein Machtwort spricht. Und in einer Personalie neueste Berichte dementiert.

München - Der ursprüngliche Plan war gut, aber er hielt nur zehn Minuten. „Mein Job ist es, Ruhe zu bewahren“, sagte Hansi Flick bei der Pressekonferenz am Dienstag. Also vier Tage nach der ersten Niederlage des FC Bayern im Jahr 2021. Man nahm ihm diesen Satz mit Bezug auf das 2:3 in Gladbach ab, man glaubte ihm, dass der Ausrutscher in der Liga keine Auswirkungen auf das Pokal-Duell mit Holstein Kiel an diesem Mittwoch (ab 20.45 Uhr hier im Live-Ticker) haben würde.

Allerdings nur so lange, bis er sich nach einer harmlosen Nachfrage zur Rolle von Lucas Hernandez im Team des Triple-Siegers in Rage redete. Die Worte, die dann nachhallten: „Wenn es gegenüber meinen Spielern unfair wird, werde ich sauer.“ Und zwar richtig. Schon in den vergangenen Wochen hatte man gemerkt, dass Flicks Zündschnur im Moment nicht allzu lang ist. Dafür gibt es durchaus Gründe: So viele Liga-Gegentore wie seit 39 Jahren nicht mehr, ein endloses Mammut-Programm vor der Brust, kaum Zeit zum Trainieren, noch weniger Zeit zum Durchschnaufen.

FC Bayern vor Pokal-Spiel in Kiel: Flick spricht Machtwort zur Entscheidungsgewalt

Und so war es auch irgendwie absehbar, dass dem 55-Jährigen irgendwann mal daran gelegen sein wird, ein Machtwort zu sprechen. Das war also nun am Dienstag der Fall, wobei es Flick keineswegs um den Weltmeister und derzeitigen Bankdrücker Hernandez ging. Vielmehr sprach er Grundsätzliches an. Es drehte sich um junge Spieler am Campus, Neuzugänge wie gestandene Profis. Und er betonte: „Wenn hier etwas ist, sprechen wir eine Sprache. Die Entscheidungen treffe ich -und ich muss auch für sie geradestehen.“

Konkret missfallen hat Flick die Kritik am (tatsächlich unterdurchschnittlichen) Auftritt von Douglas Costa in Gladbach. Man müsse „neuen Spielern Zeit geben, genau wie jungen Spielern“, sagte er und leitete damit auf die Gerüchte über, die es dieser Tage um Leihspieler Tiago Dantas gegeben hat. Die Kaufoption am Ende der Saison (7,5 Mio. Euro) soll für den Benfica-Spieler nicht gezogen werden, hieß es, bevor der 20-Jährige überhaupt eine Profi-Minute gespielt hat. Völliger Quatsch, stellte Flick klar: „Brazzo (Hasan Salihamidzic/d.Red.) und ich sind da im Austausch. Es stimmt nicht, dass er andere Vorstellungen hat.“

Mit der jüngsten Entwicklung nicht einverstanden: Bayern-Trainer Hansi Flick stellt sich vor die Mannschaft.

FC Bayern vor Pokal-Spiel in Kiel: Flick will Pleite in Gladbach schnell abhaken

Das alles sind eigentlich Kinkerlitzchen, aber sie reichten, um Flick zum Brodeln zu bringen. Weil es halt auf dem Platz auch nicht so läuft, wie der Triple-Trainer sich das vorstellt. Er habe Verständnis für Kritik, sagte er, denn „wo geklatscht wird, wird auch gepfiffen“.

Trotzdem mahnte er außenstehende Beobachter zur Fairness an. „Ja, wir haben verloren“, sagte er, aber: „Es ist nichts passiert. Wir sind immer noch Tabellenführer.“ Flicks Motto: „Abhaken“. Zumindest das Ergebnis. Über die Art und Weise des Zustandekommens hat er mit seinen Spielern freilich gesprochen. Am Mittwochabend in Kiel wird sich zeigen, ob es geholfen hat. (Hanna Raif)

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